METEOR M160

22.11.2019 - 20.12.2019
Nordöstlich der Kapverden

Institution: GEOMAR
Leitung: Arne Körtzinger

Die Fahrt M160 (MOSES Eddy Study II) zielt darauf ab, eine detaillierte hochauflösende, multiparametrische Studie einzelner Wirbel im tropischen Atlantik durchzuführen. Vor Westafrika werden das ganze Jahr über Wirbel erzeugt, wobei die Häufigkeit im Sommer am höchsten ist. Bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 3,0±2,5 km pro Tag entlang ihrer typischen westlich gerichteten Bahnen haben im Sommer gebildete Wirbel bis November/Dezember die Region nordöstlich des kapverdischen Archipels erreicht. Parallel zum Forschungsschiff METEOR kommt bei der Expedition auch das Motorsegelflugzeug Stemme S10 VTX der Fachhochschule Aachen zum Einsatz. Es wird die Bildung submesoskaliger Wirbelbildungen in der Luft beobachten. Die ambitionierte Wirbelstudie folgt einem Ansatz, der erfolgreich im Rahmen des 2014er "Eddy Hunt Project" (GEOMAR & Universität Kiel) demonstriert wurde, kombiniert mit den erfolgreichen Ansätzen der submesoskaligen Experimente SubEx I und II und der „Expedition Clockwork Ocean“ (HZG). Schon vor der Fahrt werden ozeanografische Gleiter vom Ocean Science Centre Mindelo (www.oscm.cv, São Vincente Island, Kap Verde) auf den Weg gebracht, um per Fernerkundung erkannte Wirbel zu bestätigen und die Eigenschaften der Wirbelkandidaten zu verifizieren. Wirbel, die nachweislich starke und klare Signaturen haben und möglichst unterschiedlichen Wirbelarten (zyklonal, antizyklonal, antizyklonal Modewasser) angehören, werden dann für die Untersuchungen von Bord der METEOR aus ausgewählt. Während antizyklonale Modewasser-Wirbel (ACME) vielleicht die extremsten Eigenschaften aufweisen, sind alle drei Wirbeltypen in dieser Studie von Interesse, da sie eine sehr unterschiedliche Wirkung auf das physikalische und biogeochemische System und damit auf die biologische Pumpe haben. Besondere Aufmerksamkeit wird dem Rand der Wirbel geschenkt, wo sich starke vertikale submesoskalige Bewegungen in scharfen Fronten an der Oberfläche konzentrieren können, die den Stoffaustausch mit der mesoskaligen oberen Kappe und dem Kern verbinden. Die Aufklärung dieser gegensätzlichen Rollen durch die Verknüpfung der großen Bandbreite relevanter Skalen ist ein wichtiges und neuartiges Ziel dieser Expedition.

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