Prof. Dr. Ralph Keeling. Foto: K. Machill, IFM-GEOMAR.

Prof. Dr. Ralph Keeling. Foto: K. Machill, IFM-GEOMAR.

03.04.2009

Humboldt Preis für Ralph Keeling

Hohe Auszeichnung für Kieler Gastwissenschaftler

03.04.2009, Kiel – Prof. Dr. Ralph Keeling vom Scripps Institution of Oceanography in San Diego, USA, der gegenwärtig einen einjährigen Forschungsaufenthalt am Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften verbringt, ist mit dem Humboldt Forschungspreis ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 60.000 Euro dotiert.

Ralph Keeling (51) ist einer der weltweit führenden Experten, wenn es um Fragen der Zusammensetzung unserer Atmosphäre, insbesondere des Sauerstoffes geht. Nachdem sich Keeling bisher überwiegend mit atmosphärischen Prozessen beschäftigt hat, reizte ihn die Herausforderung, sich einmal dem Sauerstoff im Ozean zuzuwenden. Auf diesem Gebiet ist Kiel mit seinen Forschungsschwerpunkten im Rahmen des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“ und des Sonderforschungsbereichs 754 „Klima - Biogeochemische Wechselwirkungen im tropischen Ozean“ ein international führender Standort. Deshalb hat Prof Keeling die Einladung, ein Jahr lang am Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) zu forschen, gerne angenommen. „Das der Sauerstoff in der Luft abnimmt, messe ich schon seit 20 Jahren“, so Keeling. „Dasselbe passiert auch im Ozean. Nur ist Sauerstoff dort viel schwieriger zu messen, weil er nicht gleichmäßig verteilt ist. Meine Kieler Kollegen sind mit ihren Arbeiten der sogenannten ‚Sauerstoffminimumzonen’ führend. In der stimulierenden Atmosphäre am IFM-GEOMAR kann ich viel dazulernen und meine Erfahrungen nützlich einbringen“, resümiert Prof. Keeling. Über die Auszeichnung mit dem Humboldt Preis freue er sich außerordentlich. Dies sei eine ganz besondere Ehre, so Keeling.

„Wir haben uns schon sehr gefreut, dass wir Ralph Keeling für sein Sabbatical nach Kiel holen konnten“, so Prof. Martin Visbeck, Sprecher des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“. „Der Humboldtpreis ist da noch so etwas wie das Sahnehäubchen“, ergänzt Prof. Douglas Wallace, Sprecher des Sonderforschungsbereichs 754 „Klima - Biogeochemische Wechselwirkungen im tropischen Ozean“.

Hintergrundinformation:

Humboldt-Forschungspreis

Mit dem Preis werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihr bisheriges Gesamtschaffen ausgezeichnet, deren grundlegende Entdeckungen, Erkenntnisse oder neue Theorien das eigene Fachgebiet nachhaltig geprägt haben und von denen auch in der Zukunft weitere Spitzenleistungen erwartet werden können.

Nominiert werden können herausragende ausländische Wissenschaftler, die sich auf dem Höhepunkt ihrer wissenschaftlichen Karriere befinden und in führender Position, etwa als Full Professor oder als Institutsdirektor, tätig sind.

Die Preisträger sind eingeladen, selbst gewählte Forschungsvorhaben in Deutschland in Kooperation mit Fachkollegen für einen Zeitraum von bis zu einem Jahr durchzuführen. Der Aufenthalt kann zeitlich aufgeteilt werden.

Die Humboldt-Stiftung vergibt jährlich bis zu 100 Humboldt-Forschungspreise.

Die Nominierung erfolgt durch Wissenschaftler in Deutschland. Eine Eigenbewerbung ist nicht möglich. Der Preis ist mit 60.000 Euro dotiert.

Ansprechpartner:
Dr. Andreas Villwock (Öffentlichkeitsarbeit), Tel. 0431 / 600 2802, avillwock@geomar.de

Dateien:
pm_2009_16_keeling-humboldt.pdf157 K