Plattentektonik und marine Naturgefahren

Plattentektonische Prozesse sind Auslöser von Naturgefahren (z.B. Erdbeben, Vulkanismus und Tsunamis), die an den Nahtstellen der divergierenden und konvergierenden Erdkrustenplatten sowie  bei Vulkanismus innerhalb der Erdplatten (sogenannter Intraplattenvulkanismus) besonders ausgeprägt sind. Insofern konzentriert sich die Forschung insbesondere auf die Spreizungszonen in den Ozeanen (ozeanische Rücken), die Unterschiebungszonen (Subduktionszonen), aber auch auf Intraplattenvulkangebiete wie z.B. Seamounts. Diese Regionen re­präsentieren die wichtigsten Stadien in der Entstehung und Entwicklung des Meeres­bodens. Die tiefen Meeresbecken entstehen durch das stetige Auseinanderbrechen der Kontinente. Neuer Meeresboden wird dabei an den ozeanischen Rücken ge­bildet. Die Ozeankruste wird dann durch verschiedene Prozesse modifiziert. Dazu ge­hören Wechsel­wirkungen mit dem Meer­wasser bei niedrigen oder hohen Temperaturen (u.a. Entstehung polymetallischer Massiv­sulfide), magmatische Prozesse in großer Entfernung von den Plattenrändern (Intraplatten­vulkanismus), die Ablagerung mariner Sedimente sowie tektonische Prozesse entlang von Trans­form­störungen, Bruchzonen und an Platten­grenzen. Sub­duktion von ozeanischer Kruste an Kontinental­rändern ist nicht nur mit zum Teil ver­heerenden Erdbeben verbunden, sondern führt durch die Zufuhr von Meerwasser und leichtflüchtigen Elementen aus der subduzierenden Platte in den überliegenden Mantel­keil zur Schmelzbildung und damit auch zu explosiver vulkanischer Aktivität, welche die Kontinente verändert, klima­relevante Gase in die Atmosphäre einträgt und katastrophale Auswirkungen auf die Bevölkerung haben kann. Die Kontinental­ränder sind durch die Akkumulation mächtiger Sedimentpakete und damit ver­bundenen Stoffströmen (u.a. Entstehung von Kohlenwasserstoff-Lagerstätten) charakterisiert.

News zum Themenfeld: Plattentektonik und marine Naturgefahren

Vom französischen Forschungsschiff POURQUOI PAS? wurden im Sommer 2017 30 Ozeanbodenseismometer im Ligurischen Meer ausgesetzt. Während der aktuellen Fahrt werden sie geborgen, um die aufgezeichneten Daten auszuwerten. Foto: Catherine Prequegnat/CNRS
05.02.2018

Tiefseeforschung und die Alpen – wie passt das zusammen?

GEOMAR untersucht im Rahmen des Projekts AlpArray den “Ligurischen Knoten“

Die Nazca-Erdplatte bewegt sich im Bereich des südlichen Chile mit rund sechseinhalb Zentimetern pro Jahr Richtung Osten. Vor der chilenischen Küste trifft sie auf die südamerikanische Erdplatte und schiebt sich unter sie. Das führt wiederholt zu schweren Erdbeben. Image reproduced from the GEBCO world map 2014, www.gebco.net
13.12.2017

Rest-Spannung trotz Megabeben

Sogar das stärkste jemals gemessene Erdbeben hinterließ Energie für das Folgebeben

Modell eines Hotspot-Vulkans. Am Übergang zu jüngsten Eiszeit könnte der nachlassende Druck des Meerwassers auf die Erdkruste zu erhöhter vulkanischer Aktivität geführt haben. Grafik: Jörg Hasenclever
06.07.2017

Sinkender Meeresspiegel brachte Vulkane zum Überlaufen

Internationales Forschungsteam findet Verbindung zwischen fester Erde und Klimasystem

Im Dezember 2015 wird das GeoSEA-Netzwerk vor der Küste Chiles am Meeresboden installiert. Seitdem  ist es Teil des IPOC. Foto: Jan Steffen, GEOMAR
28.06.2017

Chile im Fokus der Geowissenschaften

Partner des chilenischen Plattenrandobservatoriums IPOC treffen sich am GEOMAR

Die geplante Expeditionsroute mit den einzelnen Arbeitsgebieten im Indischen Ozean. Image reproduced from the GEBCO world map 2014, www.gebco.net
06.06.2017

Wann trennte sich die Antarktis von Indien?

Erste Expedition des Forschungsschiffs SONNE im Indischen Ozean

Lava- und Magmaproben aus allen Ozeanen, die im GEOMAR-Gesteinslager archiviert sind, brachten das Forschungsteam auf die Spur des Wassers im Erdmantel. Foto: Jan Steffen, GEOMAR
28.02.2017

Wasserkreislauf reicht viel tiefer als bisher gedacht

Internationales Wissenschaftsteam weist Einfluss der Subduktion auf den gesamten Erdmantel nach

Das Bohrschiff JOIDES RESOLUTION während IODP-Expedition 351. Foto: Bill Crawford/IODP
10.02.2017

Kalte Platten und heiße Schmelzen

Internationales Wissenschaftsteam untersucht die Geschichte des Pazifischen Feuerrings

Das Manihiki-Plateau liegt nordöstlich der Pazifikstaaten Fidschi und Samoa. Image reproduced from the GEBCO world map 2014, www.gebco.net
09.02.2017

Überraschung am Lava-Plateau

Kieler Meeresforscher widerlegen bisherige Einordnung von Gesteinstypen

Forschungsschiff METEOR. Foto: Hermann Bange, GEOMAR.
24.01.2017

Süditalien: Aktive Plattengrenze birgt Erdbebengefahr

Internationales Forschungsteam veröffentlicht neueste Meeresbodenkartierungen

Der Tiefseeroboter ROV KIEL 6000 wird während der Expedition SO210 nach einem Tauchgang zur chilenischen Subduktionszone wieder an Bord des Forschungsschiffes SONNE (I) gehoben. Foto: Bernd Grundmann, GEOMAR
15.12.2016

Megabeben fördern Methanaustritte am Meeresboden

GEOMAR-Forscher veröffentlichen neue Erkenntnisse zum Chile-Erdbeben 2010