Alkor auf der Ostsee. Foto. M. Petrikowski.

Alkor auf der Ostsee. Foto. M. Petrikowski.

29.08.2017

Jubiläumsfahrt im Dienst der Ausbildung

Studierende lernen während der 500. Expedition des Forschungsschiffs ALKOR praktische Ozeanographie

29.08.2017/Kiel. Die Wetterverhältnisse wissenschaftlich genau beobachten, Wasserproben nehmen und auswerten, eine Verankerung bergen und wieder ausbringen – morgen beginnt in Kiel die 500. Expedition des Forschungsschiffs ALKOR. Auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wartet ein umfangreiches Programm und für die meisten ist es der erste Forschungseinsatz auf See: Es handelt sich ein Praktikum für Studierende des Bachelor-Studiengangs „Physik des Erdsystems“, den die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel mit Unterstützung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel anbietet. „Wer später auf See forschen möchte, sollte möglichst früh die Arbeits- und Lebensbedingungen auf einem Schiff kennenlernen. Die Praktikumsfahrten ermöglichen es, alle Phasen der beobachtenden Ozeanographie zu vermitteln: vom Entwurf eines Experiments über die Durchführung bis zur Analyse der Daten“, sagt Dr. Johannes Karstensen, Ozeanograph am GEOMAR und Leiter der Fahrt. „Die uns zur Verfügung stehenden Schiffe, allen voran die ALKOR, und die Ostsee vor der Haustür sind die idealen Voraussetzungen zum Erlernen von spannender Forschung. Wir organisieren diese Praktikumsfahrten deshalb schon seit mehr als 20 Jahren. Insbesondere meine internationalen Kollegen beneiden uns um diese tolle Möglichkeit“, erläutert er weiter.

Die Studierenden haben sich mit einer Vorlesung und einem Seminar intensiv auf die Fahrt vorbereitet. „ Alle haben Aufgaben zugeteilt bekommen, die sie an Bord meist in Zweierteams bearbeiten werden“, erklärt Karstensen, „dabei müssen sie die Arbeitsschritte auch eng mit der Crew der ALKOR abstimmen und mit ihr zusammenarbeiten – so wie bei jeder Schiffsexpedition“. Am Ende werden die Nachwuchswissenschaftler auch einen Teil zum offiziellen Fahrtbericht beisteuern – „sonst gibt es keine Note, denn auch Berichte sind Teil der Wissenschaft“, sagt Dr. Karstensen.

Die Studierenden lernen jedoch nicht nur den praktischen Teil ihres Fachs kennen. Sie können auch testen, ob der eingeschlagene Weg für sie der richtige ist. „Es gab schon Studierende, die bei der ersten Ausfahrt so seekrank wurden, dass sie sich dann lieber der Theorie und Modellierung zuwendeten. Das passiert aber selten und die meisten haben viel Spaß auf See und genießen die Zeit an Bord“, erzählt der erfahrene Ozeanograph.

Die Ausbildungs-Expedition AL500 führt mit einer Zwischenstation in Warnemünde in die westliche Ostsee und endet am 2. September wieder in Kiel.

Kontakt: 

Jan Steffen (Kommunikation & Medien), Tel.: 0431-600-2802, presse(at)geomar.de