Seine Exzellenz Pedro Verona Rodrigues Pires, Präsident der Republik of Kap Verde, und Prof. Dr. Peter Herzig, Direktor des IFM-GEOMAR, vor dem Tauchboot JAGO. Foto: Jan Steffen

Seine Exzellenz Pedro Verona Rodrigues Pires, Präsident der Republik of Kap Verde, und Prof. Dr. Peter Herzig, Direktor des IFM-GEOMAR, vor dem Tauchboot JAGO. Foto: Jan Steffen

IFM-GEOMAR-Direktor Prof. Dr. Peter Herzig (rechts) nimmt den "Vulkan-Orden" vom Präsidenten der Republik Kap Verde, Seine Exzellenz Pedro Verona Rodrigues Pires (links), entgegen. Foto: Jan Steffen

IFM-GEOMAR-Direktor Prof. Dr. Peter Herzig (rechts) nimmt den "Vulkan-Orden" vom Präsidenten der Republik Kap Verde, Seine Exzellenz Pedro Verona Rodrigues Pires (links), entgegen. Foto: Jan Steffen

Der "Vulkan-Orden". Foto: Maike Nicolai

Der "Vulkan-Orden". Foto: Maike Nicolai

16.10.2009

Hoher Besuch am IFM-GEOMAR

Der Präsident der Republik Kap Verde verleiht dem Leibniz-Institut für Meereswissenschaften den „Vulkan-Orden“

16.10.2009/Kiel. Erstmals besucht ein Präsident der Republik Kap Verde offiziell Deutschland.  Nach der obligatorischen Begrüßung durch den Bundespräsidenten in Berlin gehörte auch eine Visite am Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften IFM-GEOMAR zum Programm. Heute (16.10.) informierte sich Seine Exzellenz Pedro Verona Rodrigues Pires in Kiel über die Aktivitäten des Instituts im östlichen subtropischen Atlantik. Die Kapverdischen Inseln sind für die Kieler Meeresforscher schon seit Jahren eine wichtige Operationsbasis. Als Anerkennung für die gute Zusammenarbeit verlieh Staatspräsident Pires dem Institut den „Vulkan-Orden“. Es handelt sich um die höchste Auszeichnung des westafrikanischen Inselstaats. 
„Ich empfinde diese Auszeichnung als große Ehre für alle Mitarbeiter“, betont Professor Herzig, Direktor des IFM-GEOMAR, „sie zeigt auch, welch hohen Stellenwert die Kooperation für beide Seiten hat.“ Die Region des östlichen tropischen und subtropischen Atlantiks im Bereich der kapverdischen Inseln gilt als eine der Schlüsselregionen in Hinblick auf die Wirkungen globaler Umweltveränderungen. Sie ist deshalb für zahlreiche Forschungsaktivitäten des IFM-GEOMAR von besonderer Bedeutung. So können Wissenschaftler dort Änderungen der Ozeanzirkulation oder der Sauerstoffversorgung in den ohnehin sauerstoffarmen Gebieten beobachten. Andererseits haben die riesigen Staubeinträge aus der Sahara mit ihrem Düngungseffekt eine hohe Bedeutung für marine Mikroorganismen und die Fixierung von CO2 im Ozean. „Trotz der wissenschaftlichen Bedeutung der Region wurden dort schon aus logistischen Gründen bisher nur wenige Messungen durchgeführt“, erklärt Douglas Wallace, Professor für Meereschemie am IFM-GEOMAR und Leiter des Sonderforschungsbereichs „Klima - Biogeochemische Wechselwirkungen im tropischen Ozean“, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird. 
Die komplexen wissenschaftlichen Fragestellungen erfordern ein regionales Engagement über lange Zeiträume. Mit dem Instituto Nacional de Desenvolvimento das Pescas (INDP) in Mindelo hat das IFM-GEOMAR dafür einen verlässlichen Partner vor Ort gefunden. „Wir haben bereits im vergangenen Jahr ein Kooperationsabkommen mit dem INDP geschlossen und unterstützen die Meeresforschung der Kapverden insbesondere in den Bereichen Ausbildung und Infrastruktur“, erläutert Prof. Herzig. „Der Besuch von Staatspräsident Pires und die erhaltene Auszeichnung bestärken uns in der Hoffnung, dass wir die Zusammenarbeit weiter intensivieren können“. Um die Kapverden als Operationsbasis langfristig noch interessanter zu machen, sei allerdings ein Ausbau der Infrastruktur notwendig, so Professor Herzig weiter. „Ich bin optimistisch, dass wir zusammen Möglichkeiten finden, um hier voranzukommen“. 

Als Beispiele für bereits existierende Forschungsprojekte sind neben dem schon genannten Sonderforschungsbereich das EU-Projekt TENATSO  (www.tenatso.com, das Netzwerkprojekt OCEANET (Autonome Messplattformen zur Bestimmung des Stoff- und Energieaustausches zwischen Ozean und Atmosphäre) der Leibniz-Gemeinschaft und das BMBF-Projekt SOPRAN  (http://sopran.pangaea.de/) zu nennen. 

Ansprechpartner:
Jan Steffen (Öffentlichkeitsarbeit): 0431-600-2811, jsteffen@geomar.de