Plattentektonik und marine Naturgefahren

Meeresbodentopographie einer Subduktionszone vor Costa Rica. Quelle: GEOMAR.

Plattentektonische Prozesse sind Auslöser von Naturgefahren (z.B. Erdbeben, Vulkanismus und Tsunamis), die an den Nahtstellen der divergierenden und konvergierenden Erdkrustenplatten sowie  bei Vulkanismus innerhalb der Erdplatten (sogenannter Intraplattenvulkanismus) besonders ausgeprägt sind. Insofern konzentriert sich die Forschung insbesondere auf die Spreizungszonen in den Ozeanen (ozeanische Rücken), die Unterschiebungszonen (Subduktionszonen), aber auch auf Intraplattenvulkangebiete wie z.B. Seamounts. Diese Regionen re­präsentieren die wichtigsten Stadien in der Entstehung und Entwicklung des Meeres­bodens. Die tiefen Meeresbecken entstehen durch das stetige Auseinanderbrechen der Kontinente. Neuer Meeresboden wird dabei an den ozeanischen Rücken ge­bildet. Die Ozeankruste wird dann durch verschiedene Prozesse modifiziert. Dazu ge­hören Wechsel­wirkungen mit dem Meer­wasser bei niedrigen oder hohen Temperaturen (u.a. Entstehung polymetallischer Massiv­sulfide), magmatische Prozesse in großer Entfernung von den Plattenrändern (Intraplatten­vulkanismus), die Ablagerung mariner Sedimente sowie tektonische Prozesse entlang von Trans­form­störungen, Bruchzonen und an Platten­grenzen. Sub­duktion von ozeanischer Kruste an Kontinental­rändern ist nicht nur mit zum Teil ver­heerenden Erdbeben verbunden, sondern führt durch die Zufuhr von Meerwasser und leichtflüchtigen Elementen aus der subduzierenden Platte in den überliegenden Mantel­keil zur Schmelzbildung und damit auch zu explosiver vulkanischer Aktivität, welche die Kontinente verändert, klima­relevante Gase in die Atmosphäre einträgt und katastrophale Auswirkungen auf die Bevölkerung haben kann. Die Kontinental­ränder sind durch die Akkumulation mächtiger Sedimentpakete und damit ver­bundenen Stoffströmen (u.a. Entstehung von Kohlenwasserstoff-Lagerstätten) charakterisiert.

News zum Themenfeld: Plattentektonik und marine Naturgefahren

Modell eines Hotspot-Vulkans. Am Übergang zu jüngsten Eiszeit könnte der nachlassende Druck des Meerwassers auf die Erdkruste zu erhöhter vulkanischer Aktivität geführt haben. Grafik: Jörg Hasenclever
06.07.2017

Sinkender Meeresspiegel brachte Vulkane zum Überlaufen

Internationales Forschungsteam findet Verbindung zwischen fester Erde und Klimasystem

mehr
Im Dezember 2015 wird das GeoSEA-Netzwerk vor der Küste Chiles am Meeresboden installiert. Seitdem  ist es Teil des IPOC. Foto: Jan Steffen, GEOMAR
28.06.2017

Chile im Fokus der Geowissenschaften

Partner des chilenischen Plattenrandobservatoriums IPOC treffen sich am GEOMAR

mehr
Die geplante Expeditionsroute mit den einzelnen Arbeitsgebieten im Indischen Ozean. Image reproduced from the GEBCO world map 2014, www.gebco.net
06.06.2017

Wann trennte sich die Antarktis von Indien?

Erste Expedition des Forschungsschiffs SONNE im Indischen Ozean

mehr