Eine Anemonenfisch (Amphiprion sandaracinos) vor den Küsten der indonesischen Provinz Aceh. Foto: Ramadian Bachtiar

Eine Anemonenfisch (Amphiprion sandaracinos) vor den Küsten der indonesischen Provinz Aceh. Foto: Ramadian Bachtiar

11.12.2009

Faszinierende Unterwasserwelten Indonesiens

Fotoausstellung am IFM-GEOMAR eröffnet

11.12.2009/Kiel. Auf den ersten Blick zeigt Ramadian Bachtiar uns ein Paradies: Der indonesische Meeresbiologe und Fotograf hat in den Küstengewässern seiner Heimat eindrückliche und farbenfrohe Bilder von gelben, blauen, silbrigen oder roten Fischen vor ebenso bunten Korallenriffen in einem intensiv-blauen Meer abgelichtet. Doch wer Bachtiars Bilder genauer studiert erkennt: Das Paradies ist bedroht. Denn das eigentliche Thema seiner

Fotoausstellung „Voices from the Sea“

sind die Folgen von Überfischung, Massentourismus und Klimawandel für die indonesischen Meere. Gleichzeitig will Bachtiar auch zeigen, dass die Menschen diesen Phänomenen nicht hilflos gegenüber stehen. Deshalb dokumentieren seine Fotos lokale Initiativen, die versuchen, mit neuen Methoden schon abgestorbene Korallenriffe wieder zu beleben und noch intakte Ökosysteme zu schützen. Ursprünglich wollte Ramadian Bachtiar, dessen Bilder unter anderem schon in den Magazinen der National Geographic Society zu sehen waren, mit der Ausstellung bei seinen eigenen Landsleuten um mehr Verständnis für die fragilen Ökosysteme unter Wasser werben. Als Teilnehmer des Forschungs- und Studienprojektes GAME des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) kam er nun ins winterlich-graue Norddeutschland. Seine Ausstellung brachte er mit. Sie ist ab sofort im Foyer des IFM-GEOMAR, Wischhofstraße 1-3, am Kieler Seefischmarkt zu sehen und sorgt dort für tropische Farbigkeit, gibt aber auch wichtige Denkanstöße.

Die Ausstellung ist noch bis zum 23. Dezember 2009 und wieder vom 4. bis 22. Januar 2010 jeweils von Montag bis Donnerstag, 8 bis 16 Uhr, sowie freitags 8 bis 14 Uhr im Foyer des IFM-GEOMAR, Gebäude Ostufer, Wischhhofstraße 1-3, zu besichtigen. Der Eintritt ist frei, Anmeldungen sind nicht notwendig!

Hintergrundinformationen:
Ramadian Bachtiar: geboren am 22. Juli 1980 in Jakarta, studierte 1998-2002 Marine Wissenschaften (Bachelor) an der Universität Bogor (Westjava, Indonesien). Nebenbei brachte er sich selbst das Fotografieren bei, bis er im Jahr 2000 einen Fotokurs der Galeri Foto Jurnalistik Antara besuchte. Sein Hauptthema fand Ramadian Bachtiar dank seines wissenschaftlichen Hintergrundes: Die Unterwasserwelten Indonesiens. Seit 2001 wurden seine Bilder bereits in der indonesischen Ausgabe der Zeitschrift National Geographic, im „National Geographic Traveler magazine“, und zahlreichen indonesischen Zeitungen und Zeitschriften abgedruckt. Nachdem Ramadian Bachtiar zwischenzeitlich als professioneller Fotograf gearbeitet hat, schloss er 2008 auch den Master in seinem Studienfach ab. In Vorbereitung auf eine Doktorarbeit nimmt er 2009-2010 am internationalen Studien- und Austauschprogramm GAME des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) teil.

GAME: Das internationale Forschungs- und Trainingsprogramm GAME (Globaler Ansatz durch modulare Experimente), geleitet und koordiniert vom IFM-GEOMAR, basiert auf einem weltumspannenden Netz von über 25 renommierten Meeresforschungseinrichtungen. In jedem Jahr nehmen bis zu 20 deutsche und ausländische Studierende an GAME teil. Sie bilden internationale Zweier-Teams – jeweils ein/e ausländische/r Student/in und ein/e deutsche/r Student/in – und untersuchen parallel an verschiedenen Standorten rund um den Globus ökologische Fragestellungen. Thematisch geht es stets um die Auswirkungen des globalen Wandels auf Küstengewässer. Der Vergleich der Ergebnisse über Ökosysteme und Klimazonen hinweg erlaubt es, universelle Muster zu erkennen und zu beschreiben. Ein solcher Ansatz ist in der Meeresforschung einmalig. Zudem fördert und vernetzt GAME Nachwuchswissenschaftler und schafft somit die Voraussetzungen für die Forschung von Morgen.

Ansprechpartner:
Jan Steffen (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit), Tel. 0431 – 600 2811, jsteffen@geomar.de