08.07.2014

08.07.2014: Vortragsreihe WissenSchaffen

Dr. Michael Stipp: "Wie entstehen Erdbeben und Tsunamis? Forschung mit Bohrschiffen am pazifischen Feuerring"

Ecuador 1906, Kamschatka (Russland) 1952, Valdivia (Chile) 1960, Alaska (USA) 1964, Maule (Chile) 2010, Tohoku (Japan) 2011 – alle diese Erdbeben haben zwei Dinge gemeinsam. Sie gehören zu den stärksten bisher gemessenen Erdbeben auf unserem Planeten. Und sie ereigneten sich alle rund um den Pazifik, am sogenannten „Pazifischen Feuerring“. Da die meisten Bebenherde dort unter dem Meeresboden liegen, können sie außerdem zerstörerische Tsunamis auslösen. Damit gehören die Küstenländer rund um den Pazifik zu den am meisten von Naturkatastrophen bedrohten Regionen der Erde. Doch was genau ein Megabeben auslöst, ist nach wie vor unbekannt.

Um diese Wissenslücke langfristig zu schließen, untersucht das IODP, das Internationale Ozean-Tiefbohrprogramm, mit großen Bohrschiffen die Entstehungsgebiete von Megabeben im Pazifik. Auch das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel beteiligt sich an den aktuellen Projekten vor der Küste Japans und vor der Küste Costa Ricas.

In seinem Vortrag „Wie entstehen Erdbeben und Tsunamis? Forschung mit Bohrschiffen am pazifischen Feuerring“ berichet der Geologe Dr. Michael Stipp von diesen Projekten und stellt erste Ergebnisse daraus vor. Dabei erklärt er die jeweilige plattentektonische Situation und erläutert mögliche Mechanismen, die Erdbeben und Tsunamis auslösen können. Außerdem geht er auf die Hintergründe des IODP ein, das unter verschiedenen Namen seit 1968 existiert und damit das weltweit größte und langandauerndste internationale Forschungsprogramm in den Geowissenschaften ist.

 

 Zeit: Dienstag, 08.07.2014, von 10 bis 11 Uhr.
Ort: Hörsaal des GEOMAR, Standort Ostufer, Wischhofstraße 1-3, 24148 Kiel

(Anfahrtskizze)

Dr. Michael Stipp ist als Strukturgeologe und Tektoniker in der Abteilung „Marine Geodynamik“ am GEOMAR tätig. Sein Spezialgebiet sind Deformationsmechanismen und experimentelle Gesteinsmechanik sowie die Anwendung von Laborergebnissen auf natürliche Deformationsereignisse. Nach einem Studium der Geologie und Mineralogie in Darmstadt und Göttingen promovierte er in Basel über die Deformation an der größten tektonischen Störungszone der Alpen. Weitere Stationen seiner wissenschaftlichen Karriere waren die Brown University (USA) und die Universität Freiburg, bevor er 2007 nach Kiel wechselte. Dr. Stipp betreut selbst Projekte im Rahmen des IODP und war auch mit dem amerikanischen Bohrschiff „Joides Resolution“ auf See.

Der Vortrag ist Teil der öffentlichen Vortragsreihe „WissenSchaffen“, die Ozeanforschung leicht verständlich präsentiert. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich bei „WissenSchaffen“ über die Arbeiten des GEOMAR zu informieren. Die Vorträge eignen sich auch für Schulklassen (ab etwa Klassenstufe 10). Der Eintritt ist frei! Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Bei Gruppen über 20 Personen wären wir für kurze Nachricht an presse(at)geomar.de  dankbar.


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