Die Master-Studentin Mirian Arellano San Martín entnimmt in der sogenannten NEMO-Halle am GEOMAR Wasserproben aus Zuchtbecken. Foto: Marvin Schäfer, www.marvinschaefer.net

Die Master-Studentin Mirian Arellano San Martín entnimmt in der sogenannten NEMO-Halle am GEOMAR Wasserproben aus Zuchtbecken. Foto: Marvin Schäfer, www.marvinschaefer.net

Bild des Monats: Mai 2020

Ist Mikroplastik schädlich für Heringslarven?

Unser Bild des Monats zeigt die Studentin Mirian Arellano San Martín in der sogenannten NEMO-Halle am GEOMAR. Hier entnimmt sie Wasserproben aus Zuchtbecken, in denen Heringslarven gehältert werden. Die Proben werden dann auf chemische Eigenschaften analysiert. Die Versuchsreihe, zu der die Master-Studentin damit beiträgt, soll die Frage klären, ob Mikroplastik im Meerwasser den Heringslarven schaden kann.

Mikroplastik wurden mittlerweile in allen Teilen der Ozeane gefunden. Es ist zwar erwiesen, dass größere Plastikteile für viele Meeresorganismen tödlich sein können, aber über die Auswirkungen von winzigen Partikeln auf verschiedene Organismen ist wenig bekannt.

Der Hering ist ein wichtiger Speisefisch. Unter der Leitung von Dr. Nicolas Ory (GEOMAR und Mitglied des Future-Ocean-Netzwerks) sollte in einer Reihe von Experimenten unter Laborbedingungen die Anfälligkeit der Heringslarven für diesen neuen Umwelt-Stressor untersucht werden. Vorläufige Ergebnisse deuten darauf hin, dass weder die Verdauung noch das Fressverhalten der Heringslarven durch die Aufnahme von Mikroplastik beeinträchtigt wurden, vielleicht weil die Mikropartikel nicht lange genug (im Durchschnitt weniger als 24 Stunden) im Fisch verblieben, um schädliche Auswirkungen zu verursachen. Es sind noch weitere Studien erforderlich, um die Auswirkungen anderer Arten von Mikroplastiken (Größe, Form) auf Jungheringe.

Der Name der Experimentierhalle leitet sich übrigens nicht von dem berühmten computeranimierten Abenteuerfilm ab, sondern von einem früheren Projekt mit demselben Namen. Dieses Projekt untersuchte bis 2012 die „Nachhaltige Ernährung mit Meeresorganismen“ (NEMO).

Die Master-Studentin Mirian Arellano San Martín entnimmt in der sogenannten NEMO-Halle am GEOMAR Wasserproben aus Zuchtbecken. Foto: Marvin Schäfer, www.marvinschaefer.net

Die Master-Studentin Mirian Arellano San Martín entnimmt in der sogenannten NEMO-Halle am GEOMAR Wasserproben aus Zuchtbecken. Foto: Marvin Schäfer, www.marvinschaefer.net