Teilnehmer der Gründungsversammlung des Women`s Executive Boards. 1. Reihe: Prof. Dr. K. Matthes, 4. von links. Foto: A. Villwock, GEOMAR.

27.05.2013

Frauen in Führungspositionen

Women`s Executive Board am GEOMAR gegründet

27.05.2013/Kiel. Nicht nur in der Wirtschaft, auch in der Wissenschaft finden sich immer noch zu wenig Frauen in Führungspositionen. Am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel haben sich jetzt alle weiblichen Führungskräfte mit Personalverantwortung in dem neu gegründeten Women’s Executive Board (WEB) zusammengeschlossen. Ziel des GEOMAR WEB ist es beispielsweise, talentierte Nachwuchswissenschaftlerinnen bei der Karriereplanung zu unterstützen, die Sichtbarkeit von Frauen zu erhöhen und bei Stellenbesetzungs-, Berufungs- und Entfristungsverfahren mitzuwirken. Frau Prof. Dr. Katja Matthes wurde zur Vorsitzenden des GEOMAR WEB gewählt.

Bis zur Promotion ist das Geschlechterverhältnis ausgeglichen, der Frauenanteil unter den Studierenden im Bereich der Meereswissenschaften liegt in manchen Bereichen sogar leicht über 50 %. Doch wenig später schrumpft der Anteil von Frauen erheblich, weswegen jetzt das sogenannte Kaskadenmodell nicht nur in den Großforschungseinrichtungen eingeführt werden soll. Der Verlust von Frauen an den Übergängen von einer zur nächsten Karrierestufe soll durch die Erfüllung von Zielquoten verhindert werden. Die Gründe für den Weggang hochqualifizierter Frauen aus der Wissenschaft sind vielfältig und reichen von mangelnder Unterstützung über fehlende Netzwerke bis hin zu schlechter Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

„Wir wollen mit einem Bündel von konkreten Maßnahmen ansetzen, um die am GEOMAR bereits existierenden Gleichstellungsstandards in der Praxis umzusetzen“, sagt Professorin Katja Matthes. „Neben Mentoringangeboten, die schon auf der Doktorandenebene beginnen sollen, wollen wir eine Seminarserie mit exzellenten weiblichen Führungskräften aus der Wissenschaft als „role-models“ am GEOMAR etablieren“, so Matthes weiter. Solche Veranstaltungen, die natürlich nicht nur exklusiv für Frauen gedacht sind, könne man aber noch durch frauenspezifische Angebote, zum Beispiel zur Netzwerkbildung erweitern.

Unterstützt wird Katja Matthes von einem siebenköpfigen Vorstand, dem weibliche Führungskräfte aus nahezu allen Bereichen des GEOMARs angehören. Mitglieder im WEB sind alle Frauen mit Personalverantwortung, Gastrecht haben aber auch die Gleichstellungsbeauftrage des GEOMAR, Vertreter der Doktorandinnen und Postdoktorandinnen sowie Vertreterinnen der Christian-Albrechts Universität und des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“.

„Das GEOMAR möchte Frauen nachhaltig fördern und hat die theoretische Grundlage mit den forschungsorientierten Gleichstellungsstandards gelegt. Gemeinsam mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel gibt es bereits einige Angebote für Frauen in Kiel, die wir nun koordinieren und verstärkt nutzen wollen“, sagt Katja Matthes. „Wir wollen, dass sie auch zur gelebten Praxis werden. Die Berufung von einigen Professorinnen in der jüngsten Vergangenheit ist bereits ein Schritt vorwärts, aber es gibt noch viele weitere Ideen, um die Anzahl von Frauen in Führungspositionen nachhaltig zu erhöhen“, so Professorin Matthes im Ausblick.

Links:

www.geomar.de/zentrum/gleichstellung/ Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards

www.helmholtz.de/jobs_karriere/chancengleichheit/ Informationen zur Chancengleichheit der Helmholtz-Gemeinschaft

Kontakt:

Prof. Dr. Katja Matthes, kmatthes(at)geomar.de

Dr. Andreas Villwock (Kommunikation & Medien), Tel. 0431 600-2802, avillwock(at)geomar.de