In den Mesokosmen vor Norwegen wurde untersucht, wie sich die Ozeanversauerung auf die Lebenswelt im Meer auswirkt. Foto: Maike Nicolai, GEOMAR.

In den Mesokosmen vor Norwegen wurde untersucht, wie sich die Ozeanversauerung auf die Lebenswelt im Meer auswirkt. Foto: Maike Nicolai, GEOMAR.

Bild des Monats: Juli 2016

Der Ozeanversauerung auf der Spur

Welche Auswirkungen hat die Ozeanversauerung auf die marine Lebensgemeinschaft? Welchen Organismen schadet sie? Welche profitieren davon?  In welchem Ausmaß geschieht dies – und mit welchen Konsequenzen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Wissenschaftler unter der Leitung des GEOMAR im Rahmen des Projekts BIOACID (Biological Impacts of Ocean Acidification).


Auf diesem Bild wird ein Planktonnetz in einen Mesokosmos eingebracht. Mesokosmen sind eine Art „riesige Reagenzgläser“, die im Wasser schwimmen. Mit ihnen können die Reaktionen der Lebensgemeinschaft im Ozean auf zusätzliches gelöstes Kohlendioxid  untersucht werden. Ein Augenmerk wird dabei auf das meist mikroskopisch kleine Plankton geworfen, wie zum Beispiel auf Flügelschnecken und Kalkalgen. Die gesammelten Daten und Analysen der Wissenschaftler decken somit das gesamte Spektrum vom Kleinstlebewesen bis hin zu Fischlarven sowie dem Stoffaustausch und den Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Ebenen des Nahrungsnetzes ab.


Im Jahr 2015 setzten Forscher acht Mesokosmen des GEOMAR im Raunefjord in Norwegen ein. In  vieren davon wurde die Kohlendioxid-Konzentration im Wasser erhöht, die anderen vier wurden zur Kontrolle auf natürlichem Niveau belassen. Regelmäßige Probenahmen über zwei Monate zeigten, dass es sowohl Gewinner als auch Verlierer bei der Versauerung des Meeres gibt: Kalkbildende Organismen wie die Flügelschnecke Limacina helicina und die einzellige Kalkalge Emiliania huxleyi haben starke Probleme, unter den veränderten Umweltbedingungen zu überleben. Planktonorganismen wie die gelatinöse Zooplankton-Art Oikopleura dioica und das winzige Piko-Phytoplankton hingegen profitierten von der Versauerung. Durch die Experimente wurde deutlich, dass eine fortschreitende Ozeanversauerung Konsequenzen haben wird: für die Artenvielfalt, das Nahrungsgefüge und die Stoffumsätze im Meer.

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Mithilfe einer speziellen Mess-Sonde könnenTemperatur, pH-Wert sowie Salz-, Sauerstoff und Chlorophyllgehalt in verschiedenen Tiefen erfasst werden. Foto: Maike Nicolai, GEOMAR.

Mithilfe einer speziellen Mess-Sonde könnenTemperatur, pH-Wert sowie Salz-, Sauerstoff und Chlorophyllgehalt in verschiedenen Tiefen erfasst werden. Foto: Maike Nicolai, GEOMAR.

Wissenschaftler entnehmen Proben aus einem der überdimensionalen, schwimmenden Reagenzgläser. Foto: Maike Nicolai, GEOMAR.

Wissenschaftler entnehmen Proben aus einem der überdimensionalen, schwimmenden Reagenzgläser. Foto: Maike Nicolai, GEOMAR.

Hier ist zu sehen, wie die acht Meter hohen Mesokosmen in Kiel auf das Forschungsschiff ALKOR geladen werden. 2013 wurden sie im Rahmen der Expedition AL406 vor Schweden ausgesetzt. Foto: Maike Nicolai, GEOMAR.

Hier ist zu sehen, wie die acht Meter hohen Mesokosmen in Kiel auf das Forschungsschiff ALKOR geladen werden. 2013 wurden sie im Rahmen der Expedition AL406 vor Schweden ausgesetzt. Foto: Maike Nicolai, GEOMAR.