Meeresbodentopographie des Charles Darwin Vulkanfeldes nahe der Kapverdischen Inseln. Quelle: IFM-GEOMAR.

Meeresbodentopographie des Charles Darwin Vulkanfeldes nahe der Kapverdischen Inseln. Quelle: IFM-GEOMAR.

21.12.2009

Die Geburt einer Insel

Kieler Meersforscher untersuchen Unterwasservulkane im tropischen Atlantik

21.12.2009/Kiel. Der sprichwörtliche Tanz auf dem Vulkan ist für die Bevölkerung der Inselrepublik Kap Verde normal. Denn die Inseln vor der westafrikanischen Küste bestehen ausschließlich aus ehemaligen oder noch aktiven Vulkanen. Auch unter Wasser brodelt und bebt es regelmäßig, neue Vulkankegel wachsen vor der kapverdischen Küste Richtung Wasseroberfläche. Diesen Prozess und seine Auswirkungen auf die marine Ökologie der Region genauer zu untersuchen, ist Ziel einer Expedition des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) mit dem deutschen Forschungsschiff METEOR, die am 29. Dezember im Hafen von Dakar (Senegal) startet.

Eines der Hauptarbeitsgebiete der Kieler Geologen und Vulkanologen wird das erst 2005 entdeckte „Charles Darwin Vulkanfeld“ sein. Es liegt in etwa 4000 Meter Wassertiefe südlich der Kapverdischen Insel Santo Antao. Das Feld besteht aus mehreren Vulkankegeln, die wahrscheinlich zu einer neuen Kapverden-Insel zusammenwachsen werden. „Wir haben dort die seltene Chance, die Geburt einer Insel zu untersuchen“, erklärt der wissenschaftliche Fahrtleiter, Dr. Thor Hansteen vom IFM-GEOMAR. Um diesen Vorgang besser zu verstehen, wollen die Wissenschaftler erstmals gezielt Gesteinsproben am „Charles Darwin Vulkanfeld“ bergen. Möglich wird dies durch den Einsatz des kabelgelenkten Tiefseeroboters KIEL 6000, der mit seinen Videokameras und präzisen Greifer wie ein verlängerter Arm der Wissenschaftler am Meeresboden funktioniert.

Während der Forschungsreise werden die Kieler Wissenschaftler aber auch noch weitere Unterwasservulkane geologisch und biologisch untersuchen. Abseits der eigentlichen Vulkane sollen zudem Proben von Tiefsee-Sedimenten geborgen werden. Denn bei großen Vulkanausbrüchen breiten sich die Aschewolken in der Hochatmosphäre kilometerweit aus, regnen weit entfernt wieder hinunter aufs Meer und lagern sich schließlich am Meeresboden ab. „Anhand der Aschelagen können wir eine Geschichte des Vulkanismus in der Region bis etwa 100000 Jahre vor heute rekonstruieren“, erklärt Dr. Hansteen.

Expedition auf einen Blick:


METEOR-Expedition M80/3 (http://www.ifm-geomar.de/index.php?id=5630)
Forschungsthema: Unterwasservulkanismus in der Region der Kapverdischen Inseln
Wissenschaftlicher Fahrtleiter: Dr.Thor Hansteen (IFM-GEOMAR)
Start: 29.12.2009, Dakar (Senegal)
Ende: 01.02.2010, Las Palmas (Gran Canaria, Spanien)


Ansprechpartner:

Dr. Andreas Villwock
Kommunikation & Medien
Tel: 0431-600-2802
avillwock@geomar.de

Dateien:
pm_2009_64_M80-3.pdf156 K