Menschlicher Einfluss auf marine Ökosysteme


Zwei Rasterelektronenmikroskop-Aufnahmen der Kalkalge Calcidiscus leptoporus. Gezeigt sind jeweils sechs Zellen, die im Labor unter verschiedenen CO2-Bedingungen gehalten wurden. Die obere Aufnahme zeigt die Kalkalge unter CO2-Bedingungen, wie sie heute im Ozean vorherrschen. Die untere Aufnahme zeigt die Kalkalge unter den CO2-Bedingungen, wie sie bei unverminderten CO2-Emissionen für das Jahr 2100 erwartet werden. Kalkalgen Calcidiscus leptoporus leben als Einzeller. Die Experimente und Aufnahmen wurden am GEOMAR gemacht. Quelle: GEOMAR

Der gegenwärtige und zukünftige Zustand der marinen Ökosysteme sowie der bio­geo­chemischen Kreisläufe unterliegt dem zunehmenden Einfluss menschlicher Aktivitäten und menschlicher Eingriffe. Eine Vorhersage, Risikoabschätzung und auch die Ent­wicklung von Vorsorge­maßnahmen erfordern ein umfassendes Verständnis der Sensitivität mariner Arten, der durch sie konstituierten Ökosysteme und der biogeochemischen Kreisläufe.

Folgende Faktoren gilt es insbesondere zu berücksichtigen: die klimabedingte Ozeanversauerung, die Sauerstoff­ver­armung, Veränderungen in der oberflächennahen Durchmischung der Ozeane, die über­mäßige Nähr­stoff­zu­fuhr (Eutrophierung), eingeschleppte Arten, sich ausbreitende Patho­gene und Parasiten, regio­nale und globale Biodiversitätsverluste sowie die zunehmende Aus­beutung biologischer Res­sourcen. Durch die An­wendung und Weiterentwicklung von genetischen und genomischen Methoden rücken auch evolutions­biolo­gische Reaktionen von Arten auf anthro­po­gene Störungen in den Blickpunkt.

News zum Themenfeld: Menschlicher Einfluss auf marine Ökosysteme

Ein Exemplar der Art Blackfordia virginica. Foto: Cornelia Jaspers/GEOMAR, DTU Aqua (CC BY 4.0)
24.08.2018

Neue Quallenart im Nord-Ostsee-Kanal

Weitere Ausbreitung von Blackfordia virginica in die Ostsee ist wahrscheinlich

mehr
Seetang (Fucus)  ohne (links) und unter dem Einfluss einer Hitzewelle in einem kontrollierten Benthokosmen-Experiment. Foto: Martin Wahl, GEOMAR.
21.08.2018

Bedeutung des „Ozeanwetters“ für Ökosysteme

Biologen warnen davor, sich nur auf Studien langfristiger Änderungen zu beschränken

mehr
Dr. Mark Hopwood während einer Messkampagne an der Küste Grönlands. Foto: Thomas Juul-Pedersen / GCRC
14.08.2018

Grönland: Tiefe des Schmelzwassereintrags beeinflusst Planktonblüte

Studie zeigt komplexe Verbindung zwischen Gletscherschmelze und Nährstoffeintrag

mehr