Menschlicher Einfluss auf marine Ökosysteme

- Zwei Rasterelektronenmikroskop-Aufnahmen der Kalkalge Calcidiscus leptoporus. Gezeigt sind jeweils sechs Zellen, die im Labor unter verschiedenen CO2-Bedingungen gehalten wurden. Die obere Aufnahme zeigt die Kalkalge unter CO2-Bedingungen, wie sie heute im Ozean vorherrschen. Die untere Aufnahme zeigt die Kalkalge unter den CO2-Bedingungen, wie sie bei unverminderten CO2-Emissionen für das Jahr 2100 erwartet werden. Kalkalgen Calcidiscus leptoporus leben als Einzeller. Die Experimente und Aufnahmen wurden am GEOMAR gemacht. Quelle: GEOMAR
Der gegenwärtige und zukünftige Zustand der marinen Ökosysteme sowie der biogeochemischen Kreisläufe unterliegt dem zunehmenden Einfluss menschlicher Aktivitäten und menschlicher Eingriffe. Eine Vorhersage, Risikoabschätzung und auch die Entwicklung von Vorsorgemaßnahmen erfordern ein umfassendes Verständnis der Sensitivität mariner Arten, der durch sie konstituierten Ökosysteme und der biogeochemischen Kreisläufe.
Folgende Faktoren gilt es insbesondere zu berücksichtigen: die klimabedingte Ozeanversauerung, die Sauerstoffverarmung, Veränderungen in der oberflächennahen Durchmischung der Ozeane, die übermäßige Nährstoffzufuhr (Eutrophierung), eingeschleppte Arten, sich ausbreitende Pathogene und Parasiten, regionale und globale Biodiversitätsverluste sowie die zunehmende Ausbeutung biologischer Ressourcen. Durch die Anwendung und Weiterentwicklung von genetischen und genomischen Methoden rücken auch evolutionsbiologische Reaktionen von Arten auf anthropogene Störungen in den Blickpunkt.
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