Der Ozean im Klimawandel

Die Ozeane spielen für globale Klimaänderungen auf unserer Erde eine zentrale Rolle. Herausragendes Beispiel ist der Golfstrom mit seiner Entstehung in der Karibik, seinen Auswirkungen auf das Klima in Nordeuropa und das zukünftige Verhalten des grönländischen Inlandseises.  Wesentliche Aspekte sind in diesem Zusammenhang der Wärmetransport und die Wärmekapazität sowie der globale Wasserkreislauf. Außerdem wirken sich die Aufnahme bzw. Umwandlung und der Transport von Gasen und festen Partikeln im Meer sowie ihr Austausch mit der Atmosphäre auf das Klima aus, da diese Stoffe chemisch aktiv sind und den Strahlungshaushalt der Atmosphäre beeinflussen. Viele dieser Prozesse werden durch biologische Komponenten getrieben oder katalysiert, d.h. die Kenntnis der gegenwärtigen und zukünftigen Struktur der Lebensgemeinschaften mariner Organismen in der Wasser­säule bzw. auf oder im Meeresboden ist von entscheidender Bedeutung.

Klimaänderungen in der Erdgeschichte haben nachweisbare Spuren in der Isotopen- und Elementzusammen­setzung des Meer­wassers hinterlassen, die heute wichtige Aufschlüsse über die Klimageschichte liefern. Da der Stoff- und Wärme­austausch zwischen dem Meer und anderen Klimakomponenten auf Zeit­skalen von Jahren bis Jahrtausenden erfolgt ist, sind diese Prozesse zwei der wichtigsten Faktoren für die künftige Klimaentwicklung.

Zentrale Forschungsthemen sind:

  • das Verständnis vergangener, gegenwärtiger und künftiger Änderungen der Ozeanzirkulation
  • Veränderungen in den tropischen und gemäßigten Breiten
  • Vergangene und gegenwärtige ozeanographische und klimatische Bedingungen in der Arktis
  • Veränderungen von Zusammensetzung und Funktion mariner Lebensgemeinschaften
  • Künftige Klimaerwärmung: Untersuchung und Modellierung
  • Vergangene geochemische Veränderungen in den Ozeanen 

News zum Themenfeld: Der Ozean im Klimawandel

Wasserprobennahme mit einem Kranzwasserschöpfer. Der Sonderforschungsbereich 754 untersucht seit 2008 intensiv die Sauerstoffminimumzonen im tropischen Atlantik und Pazifik. Foto: Martina Lohmann, GEOMAR.
04.01.2018

Die Sauerstoffarmut im Ozean nimmt zu

Science-Studie zeigt Gefahren, aber auch Lösungsansätze auf

Zeitserie von zwei Beobachtungsdatensätzen der Meeresoberflächentemperatur (HadSST2, ohne Korrektur und HadSST3, mit Korrektur) sowie die aus Korallen rekonstruierten Temperaturen. Nach Pfeiffer et al., 2017). Gezeigt sind  Abweichungen vom Mittelwert.
01.12.2017

Korallen entlarven Änderungen in der Messtechnik

Rekonstruierte Temperaturen geben Aufschluss über systematische Fehler in Schiffsmessungen

Der Underwater Vision Profiler, hier bei einem Testeinsatz in der Kieler Förde, lieferte entscheidende Daten für die neue Studie. Foto: Rainer Kiko, GEOMAR
09.10.2017

Mariner Schneefall am Äquator

GEOMAR-Team veröffentlicht detailliertes Bild vom biologischen Partikelfluss in die Tiefsee entlang des Äquators

Luftbild einer Polynja im Südlichen Ozean. Bild: Jan Lieser, ACE CRC, Australien
29.09.2017

Antarktis: Rückkehr der Weddell-Polynja stützt Kieler Klimamodelle

Nach 40 Jahren zeigt sich wieder eine große eisfreie Fläche im winterlichen Südozean.

Das Golfstromsystem transportiert große Mengen an Wärmeenergie über den Atlantik. Die Markierungen zeigen Langzeitobservatorien, die das GEOMAR zusammen mit internationalen Partnern an Schlüsselstellen des Strömungsystems betreibt. Image reproduced from the GEBCO world map 2014, www.gebco.net
20.07.2017

Zukunft der Golfstromzirkulation

Broschüre des Deutschen Klima-Konsortiums und des Konsortiums Deutsche Meeresforschung

Mit dem Forschungsschiff ISLANDIA des kapverdischen Instituto Nacional de Desenvolvimento das Pescas (INDP) konnte ein sauerstoffarmer Wirbel direkt beprobt werden. Foto: B. Fiedler, GEOMAR
07.07.2017

Extrem sauerstoffarme Wirbel im Atlantik produzieren Treibhausgase

Internationales Forschungsteam entdeckt bisher unbekannte Prozesse im Atlantik

Modell eines Hotspot-Vulkans. Am Übergang zu jüngsten Eiszeit könnte der nachlassende Druck des Meerwassers auf die Erdkruste zu erhöhter vulkanischer Aktivität geführt haben. Grafik: Jörg Hasenclever
06.07.2017

Sinkender Meeresspiegel brachte Vulkane zum Überlaufen

Internationales Forschungsteam findet Verbindung zwischen fester Erde und Klimasystem

Temperaturänderung im Herbst in der Arktis und global gemittelt sowie der Verhältnis der Erwärmungsraten zwischen der Arktis und dem globalen Mittel. Quelle: GEOMAR.
04.07.2017

Saisonales Meereis verstärkt Klimaerwärmung in der Arktis

Größte Veränderungen bereits im kommenden Jahrzehnt erwartet

Das Forschungsschiff HELMER HANSSEN vor der Küste von Spitzbergen. Foto: Randall Hyman
08.05.2017

Methanquellen vor Spitzbergen verringern Treibhauseffekt

Internationales Forschungsteam untersuchte Gasaustausch in der Arktis

Schmelzendes Eis vor Grönland. Foto: R. Spielhagen.
11.04.2017

Schmelzendes Grönlandeis veränderte Ozeanströmung

Deutsch-niederländisches Forschungsteam findet Belege für markante Kältephase in der Warmzeit vor 400.000 Jahren