Der Schwarze Raucher "One Boat" im Hydrothermalfeld "Turtle Pits" am Mittelatlantischen Rücken. Foto: ROV-Team, GEOMAR

Ein Schwarzer Raucher am Mittelatlantischer Rücken, Untersuchungsgebiet "Red Lion, Comfortless Cove". Foto: ROV-Team, GEOMAR

Prof. Dr. Mark Hannington mit einer Erzprobe vom Meeresboden während einer Expedition im Westpazifik. Der kanadische Geologe beschäftigt sich mit der Frage, ob unterseeische Erzlagerstätten die Rohstoffe der Zukunft liefern können. Foto: privat

Prof. Dr. Mark Hannington mit einer Erzprobe vom Meeresboden während einer Expedition im Westpazifik. Der kanadische Geologe beschäftigt sich mit der Frage, ob unterseeische Erzlagerstätten die Rohstoffe der Zukunft liefern können. Foto: privat

23.11.2011

Liegt die Zukunft des Bergbaus in der Tiefsee?

Öffentlicher Abendvortrag des Geologen Professor Mark Hannington von der University of Ottawa, Canada

23.11.2011/Kiel. Die Weltbevölkerung wächst rapide und damit der Bedarf an Rohstoffen. Kann untermeerischer Bergbau dieses Problem langfristig lösen? Mit dieser Frage setzt sich der Geologe Prof. Dr. Mark Hannington von der University of Ottawa in einem öffentlichen Vortrag am 30.11.2011 in der Kieler Kunsthalle auseinander. Professor Hannington ist derzeit Gast am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR). Unterstützt wird sein Aufenthalt von der Prof. Dr. Werner Petersen-Stiftung.

Die Ozeane bergen einen Schatz an wertvollen Rohstoffen. Während Öl und Gas schon seit Jahren aus dem Meer gewonnen werden, gibt es nun immer mehr Bestrebungen auch den Erzbergbau in die Tiefsee auszuweiten. Im Fokus stehen dabei Erze, die an Hydrothermalquellen, den sogenannten „Schwarzen Rauchern“, entstehen. Diese Schlote bilden sich an tektonischen Plattengrenzen, wenn Meerwasser entlang von Spalten mehrere Kilometer tief in den Meeresboden eindringt. Dort wird es erhitzt und steigt wieder auf. Auf dem Weg werden Metalle aus dem umliegenden Gestein gewaschen, die rund um die Austrittsstelle abgelagert werden. Die sich ablagernden Metalle stellen für viele Forscher die Zukunft der Bergbauindustrie dar, da sie in den marinen Vorkommen eine Möglichkeit sehen, den weltweit wachsenden Rohstoffbedarf der Menschheit zu decken. In Papua Neuguinea soll der Abbau wertvoller Rohstoffe an ehemaligen Hydrothermalquellen bereits in naher Zukunft beginnen. Inwiefern ein Abbau helfen könnte, den Bedarf an Rohstoffen zukünftig tatsächlich zu decken, damit beschäftigt sich der Geologe Prof. Dr. Mark Hannington vom Institut für Geowissenschaften der University of Ottawa. 

Professor Hannington ist derzeit Gast am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel, mit dessen Wissenschaftlern er seit Jahren bei der Erforschung von „Schwarzen Rauchern“ kooperiert. Im Rahmen dieser Kooperation veröffentlichte Professor Hannington kürzlich gemeinsam mit dem Kieler Geologen Dr. Sven Petersen in der renommierten Fachzeitschrift GEOLOGY eine Studie zur Zukunft des unterseeischen Bergbaus auf solche Erze. Darin legen die Wissenschaftler nahe, Kosten und Gewinn genau zu hinterfragen, da die zu erwartenden Fördermengen eher gering seien und einen Bergbau an Land nicht ersetzen könnten. Die Erkenntnisse der Studie und ein allgemeiner Ausblick zur Zukunft des Tiefseebergbaus werden auch im Fokus eines öffentlichen Abendvortrags stehen, den Professor  Hannington im Rahmen seines von der Prof. Dr. Werner Petersen-Stiftung geförderten Aufenthalts am IFM-GEOMAR hält.

Titel des Vortrags: ”Metals in the oceans: A view of seafloor mining“ 
(„Metalle in den Ozeanen: Ausblicke auf den Tiefseebergbau“)

Ort: Kunsthalle zu Kiel, Düsternbrooker Weg 1, 24105 Kiel
Zeit: Mittwoch, 30. November 2011, 19 Uhr


Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.
Bitte beachten Sie, dass der Vortrag in englischer Sprache gehalten wird.
 

Hintergrundinformationen:

Prof. Dr. Mark Hannington hat an der Queens University und an der University of Toronto Geowissenschaften studiert. Nach seiner Doktorarbeit arbeitete Hannington zunächst 15 Jahre lang als Wissenschaftler beim Geological Survey of Canada, bevor er 2005 eine Professur an der University of Ottawa annahm. Von 2001 bis 2008 war der Geologe zusätzlich als Redakteur für das renommierte Fachmagazin „Economic Geology“ tätig. 2008 wurde ihm die Duncan Derry Medal der Geological Association Canada für herausragende Leistungen im Bereich der Lagerstättenkunde verliehen. 

Ansprechpartner:
Jan Steffen (Kommunikation & Medien), Tel. 0431/600-2811, jsteffen(at)geomar.de