Plattentektonik und marine Naturgefahren

Plattentektonische Prozesse sind Auslöser von Naturgefahren (z.B. Erdbeben, Vulkanismus und Tsunamis), die an den Nahtstellen der divergierenden und konvergierenden Erdkrustenplatten sowie  bei Vulkanismus innerhalb der Erdplatten (sogenannter Intraplattenvulkanismus) besonders ausgeprägt sind. Insofern konzentriert sich die Forschung insbesondere auf die Spreizungszonen in den Ozeanen (ozeanische Rücken), die Unterschiebungszonen (Subduktionszonen), aber auch auf Intraplattenvulkangebiete wie z.B. Seamounts. Diese Regionen re­präsentieren die wichtigsten Stadien in der Entstehung und Entwicklung des Meeres­bodens. Die tiefen Meeresbecken entstehen durch das stetige Auseinanderbrechen der Kontinente. Neuer Meeresboden wird dabei an den ozeanischen Rücken ge­bildet. Die Ozeankruste wird dann durch verschiedene Prozesse modifiziert. Dazu ge­hören Wechsel­wirkungen mit dem Meer­wasser bei niedrigen oder hohen Temperaturen (u.a. Entstehung polymetallischer Massiv­sulfide), magmatische Prozesse in großer Entfernung von den Plattenrändern (Intraplatten­vulkanismus), die Ablagerung mariner Sedimente sowie tektonische Prozesse entlang von Trans­form­störungen, Bruchzonen und an Platten­grenzen. Sub­duktion von ozeanischer Kruste an Kontinental­rändern ist nicht nur mit zum Teil ver­heerenden Erdbeben verbunden, sondern führt durch die Zufuhr von Meerwasser und leichtflüchtigen Elementen aus der subduzierenden Platte in den überliegenden Mantel­keil zur Schmelzbildung und damit auch zu explosiver vulkanischer Aktivität, welche die Kontinente verändert, klima­relevante Gase in die Atmosphäre einträgt und katastrophale Auswirkungen auf die Bevölkerung haben kann. Die Kontinental­ränder sind durch die Akkumulation mächtiger Sedimentpakete und damit ver­bundenen Stoffströmen (u.a. Entstehung von Kohlenwasserstoff-Lagerstätten) charakterisiert.

News zum Themenfeld: Plattentektonik und marine Naturgefahren

Sie Sonne bricht über der SONNE durch die Wolken.
12.08.2020

Der Erdmantel als Lavalampe

Vulkanketten „recyceln“ ozeanische Kruste und kontinentales Material

Heiße Quelle am Meeresboden. Foto: ROV-Team/GEOMAR
20.07.2020

ROV KIEL 6000 entdeckt „Klare Raucher“ vor Island

IceAGE3-Expedition liefert faszinierende Bilder vom Meeresboden vor Island

Vor 35 Millionen Jahren schlug an der nordamerikanischen Ostküste ein Asteroid ein. Auswurf-Material aus der Einschlagstelle verteilte sich über eine Fläche von mindestens 7 Millionen Quadratkilomtern (Tektite field). In Bohrproben vom Meeresboden, die 400 Kilometer von der Einschlagstelle entfernt genommen worden sind (ODP 1073) haben Forscherinnen und Forscher jetzt eindeutige Spuren des Einschlags gefunden und erstmals mit der Uran-Thorium-Helium-Technik datiert. Image reproduced from the GEBCO world map 2014, www.gebco.net
26.07.2019

Weltraumforschung auf dem Meeresboden

Spuren eines Asteroideneinschlags in marinen Sedimenten nachgewiesen

Entlang der Nordanatolischen Verwerfung schieben sich Anatolien und die Eurasische Erdplatte aneinander vorbei. Image reproduced from the GEBCO world map 2014, www.gebco.net
08.07.2019

Istanbul: Erstmals beweisen Unterwasser-Messungen Erdbebengefahr

GeoSEA-Sensoren belegen Spannungsaufbau unter dem Marmarameer

Das Forschungsschiff SONNE vor Ritter Island während der Expedition SO252 im Herbst 2016. Foto: Christian Berndt/GEOMAR
15.05.2019

Vorboten eines katastrophalen Kollapses

Ritter Island gibt neue Einblicke in die Dynamik von vulkanischen Hangrutschungen

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Expedition SO267 und das Forschungsschiff SONNE kurz vor dem Ablegen aus dem Hafen von Suva (Fidschi). Foto: Philipp Brandl + Nico Augustin/GEOMAR
10.12.2018

Weihnachten im Westpazifik

Kieler Forschungsgruppe untersucht mit FS SONNE die Geburtsstätte eines Kontinents

Im Frühjahr 2016 setzt ein Team des GEOMAR und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel vom Forschungsschiff POSEIDON aus die GeoSEA-Transponder an der Ostflanke des Ätnas ab. Foto: Felix Gross (CC BY 4.0)
10.10.2018

Ätna: Neues Messsystem belegt Abrutschen des Südosthangs

Vulkanflanke bewegt sich auch unter Wasser – Tsunami als mögliche Folge

Die Lage des Untersuchungsgebietes im Cayman Trog in der Karibik. Grafik. Ingo Grevemeyer/GEOMAR
16.05.2018

Meeresboden kalt produziert

Erster seismischer Nachweis von Mantelgestein am Meeresboden

Gashydrate werden wegen des eingeschlossenen Methans auch als "brennendes Eis" bezeichnet. Foto: Science Party SO174
23.03.2018

Gashydratforschung: Erweitertes Grundwissen und neue Technologien

Verbundprojekt SUGAR endet nach zehn Jahren mit Konferenz in Potsdam

Schematische Darstellung, wie stabile Gashydrate indirekt eine Hangrutschung auslösen können: Gas und Flüssigkeiten sammeln sich unter der Gashydratstabilitätszone (GHSZ) und sorgen für Überdruck. Wird er zu groß, bahnen sie sich einen eigenen Weg durch die Gasyhdrate Richtung Meeresboden. Dort können sie weichere Sedimentschichten destabilisieren und ins Rutschen bringen.
19.02.2018

Stabile Gashydrate lösen Hangrutschung aus

„Zement der Kontinentalhänge“ hat andere Wirkung als bisher gedacht