Abb. 1: Schematische Strömungsverteilung in den obersten Tausend Metern des Südindischen Ozeans. Die Zahlen geben die Transporte in Sv an (1 Sv = 1 Million Kubikmeter pro Sekunde).

01.01.2012

Die subtropische Zirkulation im Indischen Ozean

Erste Untersuchungen in einem unbekannten Seegebiet

von Lothar Stramma, GEOMAR

Im südlichen Teil des subtropischen Indischen Ozeans wurden bisher nur wenige hydrographische Messungen durchgeführt. Entsprechend vage war das Bild der dort herrschenden Ozeanzirkulation. In einer Zusammenfügung der existierenden Daten verschiedener hydrographischer Messkampagnen der letzten Jahre wurden Verlauf und Massentransporte der Meeresströmungen in den obersten Tausend Metern der Wassersäule untersucht, um ein besseres Bild der großräumigen Meeresströmungen zu erhalten.

In einer Zusammenarbeit von Wissenschaftlern des GEOMAR mit Kollegen der Universität Kapstadt in Südafrika wurden umfangreiche Daten aus neueren Schiffschnitten verwendet, um zu zeigen, dass vor Südafrika ein stark gebündelter subtropischer Wirbel verläuft, der sich in verschiedene Strombahnen im Südindischen Ozean aufteilt (Abb. 1).

Die Messdaten ermöglichten, das Bild des Zirkulationsmusters dieses Wirbels entscheidend zu verbessern und zu zeigen, dass der Subtropische Wirbel vom Antarktischen Zirkumpolarstrom getrennt verläuft.

Da Schiffe an der Meeresoberfläche Strömungen und Strömungsmustern begegnen, die ihren Ursprung in den Tiefen des Meeres haben, können Wind- und Strömungsrichtung stark voneinander abweichen. Zum Beispiel für Hochseeyachten bedeutet dies, dass eine genaue Routenplanung erforderlich ist, um die jeweils günstigsten Bedingungen auszunutzen.

 

Weiterführende Fachliteratur:

Stramma, L. and J.R.E. Lutjeharms 1997: The flow field of the subtropical
gyre of the South Indian Ocean. Journal of Geophysical Research, 102, 5513-5530.