Plattentektonik und marine Naturgefahren

Plattentektonische Prozesse sind Auslöser von Naturgefahren (z.B. Erdbeben, Vulkanismus und Tsunamis), die an den Nahtstellen der divergierenden und konvergierenden Erdkrustenplatten sowie  bei Vulkanismus innerhalb der Erdplatten (sogenannter Intraplattenvulkanismus) besonders ausgeprägt sind. Insofern konzentriert sich die Forschung insbesondere auf die Spreizungszonen in den Ozeanen (ozeanische Rücken), die Unterschiebungszonen (Subduktionszonen), aber auch auf Intraplattenvulkangebiete wie z.B. Seamounts. Diese Regionen re­präsentieren die wichtigsten Stadien in der Entstehung und Entwicklung des Meeres­bodens. Die tiefen Meeresbecken entstehen durch das stetige Auseinanderbrechen der Kontinente. Neuer Meeresboden wird dabei an den ozeanischen Rücken ge­bildet. Die Ozeankruste wird dann durch verschiedene Prozesse modifiziert. Dazu ge­hören Wechsel­wirkungen mit dem Meer­wasser bei niedrigen oder hohen Temperaturen (u.a. Entstehung polymetallischer Massiv­sulfide), magmatische Prozesse in großer Entfernung von den Plattenrändern (Intraplatten­vulkanismus), die Ablagerung mariner Sedimente sowie tektonische Prozesse entlang von Trans­form­störungen, Bruchzonen und an Platten­grenzen. Sub­duktion von ozeanischer Kruste an Kontinental­rändern ist nicht nur mit zum Teil ver­heerenden Erdbeben verbunden, sondern führt durch die Zufuhr von Meerwasser und leichtflüchtigen Elementen aus der subduzierenden Platte in den überliegenden Mantel­keil zur Schmelzbildung und damit auch zu explosiver vulkanischer Aktivität, welche die Kontinente verändert, klima­relevante Gase in die Atmosphäre einträgt und katastrophale Auswirkungen auf die Bevölkerung haben kann. Die Kontinental­ränder sind durch die Akkumulation mächtiger Sedimentpakete und damit ver­bundenen Stoffströmen (u.a. Entstehung von Kohlenwasserstoff-Lagerstätten) charakterisiert.

News zum Themenfeld: Plattentektonik und marine Naturgefahren

Luftbildaufnahme von Ritter Island (www.oceanicexpeditions.org)
08.11.2016

Tsunamigefahr durch Inselvulkane

Kieler Meeresforscher untersuchen Vulkankomplex im Westpazifik

Karte des südwestlichen Pazifiks mit der Insel Pitcairn, auf der die Proben für die Studien gewonnen wurden. Quelle: GEOMAR.
28.10.2016

Sand- oder Marmorkuchen?

Neue Einblicke zum Plattenrecycling der Erde

Ein Schwarzer Raucher im Guaymas-Becken, aufgenommen vom ROV HYBIS des GEOMAR. Diese heiße Quellen können CO2 und Methan mehrere hundert Meter hoch in die Wassersäule transportieren. Foto: ROV HYBIS, GEOMAR
27.09.2016

Rapide Klimaerwärmung vor 55 Millionen Jahren

GEOMAR-Forscher finden Hinweise auf vulkanische Ursachen für massiven Temperaturanstieg

Virtueller Anblick eines der größten Unterwasservulkane im Roten Meer. Hatiba Mons durchmisst mehr als 13 km, erhebt sich vom umliegenden Meeresboden fast 1000 m und liegt genau auf der Spreizungsachse. Solche Riesen verstecken sich viele an den Mittelozeanischen Rücken und Hatiba Mons ist sogar noch einer der kleineren. Grafik: N. Augustin, GEOMAR
16.09.2016

Der Meeresboden im Roten Meer ist älter als angenommen

GEOMAR-Forscher präzisieren Modelle zur Geburt eines zukünftigen Weltmeers

Schematisches Diagramm einer Subduktionszone. Grafik: C. Kersten, GEOMAR.
01.08.2016

Die Suche nach dem Erdbeben-Keim

Sind kalkhaltige Sedimente Schwachstellen in seismogenen Zonen?

Karte der Region. Nach GEBCO world map 2014, www.gebco.net
15.07.2016

Chile: Auf der Spur der Nachbeben

Meeresforscher veröffentlichen Daten zum Illapel-Erdbeben im Jahr 2015

Kurs Beringsee: Das deutsche Forschungsschiff SONNE wird zehn Wochen lang vor den Aleuten und der Halbinsel Kamtschatka arbeiten. Foto: Peter Linke, GEOMAR
03.06.2016

Die Geschichte des Nordpazifiks entschlüsseln

Deutsch-Russisch-US-amerikanische Expedition mit FS SONNE startet Anfang Juni

3-D Darstellung des Mittelatlantischen Rückens im Bereich der Kolbeinsey Ridge. Quelle: GEOMAR.
05.04.2016

Neue Beweise für riesige Vulkanausbrüche am Meeresboden gefunden

Kieler Meeresforscher wenden neue Methode zur Altersbestimmung von Lavaflüssen am Kolbeinsey Rücken an

Einfluss einer Schmelze in Olivin aus Komatiit, dass auf 1,500 Grad Celsius erhitzt wurde, um Glas zu erzeugen. Dieses Glas enthält einen signifikanten Anteil an Wasser aus dem tieferen Erdmantel.
04.04.2016

Ein alter Ozean im Erdinnern

Geowissenschaftler weisen Wasser aus der frühen Erdgeschichte in Mantelgesteinen nach

Untermeerische Ostflanke des Vulkans Ätna auf Sizilien. Grafik: Felix Gross, CAU
24.03.2016

Tsunamigefahr am Ätna?

Kieler Meeresforscher installieren neuartiges Vermessungsnetz am Fuß von Europas größtem Vulkan