Dynamik des Ozeanbodens

Dionysus

Die Ionische See und die darunterliegende Lithosphäre sind bis heute ein wenig untersuchtes Gebiet im Mittelmeer. Für eine verbesserte Kenntnis der Plattengeometrie wurden im Rahmen der Meteor Ausfahrt M111 seismische Daten süd- und südöstlich von Sizilien und Kalabrien akquiriert. M111 formt das Kernstück eines amphibischen Experimentes mit Transekten, die vom Ionischen Tiefseebecken bis auf Sizilien führen. Insgesamt 153 OBS/OBH Einsätze mit französischen und deutschen Geräten wurden erfolgreich durchgeführt und durch zwölf Landstationen auf Sizilien ergänzt, um die Luftpulser-Schüsse zu registrierten.

Im Rahmen dieser küstenübergreifenden Studien soll die tiefe Geometrie und Architektur der kalabrischen Subduktionszone und Lithosphäre unterhalb der Ionischen See abgebildet werden und der Aufbau der Ionischen Kruste untersucht werden, um zwischen Charakteristika ozeanischer und ausgedünnter kontinentaler Kruste differenzieren zu können. Die Modellierung der Daten soll u.a. Hinweise auf die Lokation des Ozean-Kontinentübergangs liefern, sowie Einblicke in die Subduktionsprozesse und Neotektonik der kalabrischen Subduktionszone bieten und damit einen Beitrag zu regionalen Gefährdungsstudien in der Region Kalabrien/Sizilien leisten, insbesondere im Bereich aktiver Störungs- und Entkopplungszonen.