Die Teilnehmer des COST-Workshops am IFM-GEOMAR. Foto: J. Steffen, IFM-GEOMAR

Die Teilnehmer des COST-Workshops am IFM-GEOMAR. Foto: J. Steffen, IFM-GEOMAR

Der Kieler Workshop findet statt im Rahmen der COST-Action 735

Der Kieler Workshop findet statt im Rahmen der COST-Action 735

22.01.2009

ÜV-Abnahme für klimarelevante Daten aus dem Ozean

Internationales Expertenteam legt Qualitätsstandards fest

22.1.2009, Kiel - Die Wechselwirkungen zwischen Ozean und Atmosphäre sind komplex und für unser (zukünftiges) Klima von entscheidender Bedeutung. Die Meere nehmen beispielsweise das Treibhausgas Kohlendioxid in erheblichen Mengen auf und bremsen damit die Klimaerwärmung. An anderer Stelle setzen sie Gase wie Lachgas und Methan frei, die den Treibhauseffekt verstärken. Um diese umfangreichen Wechselwirkungen verstehen zu können, benötigen Wissenschaftler verlässliche Daten. Diese Daten müssen bestimmten Qualitätskriterien entsprechen, denn die Änderungen sind oftmals klein und nur mit genauen Messungen über lange Zeiträume erkennbar. Nur aus „TÜV-geprüften“, erstklassigen Daten können dann zuverlässig Schlüsse gewogen werden. Deshalb treffen sich insgesamt 30 Wissenschaftler aus 12 Nationen, darunter Experten aus Indien, China, USA und Chile, heute (22. Januar 2009) und morgen am Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR), um gemeinsam derartige Qualitätskriterien festzulegen. Ein besonderes Augenmerk der Wissenschaftler liegt dabei auf Messergebnissen, die in Küstengebieten erhoben werden.

 „Wenn wir die Qualität der Daten nicht sicher einschätzen können, dann nutzen sie nur wenig, um verlässlich zu berechnen, in wie weit die Ozeane langlebige Treibhausgase speichern oder sie freisetzen“, erläutert der Organisator des Workshops, Dr. Hermann Bange vom IFM-GEOMAR. Dieses Wissen sei aber wichtig um die zukünftige Klimaentwicklung vorher sagen zu können.

Für Daten zum Kohlendioxid-Gehalt der Ozeane, zu dem inzwischen mehr als 6 Millionen Messungen existieren, gibt es bereits etablierte Qualitätsprüfungen. Doch für andere klimarelevante Gase wie Lachgas und Methan stehe man in dieser Beziehung erst am Anfang, erläutert Bange weiter. „Die ausführlichen Diskussionen während des Workshops in Kiel sollen hierfür einen Anfang machen“.

Das Forschertreffen wird von der EU im Rahmen des COST Programms finanziert, einer Initiative zur Förderung der Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technik.

Ansprechpartner:
Jan Steffen (Öffentlichkeitsarbeit), Tel.: 0431-600 2811, jsteffen@geomar.de

Dateien:
pm_2009_04_COST.pdf171 K