IFM-GEOMAR Direktor Prof. Dr. Herzig erhält den Scheck von Ministerpräsidenten Harry Peter Carstensen. Foto: J.Steffen, IFM-GEOMAR

IFM-GEOMAR Direktor Prof. Dr. Herzig erhält den Scheck von Ministerpräsidenten Harry Peter Carstensen. Foto: J.Steffen, IFM-GEOMAR

FS Poseidon. Photo: Foto Flinte

FS Poseidon. Photo: Foto Flinte

03.09.2009

Modernisierung der IFM-GEOMAR-Forschungsflotte

Ministerpräsident Carstensen übergibt Förderbescheide in Höhe von 6 Mio. Euro an Kieler Meeresforscher

03.09.2009/Kiel. Das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) erhält knapp sechs Mio. Euro aus dem Konjunkturprogramm II für die Generalüberholung und Modernisierung des 33 Jahre alten Forschungsschiffs „POSEIDON“ und der vor 19 Jahren in Dienst gestellten „ALKOR“. Zusätzlich wird die wissenschaftliche Ausrüstung beider Schiffe modernisiert. Diese Investition ist wichtig und notwendig, denn nur mit einer modernen Flotte können die Meeresforscher auch in den nächsten Jahren dringende Fragen zur Zukunft der Meere beantworten. 

Moderne Forschungsschiffe sind eine notwendige Plattform für die erfolgreiche Erforschung der Weltozeane. Viele Untersuchungen können nur von Bord solcher Spezialschiffe aus durchgeführt werden. „Die Lebenserwartung von Forschungsschiffen liegt bei etwa 40 Jahren“, erläutert IFM-GEOMAR Direktor Prof. Dr. Peter Herzig. „Die POSEIDON ist nun schon mehr als 30 Jahre alt  und muss technisch noch einmal grundüberholt werden, um so lange zuverlässig und erfolgreich ihren Dienst für die Meeresforschung leisten zu können, bis es einen Nachfolgebau gibt“, so Herzig weiter. Auch das jüngste Schiff der IFM-GEOMAR-Flotte, die ALKOR, hat schon fast 19 Betriebsjahre hinter sich. Bei ihr sind ebenfalls umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen notwendig, damit der Schiffs-TÜV, der Germanische Lloyd, weiterhin den Betrieb genehmigt Die Liste der Maßnahmen, die nun mit Hilfe von fast sechs Mio. Euro aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung umgesetzt werden, ist lang. Sie reicht von Instandsetzungsarbeiten an der Hauptmaschine bis zum Einbau moderner Kommunikationseinrichtungen. 
„Die Meeresforschung ist in Schleswig-Holstein eine der wichtigsten und erfolgreichsten Forschungsrichtungen“, so Ministerpräsident Peter Harry Carstensen. Unter der Prämisse „Stärken stärken“ habe die Landesregierung deshalb schon in den vergangenen Jahren die Meereswissenschaften konsequent gefördert. Dazu zählte unter anderem auch die Beschaffung des ROV Kiel 6000, einer der weltweit modernsten ferngesteuerten Tiefseeroboter. „Den ROV können wir zwar nicht von unseren mittelgroßen Schiffen ALKOR und POSEIDON aus einsetzen, aber diese Schiffe sind unsere Arbeitspferde in Nord- und Ostsee sowie im Nordatlantik und im Mittelmeer“, erläutert Prof. Herzig weiter. Einsätze mit dem Tauchboot JAGO, dem autonomen Tiefseefahrzeug ABYSS oder den neu entwickelten Mesokosmen zeigten, wie universell ALKOR und POSEIDON einsetzbar sind, so Herzig weiter. Die insgesamt fast 1000 Einsatztage der vier am IFM-GEOMAR beheimateten Forschungsschiffe zeige, wie groß die Nachfrage nach Schiffszeit ist. Darüber hinaus habe das Institut im vergangenen Jahr fast ein Jahr Schiffszeit auf großen deutschen Forschungsschiffen genutzt.
„Nur mit modernen und leistungsfähigen Forschungsschiffen und Großgeräten kann man heute erfolgreich in der Weltliga der Meeresforschung mitspielen. Deshalb ist die konsequente Modernisierung und Erneuerung der deutschen Forschungsflotte auch in den kommenden Jahren besonders wichtig“, resümiert Prof. Herzig. „Dass ein Teil der beauftragten Arbeiten von schleswig-holsteinischen Werften übernommen wird, sichert zudem wichtige Arbeitplätze in der Region“, sagt Ministerpräsident Carstensen: „Hier zeigt sich ganz offensichtlich, wie Investitionen in die Forschung auch einen unmittelbaren Nutzen für die Wirtschaft haben. Darüber hinaus sind am IFM-GEOMAR in den vergangenen fünf Jahren fast 250 neue Arbeitsplätze für hochqualifizierte Mitarbeiter entstanden“. Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann, darin sind sich Herzig und Carstensen einig.

Hintergrundinformationen:
Die deutsche Meeresforschungsflotte besteht aus den großen Forschungsschiffen POLARSTERN, METEOR, MARIA S. MERIAN und SONNE, mittelgroßen Forschungsschiffen POSEIDON, ALKOR und HEINCKE sowie mehreren kleineren Einheiten. 

Technische Daten:
ALKOR: 
Baujahr 1990
BRT 999,08
Länge (m) 55,20
Breite (m) 12,50
Tiefgang (m) 4,16
Geschwindigkeit (kn) 12,5
Aktionsradius (sm) 7500
Besatzung 10
Wissenschaftler 12 

POSEIDON:
Baujahr 1976
BRT 1049
Länge (m) 60,80
Breite (m) 11,40
Tiefgang (m) 4,365
Geschwindigkeit (kn) 12,5
Aktionsradius (sm) 4000
Besatzung 16
Wissenschaftler 11

Ansprechpartner:
Dr. Andreas Villwock, Öffentlichkeitsarbeit, Tel: 0431-600 2802, avillwock@geomar.de