Naturwissenschaften können auch in den Sommerferien Spaß machen. Jana Sleeboom (16) und Nikolaus Ehbrecht (15) nehmen während der Sommerschule "Meeresforschung verstehen und weitersagen" Planktonproben aus der Kieler Förde. Foto: J. Steffen, IFM-GEOMAR

Naturwissenschaften können auch in den Sommerferien Spaß machen. Jana Sleeboom (16) und Nikolaus Ehbrecht (15) nehmen während der Sommerschule "Meeresforschung verstehen und weitersagen" Planktonproben aus der Kieler Förde. Foto: J. Steffen, IFM-GEOMAR

07.07.2011

Tsunamis in der Sandburg

Ferienkurs für Schüler: „Meeresforschung verstehen und weitersagen“

07.07.2011/St. Peter-Ording, Kiel. Für die meisten Schüler sind jetzt Sommerferien: Zeit zum Entspannen und um am Strand in der Sonne zu liegen. Aber einige Jugendliche scheinen statt dessen lieber jeden Morgen früh aufzustehen, sich naturwissenschaftliche Vorträge anzuhören und sich mit Experimenten zu „Subduktions- und Sauerstoffminimumzonen im Ozean“ zu befassen. Es sind die Teilnehmer des Ferienkurses „Meeresforschung verstehen und weitersagen“, den das Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) zusammen mit der Juniorakademie St. Peter Ording veranstaltet.

Zwei Wochen lang lernen die 12 Schülerinnen und Schüler aus ganz Schleswig-Holstein und aus Hamburg unter Leitung von Dr. Sally Soria-Dengg vom IFM-GEOMAR auf dem Nordsee Campus in St. Peter-Ording den wissenschaftlichen Hintergrund zweier Großprojekte der Kieler Meeresforschung kennen. Zu Veranschaulichung führen die 8. bis 10.-Klässler dabei auch eigene Experimente durch. Und so trifft man am Strand von St. Peter-Ording auf Jugendliche, die im Sand buddeln um von Hangrutschungen verursachte Tsunamis nachzubilden. „Unsere simulierten Flutwellen sind schön!“, sagt Jana (16) aus dem Johann-Rist-Gymnasium in Wedel und grinst. „Dabei kommt keiner zu Schaden außer unserem kleinen Lego-Menschen in unserem simulierten Dorf an der simulierten Küste.“ Für einen Tag kamen die Schüler außerdem nach Kiel ans IFM-GEOMAR, um mit der Forschungsbarkasse POLARFUCHS Proben aus der Kieler Förde zu nehmen.

Begleitet werden diese Versuche von Kamerateams der Schüler, die das Geschehen dokumentieren. Im zweiten Teil des Kurses wird das so erworbene Wissen nämlich in Form unterhaltsamer Kurzvideos an die Mitschüler weitergegeben. Hierfür bekommen die Teilnehmer die Grundkenntnisse des Videodrehs vermittelt, von der Planung und dem Schreiben eines Exposés bis hin zu Aufnahmetechnik und Filmschnitt. 

„Ich habe mich für diesen Kurs angemeldet, weil mich das Filme-Drehen interessiert und auch weil ich mehr über Hangrutschungen erfahren will“, erklärt Jana. Und Nikolaus (15) vom Emil-von-Behring-Gymnasium in Großhansdorf fügt hinzu: „Ich finde die Experimente sehr gut, weil wir solche Experimente in der Schule nicht machen.“ 

Insgesamt acht solcher Kurse mit je 12 Schülerinnen und Schülern werden von den Deutschen JuniorAkademien und verschiedenen Kooperationspartnern wie dem IFM-GEOMAR bei der JuniorAkademie 2011 in St. Peter-Ording durchgeführt und bieten mit Themen von „Energieversorgung in Gegenwart und Zukunft“ bis „Politik, Ökonomie und Ökologie“ ein breites Spektrum zur Förderung besonders leistungsfähiger, interessierter und motivierter Schüler. 

Und während die offensichtlich enorm motivierten Schüler an der Nordsee Hangrutschungen und Flutwellen nachbilden oder auf der Kieler Förde Sauerstoffgehalte messen, sind sie sich einig: „Irgendwie macht Lernen so Spaß, und man verbringt die Sommerferien trotzdem am Strand!“

Ansprechpartner:
Jan Steffen (Kommunikation & Medien), Tel. 0431/600-2811, jsteffen(at)geomar.de