Die Tiefsee – eine Rohstoffquelle für die Menschheit ?

Broschüre über Massivsulfide - Rohstoffe aus der Tiefsee

Das Meer ist bereits heute eine wichtige mineralische Rohstoffquelle für die Menschheit. So werden Sand und Kies sowie die Energierohstoffe Öl und Gas bereits seit vielen Jahren im Meer abgebaut. Darüber hinaus fördert man aus den flachen Küstenbereichen der Ozeane seit Langem Minerale, die durch Erosion aus dem Hinterland an die Küste transportiert wurden. Dazu gehören zum Beispiel die Diamanten vor der Küste Südafrikas und Namibias sowie Vorkommen von Zinn, Titan, und auch Gold entlang der Küsten Afrikas, Asiens und Amerikas. Der bergmännische Abbau von Rohstoffen aus dem Meer ist also nicht neu. Künftig aber dürften eine Reihe mineralischer Rohstoffe hinzukommen. So gibt es seit Kurzem Bestrebungen, den Meeresbergbau mineralischer Rohstoffe auf die Tiefsee (tiefer als 1000 Meter) auszuweiten. 

Zu den Rohstoffen, die aus der Tiefsee gefördert werden sollen, zählen neben den Manganknollen, (meist in Wassertiefen jenseits der 4000 Meter), die Kobaltkrusten entlang der Flanken submariner Gebirgszüge (meist zwischen 2500 und 800 Meter) sowie die sogenannten "Massivsulfide" und die Sulfidschlämme, die sich in Bereichen vulkanischer Aktivität an den Plattengrenzen in den Ozeanen in Wassertiefen zwischen 5000 und 500 Meter bilden. Alle drei Rohstoffe werden oftmals als nachwachsende Rohstoffe bezeichnet, dies ist aber irreführend, da die Metalle z.B. in Manganknollen und Kobaltkrusten über einen Zeitraum von Jahrmillionen angereichert werden. Selbst die deutlich schneller wachsenden Massivsulfide benötigen Jahrtausende um wirtschaftlich interessante Tonnagen zu erreichen. Von nachwachsenden Rohstoffen kann also nicht die Rede sein.

In der Forschungseinheit "Magmatische und Hydrothermale Systeme" beschäftigen wir uns mit dem gelogischen Umfeld, den Bildungsbedingungen und den Elementanreicherungen von Massivsulfidvorkommen in allen Ozeanen. Dazu werden neben Greifern auch Tauchboote, ferngesteuerte Unterwasserroboter (ROV; z.B. das Kieler ROV6000) und autonome Systeme (AUV; z.B. AUV "ABYSS") eingesetzt. Außerdem werden zusammen mit der Forschungseinheit "Marine Geodynamik" Methoden für die Suche und Erkundung solcher Vorkommen entwickelt.

Weiterführene Informationen zu heißen Quellen und ihren Erzvorkommen finden Sie hier.