Marine Ecology

Marine Mikrobiologie

Mikroorganismen besiedeln sämtliche ökologischen Nischen der Weltmeere. Durch ihre Fülle an physiologischen Leistungen sind sie an allen biogeochemischen Stoffkreisläufen wesentlich beteiligt. Mikroorganismen umfassen den weitaus größten Teil der genetischen Vielfalt irdischen Lebens. Sie haben mit Abstand die längste Evolutionsgeschichte aller Lebewesen. Ihre große Diversität bildet ein ungeheures Reservoir an genetischer, physiologischer und synthetischer Vielfalt, die besonders für biotechnologische Anwendungen genutzt werden kann. Mikrobiologische Forschung ist daher von Relevanz für nahezu alle Bereiche der chemisch/biologischen Meeresforschung unter Einschluss geologischer/geochemischer und klimarelevanter Aspekte und Prozesse.

Wichtige Forschungsthemen:

Marine Mikrobielle Diversität
Mikrobielle Interaktionen
Marine mikrobielle Ressourcen
Biologie mariner Pilze

Ziel der Forschungsarbeiten der Marinen Mikrobiologie ist es, zu einem tiefgreifenden Verständnis der Funktion von Mikroorganismen in biogeochemischen Stoffkreisläufen, ebenso wie biologische Interaktionen mit Mikroorganismen und Makroorganismen und in marinen Nahrungsnetzen zu gelangen. Dazu zählen Fragen nach charakteristischen Arten verschiedener Ökosysteme, der unterschiedlichen Diversität von Bakteriengemeinschaften in Abhängigkeit von Standortfaktoren, insbesondere unter dem Einfluß variierender physikalischer und chemischer Parameter. Dazu zählen Fragen nach der Funktion von Mikroorganismen in den Stoffkreisläufen biologisch wichtiger Elemente, ebenso wie solche nach der Spezifität von Interaktionen von Mikroorganismen untereinander und mit verschiedenen Makroorganismen. Unter den zuvor genannten Aspekten sind besonders Veränderungen von Umweltfaktoren, menschlich bedingte Klimaveränderungen und natürliche wie experimentelle Gradientensysteme und deren Auswirkungen auf Struktur und Funktion von Bakteriengemeinschaften von Interesse. Darüber hinaus werden auch angewandte Aspekte bearbeitet, die darauf abzielen, das Ressourcenpotential mariner Mikroorganismen biotechnologisch zu nutzen.

Dabei sind die Arbeiten auf die Biologie der Bakterien fokussiert, befassen sich aber auch mit Archaea, wenn es um hydrothermale Standorte und Tiefensedimente geht. Ein wesentlicher neuer Aspekt, der in Zukunft weiter ausgebaut werden soll ist die Biologie mariner Pilze. Dieser Aspekt hat Auftrieb erhalten durch die Bildung vieler Naturstoffe durch marine Pilze und durch die Übernahme einer umfangreichen Stammsammlung vom AWI (Dr. K. Schaumann) in 2004.