AUV ABYSS auf einer Expedition mit dem Forschungsschiff SONNE im Ostpazifik. Foto: Emanuel Wenzlaff, GEOMAR.

Bild des Monats: Juni 2016

AUV ABYSS – der Kartierer des Meeresbodens

AUV – das bedeutet „Autonomous Underwater Vehicle“, deutsch: Autonomes  Unterwasserfahrzeug. Der Name ABYSS rührt vom sogenannten Abyssal her, einem Bereich im Ozean, der die Tiefe zwischen 2.000 und 6.000 Metern umfasst. Unser Bild des Monats zeigt, wie das Gerät vom Forschungsschiff SONNE für einen Einsatz im Ostpazifik herabgelassen. Dort hat es während der Expedition SO242/1 hochaufgelöste Karten des Meeresbodens erstellt.


Die Expedition war Teil eines Langzeitexperiments: Wie schnell erholt sich ein Tiefsee-Ökosystem, wenn es – zum Beispiel durch Erzabbau – großflächig gestört wird? Wissenschaftler haben vor etwa dreißig Jahren das rund elf Quadratkilometer große DISCOL-Gebiet am Meeresboden vor der Küste von Peru teilweise umgepflügt. Dabei entfernten sie Manganknollen, wirbelten Sediment auf, zerstörten im kleinen Rahmen sogar Lebensgemeinschaften – alles, um einen Tiefseebergbau zu simulieren, der in der Zukunft möglicherweise viel größere Dimensionen hätte. Anschließend wurde immer wieder beobachtet und überprüft, wie sich das Ökosystem in der Tiefsee erholt. Im Herbst 2015 fand die jüngste Expedition dazu statt. Dabei hatte ABYSS eine wichtige Rolle: Das AUV erstellte Karten sowie ein Fotomosaik, auf denen die 26 Jahre alten Pflugspuren, die aktuelle Manganknollendichte und vor allem  die Besiedlung des Meeresbodens mit Organismen genau zu sehen sind.


ABYSS ist vier Meter lang und hat einen Durchmesser von 66 Zentimetern. Mit Seitensichtsonaren und Echoloten (kurz gesagt mit Schall) kann es den Meeresboden in bis zu 6000 Metern Tiefe scanen. Aus den Daten können anschließend Karten und hochaufgelöste 3-D-Modelle vom Meeresboden und seinen Strukturen erstellt werden. Außerdem kann ABYSS mit Kameras bestückt werden, die hochaufgelöste Fotos des Meeresbodens erstellen. Auf Expeditionen wird das AUV mithilfe des eigens für ihn konzipierten Absatzgestells „LARS“ (LAunch and Recovery System) ausgesetzt.


Zurzeit ist ABYSS mit dem Forschungsschiff METEOR auf Expedition M127 im Einsatz. Während  dieser Fahrt operierr das Gerät in Bereiche des Mittelatlantischen Rückens, in denen Hydrothermalquellen vorkommen. Solche Karten sind für die Auswahl von geeigneten Lokationen für die Beprobung mit meeresbodengestützten Bohrgeräten von großer Bedeutung. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Bord der METEOR wollen herausfinden, wie groß das Rohstoffpotenzial an den „Schwarzen Rauchern“ ist und ob sich ein wirtschaftlicher Abbau überhaupt lohnen würde.


Weitere Infos über AUV ABYSS vom Technik- und Logistik-Zentrum des GEOMAR gibt es hier: http://www.geomar.de/zentrum/einrichtungen/tlz/auv-abyss/uebersicht/

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Die GEOMAR-Techniker Lars Triebe und Tim Weiß bei Arbeiten am AUV ABYSS während der Fahrt SO242/1. Foto: Emanuel Wenzlaff, GEOMAR.

Die GEOMAR-Techniker Lars Triebe und Tim Weiß bei Arbeiten am AUV ABYSS während der Fahrt SO242/1. Foto: Emanuel Wenzlaff, GEOMAR.

Fotomosaik aus dem DISCOL-Gebiet. Die Fotos des AUV ABYSS zeigen, dass die Pflugspuren des Störungsexperiments auch nach 26 Jahren noch deutlich zu erkennen sind. Fotos: AUV-Team, GEOMAR.

Fotomosaik aus dem DISCOL-Gebiet. Die Fotos des AUV ABYSS zeigen, dass die Pflugspuren des Störungsexperiments auch nach 26 Jahren noch deutlich zu erkennen sind. Fotos: AUV-Team, GEOMAR.