Marine Naturgefahren und Ressourcen


Wie können wir Naturgefahren aus dem Meer frühzeitig erkennen?

Die Erde ist ein dynamischer Körper, der ständigen Veränderungen unterworfen ist. An mittelozeanischen Rücken entsteht neuer Ozeanboden, der in Tiefseegräben unter die leichteren Kontinentalplatten abgleitet. Diese Prozesse sind verbunden mit Erd- und Seebeben sowie Vulkanismus – Naturgefahren, die in vielen Teilen der Erde immer wieder katastrophale Folgen haben. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am GEOMAR versuchen die Prozesse der Plattenbewegungen besser zu verstehen, um daraus Risikoabschätzungen für Küstengebiete zu erstellen und Menschen möglichst frühzeitig vor Naturkatastrophen zu warnen. Autonome wie ferngesteuerte Tiefseeroboter, Ozeanbodenseismometer und Langzeitobservatorien sind nur einige der innovativen Beobachtungsgeräte, die für die Erkundung und Überwachung des Meeresbodens genutzt werden. Informationen werden über direkte Probennahmen oder auch durch indirekte Verfahren wie Seismik oder Hydroakustik generiert. Zusätzlich helfen auch theoretische Studien mit numerischen Modellen, langzeitliche Prozesse besser zu verstehen.

 

Wie können wir die Ressourcen des Meeres umweltverträglich nutzen?

Im Ozean und am Meeresboden finden sich biologische, mineralische und energetische Rohstoffe. Vorkommen und mögliche umweltverträgliche Nutzungen werden am GEOMAR in verschiedenen Bereich untersucht. Im Meeresboden verbergen sich eine Vielzahl von mineralischen Rohstoffen, wobei die genauen Mengen und Standorte noch weithin unbekannt sind. Dazu zählen Massivsulfide, die sich in Bereichen vulkanischer Aktivität an den Plattengrenzen in den Ozeanen bilden sowie Manganknollen auf den sedimentbedeckten Tiefseeebenen. Am GEOMAR werden bereits seit vielen Jahren Untersuchungen zu marinen mineralischen Rohstoffen betrieben. Mit einem interdisziplinären Forschungsansatz und in enger wissenschaftlicher Kooperation weltweit werden Chancen und Risiken für die Nutzung mineralischer Ressourcen umfassend betrachtet. Neben der Suche nach neuen Vorkommen und der Abschätzung des wirtschaftlichen Potentials sind die ökologischen Risiken eines möglichen Tiefseebergbaus von großer Bedeutung und werden vom GEOMAR erforscht. Dazu zählt zum Beispiel die Bewertung der langfristigen Auswirkungen und Risiken auf die Umwelt durch den Abbau von Manganknollen in der Tiefsee ab. Zu den marinen Ressourcen zählen auch Meeresorganismen, die reich an Inhaltsstoffen sind, aus denen lebensrettende Medikamente und andere multifunktionale Wirkstoffe gewonnen werden können. Das GEOMAR Zentrum für Marine Biotechnologie (GEOMAR-Biotech) ist ein zentraler Bestandteil der Forschungseinheit Marine Naturstoffchemie, in dem die angewandte Forschung im Bereich der marinen Biotechnologie angesiedelt ist.

Weitergehende fachliche Informationen finden Sie unter den Seiten des Forschungsbereichs 4: Dynamik des Ozeanbodens und zu biologischen Ressourcen auch im Forschungsbereich 3: Marine Ökologie.

News zum Themenfeld: Naturgefahren und Marine Ressourcen

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20.07.2020

ROV KIEL 6000 entdeckt „Klare Raucher“ vor Island

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Ein Dorsch. Foto: Nikolas Linke/GEOMAR
17.07.2020

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Neue Studien zeigen aber auch Chancen fürs Fischereimanagement durch Corona

Blasentang. Foto: Larissa Büdenbender
02.07.2020

Wirkstoffe aus Kieler Meeresalgen als Mittel gegen Infektionen und Hautkrebs entdeckt

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02.12.2019

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Forscher vom GEOMAR aus deutsch-russischer Konferenz ausgezeichnet

Vor 35 Millionen Jahren schlug an der nordamerikanischen Ostküste ein Asteroid ein. Auswurf-Material aus der Einschlagstelle verteilte sich über eine Fläche von mindestens 7 Millionen Quadratkilomtern (Tektite field). In Bohrproben vom Meeresboden, die 400 Kilometer von der Einschlagstelle entfernt genommen worden sind (ODP 1073) haben Forscherinnen und Forscher jetzt eindeutige Spuren des Einschlags gefunden und erstmals mit der Uran-Thorium-Helium-Technik datiert. Image reproduced from the GEBCO world map 2014, www.gebco.net
26.07.2019

Weltraumforschung auf dem Meeresboden

Spuren eines Asteroideneinschlags in marinen Sedimenten nachgewiesen