Gasblasen im Meerwasser, wie sie ein Multibeam-Echolot darstellen kann. In dieser Woche trafen sich Hydroakustik-Experten in Kiel, um Erfahrungen mit derartigen Methoden zur Gasblasenmessung auszutauschen. Bild: J. Greinert.

Gasblasen im Meerwasser, wie sie ein Multibeam-Echolot darstellen kann. In dieser Woche trafen sich Hydroakustik-Experten in Kiel, um Erfahrungen mit derartigen Methoden zur Gasblasenmessung auszutauschen. Bild: J. Greinert.

Die Teilnehmer des Gasblasen-Workshops am GEOMAR. Foto: J. Steffen, GEOMAR

Die Teilnehmer des Gasblasen-Workshops am GEOMAR. Foto: J. Steffen, GEOMAR

10.01.2013

Erfahrungsaustausch zur Blasenmessung

Internationale Hydroakustik-Experten trafen sich am GEOMAR

10.01.2013/Kiel. Wenn Wissenschaftler die weitere Entwicklung des aktuellen Klimawandels abschätzen wollen, richten sie ihren Blick immer wieder auf die Arktis. Einerseits sind die Folgen der globalen Erwärmung dort bisher am deutlichsten zu beobachten. Andererseits sind in den Permafrostböden unter den arktischen Schelfmeeren und auf dem angrenzenden Festland noch riesige Mengen an Methan gebunden. Dieses Methan könnte möglicherweise in die Atmosphäre gelangen, wenn die bisher gefrorenen Böden auftauen sollten. Da Methan ein deutlich stärkeres Klimagas als Kohlendioxid ist, würde dieser Prozess die Erderwärmung noch weiter beschleunigen. In dem COST-Projekt „PERGAMON“ wollen europäische Wissenschaftler zusammen mit Kollegen aus Russland, den USA, Kanada und weiteren Partnerländern deshalb das bisherige Wissen über Methanaustritte in der Arktis bündeln und gemeinsame Methoden zur Langzeit-Beobachtung dieses Phänomens entwickeln. Im Rahmen dieses Projektes trafen sich diese Woche 20 Expertinnen und Experten aus der Schweiz, den USA, aus Chile, Israel und Deutschland am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Sie tauschten Erfahrungen mit hydroakustischen Methoden zur Messung von Gasblasen im Wasser aus.

Mit Hilfe solcher Methoden können Forscher Methanaustritte am Meeresboden nicht nur entdecken und beobachten. Sie können auch bestimmen, wie viel Gas genau aus dem Meeresboden austritt und wie viel davon bis zur Wasseroberfläche gelangt beziehungsweise wie viel im Wasser bereits gelöst und oxidiert wird. „Da die Teilnehmer nicht nur aus der Meeresforschung kamen, sondern auch Kollegen dabei waren, die beispielsweise in Binnengewässern ähnliche Verfahren mit ganz anderen Zielsetzungen anwenden, haben wir alle neue Ansätze kennen gelernt. Langfristig hilft so ein Erfahrungsaustausch, die Methoden zu verfeinern und die Beobachtung von Methanaustritten zu verbessern“, fasste Professor Dr. Jens Greinert vom GEOMAR am Ende des Workshops zusammen.
Das Projekt PERGAMON ist Teil der European Cooperation in Science and Technology (COST).