Nächtlicher Betrieb auf der POS519 Expedition. Eine CTD-Rosette an Deck des Forschungsschiffs POSEIDON. Sie misst die Leitfähigkeit, Temperatur und Tiefe, durch den Druck im Wasser. Foto: Lisa Hoffmann (CC BY 4.0)

Bild des Monats: April 2019

Forschung rund um die Uhr - Nachtbetrieb auf der POS519

Unser Bild des Monats zeigt eine CTD-Rosette auf dem Forschungsschiff POSEIDON während der Expedition POS519. CTD steht für Conductivity, Temperature, Depth, auf Deutsch: Leitfähigkeit, Temperatur und Tiefe, die durch den Druck gemessen wird. Eine Rosette besteht aus einem CTD-Sensor und aus einer Anzahl von Niskin-Flaschen, auch Schöpfern genannt. Abgesenkt an einem langen Seil in mehrere tausend Meter Wassertiefe entsteht so ein vertikales Profil der Wassertemperatur und des Salzgehaltes und es kann Wasser aus verschiedenen Schichten entnommen und an die Oberfläche transportiert werden. Die Schöpfer können einzeln automatisch von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Bord in beliebiger Tiefe geschlossen werden. Zurück an Deck kann das Wasser dann weiter analysiert werden. Beispielsweise kann der Sauerstoff- und Chlorophyllgehalt ermittelt werden.


Die Forschungsfahrt POS519 startete am 22. Januar 2018 von Las Palmas de Gran Canaria und führte bis vor die Küste Mauretaniens. In dieser Region haben die Forschenden sogenannte Auftriebswasserpakete untersucht und sie mit Messinstrumenten verfolgt. Solche Auftriebswasserpakete sind Wassermassen aus der Tiefe, die an die Oberflächen gelangen und dabei hohe Konzentration an Kohlenstoffdioxid und Lachgas transportieren. Die Gase werden an die Atmosphäre abgegeben und gleichzeitig wird Sauerstoff aufgenommen. Die Wassermassen sind besonders nährstoffreich und erzeugen mit zusätzlich starker Sonneneinstrahlung eine hohe biologische Aktivität. Dabei bilden sich Oberflächenfilme, die den Gasaustausch erschweren können. Fahrtleiter Dr. Tobias Steinhoff und sein Team führten während ihrer Expedition am Tag wie auch bei Nacht ein umfangreiches Messprogramm durch, um zu ermitteln welche Einfluss diese biologischen Oberflächenfilme auf den Austausch von klimarelevanten Gasen wie Kohlenstoffdioxid und Lachgas haben. Auch CTD-Messungen wurden unteranderem durchgeführt, um letztendlich die Prozesse innerhalb dieser Auftriebswasserpakete und ihre globalen Auswirkungen besser verstehen zu können.
Das besondere bei dieser Forschungsfahrt der POSEIDON: Sie leistete einen Beitrag zu Open Science. Das Team veröffentlichte bereits während der Expedition seine Labortagebücher und Messdaten im Internet. Dies wurde gefördert durch das Programm „Freies Wissen“ der Wikimedia Deutschland Stifterverband und der VolkswagenStiftung. Ziel ist es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu unterstützen, die Methoden, Forschungsdaten und Publikationen transparent gestalten möchten.
Unterstützt wurden die Forschenden auch von Photographin Lisa Hoffmann. Sie dokumentierte professionell die Arbeit an Board der POSEIDON und stellte ihre Bilder unter der Creative Commons Lizenz zur Verfügung.

 

Weitere Informationen:

https://www.geomar.de/de/forschen/expeditionen/detailansicht/exp/completed/345120/

Offenes Labortagebuch:

https://git.geomar.de/tobias-steinhoff/Poseidon-POS519

Blog von den Arbeiten auf offener See:

http://www.oceanblogs.org/pos519/

Webseite von Lisa Hoffmann:

https://www.lhoffmann.com/

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Ein Drifter wird zurück zu Wasser gelassen. Ein Augenmerk der Expedition liegt auf dem Drifter, ein Messinstrument, der den Verlauf eines Auftriebgebietes von Tiefenwasser verfolgt. Foto: Lisa Hoffmann (CC BY 4.0)

Ein Drifter wird zurück zu Wasser gelassen. Ein Augenmerk der Expedition liegt auf dem Drifter, ein Messinstrument, der den Verlauf eines Auftriebgebietes von Tiefenwasser verfolgt. Foto: Lisa Hoffmann (CC BY 4.0)

Erreicht die CTD die Wasseroberfläche, wird sie von der Crew an Deck geholt und mit Frischwasser das Salzwasser von den Geräten, Sensoren und Flaschen abgespült. Anschließend können dann die ersten Wasserproben entnommen werden. Foto: Lisa Hoffmann (CC BY 4.0)

Erreicht die CTD die Wasseroberfläche, wird sie von der Crew an Deck geholt und mit Frischwasser das Salzwasser von den Geräten, Sensoren und Flaschen abgespült. Anschließend können dann die ersten Wasserproben entnommen werden. Foto: Lisa Hoffmann (CC BY 4.0)

Das Forschungsteam der POS519 Expedition. Foto: Lisa Hoffmann (CC BY 4.0)

Das Forschungsteam der POS519 Expedition. Foto: Lisa Hoffmann (CC BY 4.0)