THALASSA THA-MSM40

06.08.2014 - 26.08.2014
Westlicher Nordatlantik; Irminger See; Labrador See

Institution: GEOMAR
Leitung: Johannes Karstensen

Der Nordatlantik ist einer der wichtigsten Motoren für die globale Ozeanzirkulation. Änderungen des Oberflächenzustands im Nordatlantik gehören zu den Hauptursachen für globale Klima-Variabilitäten. Speziell das Klima in Europa ist stark beeinflusst durch die Zirkulation im Nordatlantik. Ein Antrieb für den nordatlantischen Strom ist die das Absinken des Oberflächenwassers in die Tiefsee, insbesondere im nördlichen Nordatlantik. Dieser Prozess spielt sich vor allem in der Labrador- und in der Irminger See ab. Nachdem die Wassermassen von der Oberfläche bis in große Tiefen gesunken sind, breiten sie sich dort vor allem nach Süden aus. Der Abfluss konzentriert sich in starken Strömungen auf der Westseite des Atlantiks in den so genannten "Deep Western Boundary Currents" (DWBC). Die Stärke des DWBC ist ein Indikator für zeitliche Variabilitäten in der Ursprungsregion des Tiefenwassers. Deshalb ist es wichtig, die DWBC regelmäßig und über längere Zeiträume zu beobachten, um die Veränderlichkeiten auch auf verschiedenen Zeitskalen kennen zu lernen.
Das wissenschaftliche Programm der Expedition RV THALASSA-MSM40 widmet sich Studien über die Intensität der Wassermassen-Transformation und des nach Süden gerichteten Transports in den DWBC. Das geplante Arbeitsprogramm besteht aus Operationen an fest in den Strömungen verankerten Sensoren und auf zusätzliche schiffsgestützte Messungen.

Die Verankerungen liegen in vier Bereichen. Der Bereich ist die sogenannte "53 ° N Array". Sie befindet sich am südlichen Ausgang der Labradorsee, wo das GEOMAR derzeit sechs ozeanographische Verankerungen installiert hat. Sie alle werden während der Expedition angelaufen. Die Daten werden ausgelesen und die Instrumente kalibriert. Anschließend werden alle sechs Verankerungen für eine weitere Messkampagne bis 2016 neu ausgelegt. Die kurze Verankerung DSOW2 wird in Richtung Oberfläche mit einem verankerten Profiler erweitert, um täglich hochauflösende Daten zur Hydrographie und zu den Strömungen zu erhalten. Der Profiler soll im Zusammenhang mit Sensoren an der Nordseite der Labradorsee betrieben werden, die innerhalb des OFANG-Programms beantragt sind. Eine weitere kurze Verankerung wird an der offenen Flanke des Arrays hinzugefügt.

Der zweite Arbeitsbereich ist im äußersten Westen der Labradorsee. Hier wurden 2012 eine Reihe von Drucksensoren am Meeresboden installiert, die jetzt geborgen werden.

Der dritte und vierte Arbeitsbereich umfasst die zentrale Labradorsee und die zentralen Irmingersee. Die Verankerungen K1, RAFOS, CIS und LOCO werden geborgen, die Daten werden ausgelesen und die Geräte anschließend neu ausgelegt. K1 wird zusätzlich auf die volle Wassertiefe verlängert. Außerdem werden CIS und K1 mit Telemetrie Datensystemen ausgestattet, die von der Wasseroberfläche aus alle vier Stunden Daten über Satellit an Land schicken. Darüber hinaus werden die Oberflächen-Telemetriemodule mit grundlegende meteorologischen Sensoren (Temperatur, Luftdruck) ausgestattet.

Ein Schwerpunkt der schiffsbasierten Beobachtungen sind Messungen mit CTD/O2/lADCP (CTD +) –Sensoren.

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