Ozean und Klima

Die Ozeane spielen für globale Klimaänderungen auf unserer Erde eine zentrale Rolle. Herausragendes Beispiel ist der Golfstrom mit seiner Entstehung in der Karibik, seinen Auswirkungen auf das Klima in Nordeuropa und das zukünftige Verhalten des grönländischen Inlandseises.  Wesentliche Aspekte sind in diesem Zusammenhang der Wärmetransport und die Wärmekapazität sowie der globale Wasserkreislauf. Außerdem wirken sich die Aufnahme bzw. Umwandlung und der Transport von Gasen und festen Partikeln im Meer sowie ihr Austausch mit der Atmosphäre auf das Klima aus, da diese Stoffe chemisch aktiv sind und den Strahlungshaushalt der Atmosphäre beeinflussen. Viele dieser Prozesse werden durch biologische Komponenten getrieben oder katalysiert, d.h. die Kenntnis der gegenwärtigen und zukünftigen Struktur der Lebensgemeinschaften mariner Organismen in der Wasser­säule bzw. auf oder im Meeresboden ist von entscheidender Bedeutung.

Klimaänderungen in der Erdgeschichte haben nachweisbare Spuren in der Isotopen- und Elementzusammen­setzung des Meer­wassers hinterlassen, die heute wichtige Aufschlüsse über die Klimageschichte liefern. Da der Stoff- und Wärme­austausch zwischen dem Meer und anderen Klimakomponenten auf Zeit­skalen von Jahren bis Jahrtausenden erfolgt ist, sind diese Prozesse zwei der wichtigsten Faktoren für die künftige Klimaentwicklung.

Zentrale Forschungsthemen sind:

  • das Verständnis vergangener, gegenwärtiger und künftiger Änderungen der Ozeanzirkulation
  • Veränderungen in den tropischen und gemäßigten Breiten
  • Vergangene und gegenwärtige ozeanographische und klimatische Bedingungen in der Arktis
  • Veränderungen von Zusammensetzung und Funktion mariner Lebensgemeinschaften
  • Künftige Klimaerwärmung: Untersuchung und Modellierung
  • Vergangene geochemische Veränderungen in den Ozeanen 

Weitergehende fachliche Informationen finden Sie unter den Seiten des Forschungsbereichs 1: Ozeanzirkulation und Klimadynamik.

News zum Forschungsschwerpunkt "Ozean und Klima"

Bergung einer ozeanographischen Verankerung in der Laptewsee. Foto: H. Kassens, GEOMAR
17.12.2012

Kein ewiges Eis mehr in der Arktis

Russische und deutsche Wissenschaftler ziehen am GEOMAR Bilanz des Projekts „Laptewsee“

Kaltwasserkorallenriff im norwegischen Stjernsund. Foto: ROV PHOCA, GEOMAR
29.11.2012

Norddeutscher Wissenschaftspreis 2012

Projektvorschlag zu Kaltwasserkorallen belegt hervorragenden 2. Platz

Das Ocean Tracer Injection System wird ausgebracht. Foto: M. Visbeck, GEOMAR
23.11.2012

Expedition vor der Küste Westafrikas

Zweiter Einsatz für spezielles Wasser-Markierungssystem im Atlantik

Das Tauchboot JAGO und das Forschungssschiff MARIA S. MERIAN vor der Küste Spitzbergens. Foto: Karen Hissmann, GEOMAR
19.09.2012

Gasquellen vor Spitzbergen kein neues Phänomen

Expedition in die Grönlandsee erbringt überraschende Ergebnisse

Das amerikanische Bohrschiff JOIDES RESOLUTION gewann 2009 Kerne aus dem Meeresboden des Pazifiks, mit denen Wissenschaftler 55 Millionen Jahre Geschichte des Kohlenstoffkreislaufs rekonstruieren konnten. Foto: P. Linke, GEOMAR
13.09.2012

55 Millionen Jahre Kohlenstoff-Geschichte

Bohrkerne aus dem Pazifik erlauben präzisen Blick auf Umweltbedingungen der Erdneuzeit

Schnitt durch die heutige Arktis: Aus dem Atlantik fließt relativ warmes (1 bis 2°C) und salzhaltiges Wasser in den Arktischen Ozean. Eine Schicht aus salzarmem aber sehr kaltem (bis zu -1.8°C)  Wasser liegt darüber und isoliert so das Meereis an der Oberfläche vom Schmelzen von unten. Während der jüngsten Eiszeit war diese Süßwasserschicht geringmächtiger, sodaß sich der Temperaturgradient zwischen Oberfläche und Atlantikwasser verschob und die Wassertemperatur in den  tieferen Schichten auf das Doppelte des heutigen Wertes anstieg. Abb: H. Bauch
26.08.2012

Eiszeit an der Oberfläche, Warmzeit in der Tiefe

Klimaforscher entdecken überraschendes Phänomen im Arktischen Ozean

Ein bewährtes Team für die Meeresforschung: das Forschungsschiff MARIA S. MERIAN und Deutschlands einziges Forschungstauchboot JAGO. In den kommenden Wochen untersuchen Wissenschaftler aus Kiel mit ihnen Gasaustrittstellen vor der Westküste Spitzbergens. Foto: JAGO-Team, GEOMAR
10.08.2012

Methanhydrate in Auflösung?

Mit dem Tauchboot JAGO zu Gasquellen vor der Küste Spitzbergens

Eine Wasserprobe auf dem Forschungschiff METEOR, mit der die Stickstofffixierungsraten im Ozean gemessen werden soll. Eine neue Studie Kieler Meeresforscher im Wissenschaftsjournal "Nature" belegt, dass bisher angewendete Methoden die Fixierungsraten deutlich unterschätzen. Foto: K. Nachtigall, GEOMAR
09.08.2012

Wie viel Stickstoff bindet der Ozean?

Studie in „Nature“ bestätigt verbesserte Messmethode Kieler Meeresforscher

Die Apoyo Caldera in Nicaragua war vor 24.500 Jahren Schauplatz eines gewaltigen Vulkanausbruchs. Neue Untersuchungen legen die Vermutung nahe, dass diese und andere Eruptionen Gase freigesetzt haben, die zeitweise die Ozonschicht deutlich ausgedünnt haben. Foto: S. Kutterolf, GEOMAR
12.06.2012

Vulkanische Gase können Ozonschicht schädigen

GEOMAR-Meteorologin stellt Forschungsergebnisse auf Island vor

Die Karte der durchschnittlichen Oberflächentemperaturen des modernen Nordatlantiks und Nordmeers zeigt deutlich den Wärmetransport nach Norden. An den bezeichneten Punkten wurden die Sedimentkerne entnommen, deren Auswertung andeutet, dass dieser Wärmetransport in der Eem-Warmzeit nicht so ausgeprägt gewesen sein kann. Grafik: H. Bauch, AdW Mainz/GEOMAR
12.06.2012

Wärmeres Klima - kältere Arktis?

Eem-Warmzeit taugt nur bedingt als Modell für aktuellen Klimawandel