Plattentektonik und marine Naturgefahren
Plattentektonische Prozesse sind Auslöser von Naturgefahren (z.B. Erdbeben, Vulkanismus und Tsunamis), die an den Nahtstellen der divergierenden und konvergierenden Erdkrustenplatten sowie bei Vulkanismus innerhalb der Erdplatten (sogenannter Intraplattenvulkanismus) besonders ausgeprägt sind. Insofern konzentriert sich die Forschung insbesondere auf die Spreizungszonen in den Ozeanen (ozeanische Rücken), die Unterschiebungszonen (Subduktionszonen), aber auch auf Intraplattenvulkangebiete wie z.B. Seamounts. Diese Regionen repräsentieren die wichtigsten Stadien in der Entstehung und Entwicklung des Meeresbodens. Die tiefen Meeresbecken entstehen durch das stetige Auseinanderbrechen der Kontinente. Neuer Meeresboden wird dabei an den ozeanischen Rücken gebildet. Die Ozeankruste wird dann durch verschiedene Prozesse modifiziert. Dazu gehören Wechselwirkungen mit dem Meerwasser bei niedrigen oder hohen Temperaturen (u.a. Entstehung polymetallischer Massivsulfide), magmatische Prozesse in großer Entfernung von den Plattenrändern (Intraplattenvulkanismus), die Ablagerung mariner Sedimente sowie tektonische Prozesse entlang von Transformstörungen, Bruchzonen und an Plattengrenzen. Subduktion von ozeanischer Kruste an Kontinentalrändern ist nicht nur mit zum Teil verheerenden Erdbeben verbunden, sondern führt durch die Zufuhr von Meerwasser und leichtflüchtigen Elementen aus der subduzierenden Platte in den überliegenden Mantelkeil zur Schmelzbildung und damit auch zu explosiver vulkanischer Aktivität, welche die Kontinente verändert, klimarelevante Gase in die Atmosphäre einträgt und katastrophale Auswirkungen auf die Bevölkerung haben kann. Die Kontinentalränder sind durch die Akkumulation mächtiger Sedimentpakete und damit verbundenen Stoffströmen (u.a. Entstehung von Kohlenwasserstoff-Lagerstätten) charakterisiert.
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