Die POSEIDON vor der Insel El Hierro. Foto: Maike Nicolai/GEOMAR

Bild des Monats: November 2017

Ein Meeresgott im Dienst der Wissenschaft

Dänemark, Island, Portugal, Spanien, Griechenland, Marokko: Was nach einer Auswahl an Zielen aus einem Kreuzfahrt-Katalog klingt, ist nur eine kleine Auswahl von Ländern, vor deren Küsten das Forschungsschiff POSEIDON bereits im Einsatz war.

Ob die Erforschung von Kaltwasserkorallen, die Suche nach Unterwasservulkanen oder die Gewinnung von Sedimentkernen zur Rekonstruktion vergangener Klimaveränderungen: Die POSEIDON hat dazu beigetragen, wichtige Erkenntnisse zu gewinnen, um die Wechselwirkungen zwischen dem Meer und dem Leben auf unserem Planeten Erde besser zu verstehen.Auf unserem Bild des Monats liegt sie beispielsweise während der Expedition POS494 vor der Insel El Hierro, wo die Entwicklung eines Unterwasservulkans und damit verbundene Gefahren für die Bevölkerung der Kanaren untersucht wurden. 

Zunächst nur für Einsätze in Nord-und Ostsee konzipiert, wurde die POSEIDON zu Beginn der 1980er Jahre für Forschungen im Atlantik umgerüstet. Neben vielen Kränen und Winden, sowie vier Laborräumen, verfügt sie über ein modernes Fächerecholotsystem, um den Meeresboden zu vermessen und zu untersuchen. Damit ist das Forschungsschiff eine vielseitig einsetzbare Arbeitsplattform für alle Disziplinen der Meeresforschung.

Mit einem Alter von mehr als 40 Jahren ist das Schiff mittlerweile das älteste ozeanische Forschungsschiff unter deutscher Flagge. Am 10. September 1974 wurde der Bau der POSEIDON bei der Schichau Unterweser AG in Bremerhaven in Auftrag gegeben. Seitdem hat sie mehr als 500 Expeditionen hinter sich, von den warmen Wellen des Mittelmeers bis an die eisigen Regionen des Nordpols. Mit beinahe 700.000 zurückgelegten Kilometern hat sie dabei knapp 17 Mal die Erde umrundet. In den letzten Jahren war die POSEIDON vorwiegend im Nordatlantik, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer unterwegs.

Doch die vielen Einsätze und Seereisen gehen auch an einem zuverlässigen Forschungsschiff wie der POSEIDON  nicht spurlos vorbei: Um den Einsatz modernster Technik zu gewährleisten, sind immer höhere Investitionen nötig. Ein Forschungsschiff-Neubau wurde vom Bundesforschungsministerium bis 2020 zugesagt und ist bereits in Planung. Das neue Schiff mit Heimathafen Kiel tritt dann als Nachfolger der POSEIDON und der ebenfalls mehr als 30 Jahre alten METEOR in den Dienst der internationalen Meeresforschung.


Mehr Informationen:

Das Forschungsschiff POSEIDON

Weitere Informationen zur Expedition POS494

Pressemitteilung des Bundesforschungsministeriums zum Nachfolgebau POSEIDON

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Ein Schwerelot auf der POSEIDON. Foto: N. Schattel/GEOMAR

Ein Schwerelot auf der POSEIDON. Foto: N. Schattel/GEOMAR

Die POSEIDON in ihrem Heimathafen Kiel. Foto: Jan Steffen, GEOMAR

Die POSEIDON in ihrem Heimathafen Kiel. Foto: Jan Steffen, GEOMAR

Ein Kastengreifer wird vom Deck der POSEIDON ausgesetzt: Foto: Christina Bonanati/GEOMAR

Ein Kastengreifer wird vom Deck der POSEIDON ausgesetzt: Foto: Christina Bonanati/GEOMAR