Web Survey 2015

Um die Ursachen der unter Hintergrund dargestellten Ungleichheit besser zu verstehen, hat das Women’s Executice Board (WEB) bereits zwei Umfragen durchgeführt. Da die erste 2013 nur an die weiblichen Angestellten des GEOMAR gerichtet war, fehlte eine wichtige Komponente. Die zweite Umfrage 2015 hat diese Lücke geschlossen. Zur Analyse der durchaus komplexen Ergebnisse nutzte das WEB die Expertise der auf Geschlechterfragen spezialisierten Soziologin Dr. Julia Willrodt.

163 Personen aus mehreren Statusgruppen des GEOMAR antworteten auf die Umfrage 2015, davon 78 Frauen und 41 Männer. Die übrigen Befragten gaben ihr Geschlecht nicht an. Alle Teilnehmenden nannten viele positive Aspekte ihrer aktuellen Tätigkeit, darunter besonders die intellektuellen Herausforderungen. Eine überwiegende Mehrheit möchte auch in der Wissenschaft bleiben, allerdings gibt es bei den Karrierezielen geschlechtsspezifische Unterschiede. Hier könnte einer der Ursachen der „leaky pipeline“ liegen.

Die weitere Auswertung der Umfrage ergab, dass sich Männer und Frauen fast gleichermaßen mehr Sicherheit für ihre Zukunft wünschen. Die Bereitstellung mittel- bis langfristiger Perspektiven wäre also ein Schlüssel zur Sicherung qualifizierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für die Forschung. Dies gilt besonders für Frauen, die sich aufgrund einer höheren Belastung durch familiäre Aufgaben häufiger als Männer dazu entschließen, den akademischen Bereich früh zu verlassen. Um diesem Ungleichgewicht entgegen zu wirken, sind unter anderen transparente und gleiche Einstellungsverfahren (zum Beispiel das Erkennen von unbewusster Voreingenommenheit), sowie besser planbare Karriereoptionen hilfreich. Nach der Umfrage besteht ein Schlüssel zur Bindung von Frauen an die Wissenschaft auch darin, familienfreundlichere Arbeitsbedingungen anzubieten und mehr gemeinsame Verantwortung für die Familie zu fördern.

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Verlinkter Titel der WEB-Umfrage 2015