FSBI -Präsident Iain Barber gratuliert Dr. Rainer Froese stellvertretend für das gesamte FishBase-Konsortium. Photo: Dr Sulayman Mourabit

FSBI -Präsident Iain Barber gratuliert Dr. Rainer Froese stellvertretend für das gesamte FishBase-Konsortium. Photo: Dr Sulayman Mourabit

07.07.2017

Le Cren-Medaille für FishBase

Fisheries Society of the British Isles ehrt weltweit größte Datenbank für marine Organismen

07.07.2017/Exeter, Kiel. Egal ob Laien oder Fachleute – wer detaillierte, wissenschaftlich fundierte Informationen über Fischarten sucht, findet sie online in der Datenbank FishBase. Sie ist das weltweit größte Informationsportal zu marinen Organismen überhaupt. Die Anfänge der Datenbank reichen zurück bis in die 1980er Jahre, die Initiative ging damals von Kieler Meeresforschern aus. Heute sorgt ein internationales Team dafür, dass die Informationen zu mehr als 33.000 Arten ständig aktualisiert werden. Gestern verlieh die Fisheries Society oft the British Isles (FSBI) dem FishBase-Konsortium die Le-Cren-Medaille für langjährige Verdienste um die fischereibiologische Forschung. „Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung von einer renommierten Vereinigung von Fachkollegen“, sagte Mitbegründer Dr. Rainer Froese vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, der die Medaille stellvertretend entgegennahm.


Nach ersten, noch analogen Versionen entstand 1995 die erste CD-Version, 1998 ging die erste Version der FishBase-Datenbank online. „Wir sind damals mit 15.000 Arten gestartet und hatten etwa 2000 Besucher pro Monat, hauptsächlich aus der Wissenschaft“, erinnert sich Dr. Froese. Das Portal wurde ständig um weitere Arten, aber auch Informations- und Bildmaterial basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen erweitert. Heute sind bei weiten nicht mehr die Forschenden die Hauptnutzer des Portals. „Ob Aquarianer, Angler, Taucher, Schüler, Studenten, Journalisten oder Fischenthusiasten, FishBase wird von allen genutzt“, sagt Dr. Froese. Seit dem Jahr 2000 wird FishBase von einem internationalen Konsortium betreut, in dem auch GEOMAR vertreten ist. Die Daten werden von einem Team von Fachleuten auf den Philippinen eingepflegt, mit Unterstützung der globalen Wissenschafts-Gemeinde. Mittlerweile existieren mehr als 20 Sprachversionen, was von der weltweiten Nutzung der Informationsplattform zeugt.


Und FishBase wächst ständig. „Jedes Jahr werden mehrere Hundert neue Fischarten beschrieben und zahlreiche Studien veröffentlicht, es gibt also keinen Mangel an Arbeit“, so Dr. Froese.


Die Le-Cren-Medaille ist nach dem britischen Fischereibiologen E. David Le Cren benannt, der in den 1950er Jahren grundlegende Studien zur Entwicklung von Fischen veröffentlicht hat. Mit ihr ehrt die FSBI Einzelpersonen oder Gruppen, die langjährige Beiträge zu allen Aspekten der fischereibiologischen Forschung mit Schwerpunkt auf Erhaltung von Fischbeständen, Ausbildung von wissenschaftlichem Nachwuchs oder öffentliches Verständnis der Disziplin leisten.