• GEOMAR is a member of
  • Helmholtz Association

Anna Bockelmann, Ph.D.

Office:
Phone: 0431 600 4404
Fax: 0431 600 4402
e-mail: abockelmann(at)geomar.de 

Address:
GEOMAR | Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
Experimentelle Ökologie I (Nahrungsnetze)
Düsternbrooker Weg 20
D-24105 Kiel

Professional Vita

  • Seit Februar 2009 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am IFM-GEOMAR (gefördert durch den Stifterverband). 
  • 2006-2009 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Evolution und Biodiversität, Westfälische Wilhelms-Universität, Münster (gefördert durch den Stifterverband). 
  • 2002-2006 Elternzeit 
  • 1997-2002 Doktorarbeit am Centre for Ecological and Evolutionary Studies, Groningen University, Niederlande (gefördert durch den DAAD, die Hans-Böckler-Stiftung und den Ubbo Emmius Fund). 
  • 1997 Forschungsprojekt über die genetische Variabilität von Castillea grisea, SDSU San Diego, USA (gefördert durch den Stifterverband). 
  • 1996 Forschungsprojekt über die Ausbreitung von Diasporen durch Schafe, Universität Hohenheim. 
  • 1996 Diplom in Biologie, Ökologie Zentrum, Christian-Albrechts-Universität, Kiel.

Research Interests

  • Pflanze-Parasit-Interaktion: Der globale Klimawandel hat in jüngerer Zeit zur Zunahme von Krankheiten in marinen Ökosystemen geführt. Das große Seegras, Zostera marina, wurde zuerst in den 1930iger durch den Protisten Labyrinthula zosterae infiziert und es kam daraufhin zu einem Massensterben („Wasting disease“), dem innerhalb von 2 Jahren fast die gesamten Seegrasbestände auf beiden Seiten des Atlantiks und in Teilen der Ostsee zum Opfer fielen. Viele Seegraswiesen erholten sich später langsam, im Wattenmeer gibt es jedoch bis heute vom früher sehr häufigen Seegras unterhalb der mittleren Hochwasserlinie nur wenige Reliktvorkommen. Trotz der enormen Konsequenzen für das Ökosystem weiß man bis heute wenig über die Verbreitung und Virulenz dieses Krankheitserregers. Die Folgen des Klimawandels könnten zusammen mit Umweltveränderungen wie z.B. Eutrophierung zum Wiederausbruch der Seegraskrankheit führen. 
    Zur Bestimmung der Verbreitung und Häufigkeit von Labyrinthula zosterae haben wir ein Verfahren entwickelt, Labyrinthula mit Hilfe von genetischen Markern direkt in den Pflanzen nachzuweisen (QPCR assay mit artspezifischen ITS-primern3). Mit Hilfe dieser Methode analysieren wir die Verbreitung von Labyrinthula in den Seegraswiesen im Nord- und Ostseeraum. Erste Ergebnisse bestätigen, dass Seegraswiesen in diesem Bereich auch heute von Labyrinthula zosterae und zwei weiteren Labyrinthula Arten infiziert sind, ohne das es aktuell zu Massensterben kommt1,2. Inhalt des Projektes sind auch Experimente zur Virulenz des Erregers unter verschiedenen Umweltbedingungen. 
  • Pflanze-Herbivor-Parasit-Interaktionen: All Haus- und Wildpferdepopulationen sind mit Helminthen (Endoparasiten) infiziert. Zur Kontrolle des rasch ansteigenden Helminthenbefalls an Orten intensive Pferdehaltung, werden fast alle Hauspferde heute regelmäßig mit Anthelminthika (Entwurmungsmitteln) behandelt. Der häufige Gebrauch von Anthelminthika ist jedoch wegen seiner ökotoxikolgischen Nebeneffekte und der Entwicklung von Resistenzen problematisch. Informationen über die natürliche Dynamik von Helmintheninfektionen ohne Behandlung sind bisher kaum vorhanden. Gerade diese Daten sind aber für die Entwicklung alternative Strategien für die Helminthenkontrolle dringend notwendig. 
    Zurzeit untersuchen wir drei verschiedene Populationen wildlebender Konik Pferde, die natürlicherweise mit Helminthen infiziert sind und nicht behandelt werden. Dazu verfolgen wir die individuelle Eiausscheidung aller Tiere über mehrere Jahre. Wir konnten feststellen, dass die Infektion im Mittel ist im Januar am geringsten ist, danach steigt sie an und erreicht im Juni ihr Maximum, um danach wieder abzufallen. Die Diversität der verschiedenen Helminthenarten in den Kotproben nimmt ebenfalls vom Winter zum Sommer zu. Am stärksten sind Jährlinge infiziert, was auf eine mit dem Alter zunehmende Resistenz hinweist. Insgesamt sind die Infektionsraten niedrig. Dies hat vermutlich folgend Gründe: a) die niedrige Besatzdichte (0,3-0,5 Großvieheinheiten pro Hektar), b) die natürliche Nahrungswahl der Koniks, die zur Vermeidung von verkotetem Gras führt, c) ein aktives Immunsystem, dass mit zunehmenden Alter zu einer adaptiven Immunität der Pferde führt. 

Publications

  1. Bockelmann, A.-C., Tams, V., Reusch, T.B.H. (2011) Labyrinthula zosterae prevalence and concentration in Northern-European eelgrass meadows assessed with real-time PCR, Marine Biology, in Begutachtung. 
  2. Bockelmann, A.-C., Beining, K., Reusch, T.B.H (2011) Widespread occurrence of endophytic Labyrinthula spp. in northern European eelgrass Zostera marina beds, Marine Ecology Progress Series, akzeptiert. 
  3. Bockelmann, A.-C., ‚Wels, T., Bakker, J.P. (2011) Seed origin explains range expansions of the clonal grass Elymus athericus, Basic and Applied Ecology, akzeptiert. 
  4. Bergmann, N., Fricke, B., Schmidt, M.C., Tams, V., Beining, K., Schwitte, H., Boettcher, A.A., Martin, D.L., Bockelmann, A.-C., Reusch, T.B.H., Rauch, G. (2011) A quantitative real-time PCR assay for the seagrass pathogen Labyrinthula zosterae, Molecular Ecology Resources akzeptiert. 
  5. Veeneklaas, R. , Bockelmann, A.-C., Bakker, J.P. (2011) Effect of grazing and mowing on the clonal structure of Elytrigia atherica – a long term study between abondonned and managed sites, Preslia, akzeptiert. 
  6. Bockelmann, A.-C. & Sieg, G. (2008) „Sind artenreiche Ökosysteme gesünder? Interaktionen zwischen dem Artenreichtum von Grünland und der Nahrungsökologie von Pferden“, Festschrift zum 60. Geburtstag von Klaus Dierßen, Mitt. d. Arbeitsgem. Geobotanik Schleswig-Holstein/Hamburg, 65, 345-361. 
  7. Bockelmann, A.-C., Reusch, T.B.H., Bakker, J.P. & Bijlsma, R. (2003) “Habitat differentiation versus isolation by distance: The genetic population structure of Elymus athericus in European salt marshes”, Molecular Ecology, 12, 505-515.* 
  8. Bockelmann, A.-C., Bakker, J.P., Neuhaus, R. & Lage, J. (2002) “The relation between vegetation zonation, elevation and inundation frequency in a salt marsh“, Aquatic Botany, 73, 211-221. 
  9. Bockelmann, A.-C. (2002) “Ordinary and successful - the invasion of Elymus athericus in European salt marshes", PhD thesis, Groningen University. 
  10. Bockelmann, A.-C., & Neuhaus, R. (1999), "Competitive exclusion from a high-stress habitat", Journal of Ecology, 87, 503-513.