Erst das Mikroskop zeigt, was in einem Wassertropfen wirklich steckt. Foto: J. Dengg, GEOMAR

Erst das Mikroskop zeigt, was in einem Wassertropfen wirklich steckt. Foto: J. Dengg, GEOMAR

Abfüllen einer Wasserprobe aus der Kieler Förde. Foto: J. Dengg, GEOMAR

Abfüllen einer Wasserprobe aus der Kieler Förde. Foto: J. Dengg, GEOMAR

Vorbereitung der Wasserproben für die Nährstoffanalyse. Foto: J. Dengg, GEOMAR

Vorbereitung der Wasserproben für die Nährstoffanalyse. Foto: J. Dengg, GEOMAR

19.11.2014

3. Tag der Helmholtz-Schülerlabore

Schnupperkurs in die Welt der Meeresforschung

19.11.2014/Kiel. Zum dritten Mal veranstalteten die Schülerlabore der Helmholtz-Gemeinschaft gestern ihren gemeinsamen Helmholtz-Tag. Schüler von der Grundschule bis zum Gymnasium sollen so bundesweit einen Einblick in die Forschungsarbeit der Helmholtz-Zentren bekommen und können in den Laboren selbst experimentieren. Auch die Schulprogramme des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel waren wieder beteiligt, diesmal mit einem Tag rund um das Ökosystem Ostsee.

So haben die Jugendlichen das wohl nicht erwartet: Gleich zu Anfang ihres Besuchs am GEOMAR werden die Schülerinnen und Schüler des Biologieprofils in der 10. Klasse der Heinrich-Heine-Schule Heikendorf mit einem Vortrag einer Expertin zum Stickstoff-Haushalt der Ostsee überrascht. In ihm wechseln sich in schneller Folge Aspekte der Biologie, Chemie, Geographie und Statistik ab, nicht mehr sauber nach Fächern getrennt wie aus der Schule gewohnt, sondern ganz an den Erfordernissen der Forschungsfrage orientiert.

Doch dieser thematische „Überfall“ ist nicht ganz unbeabsichtigt. Dr. Sally Soria-Dengg, im Sonderforschungsbereich SFB 754 der Deutschen Forschungsgemeinschaft für die Vermittlung der SFB-Themen an Schulen zuständig, erläutert die Vorgehensweise: „Neben den inhaltlichen Aspekten wollen wir den Schülerinnen und Schülern klar machen, dass bei der Arbeit in der Meeresforschung immer viele Fachgebiete eng verzahnt sind. Denn wenn sie ein späteres Studium in dieser Richtung anstreben, ist es nötig, schon in der Schule nach allen Seiten offen zu bleiben.“ Und tatsächlich dokumentieren die anschließenden Fragen der Schüler nach dem Werdegang eines Forschers ihr Interesse an dem Berufsbild „Wissenschaftler“.

Der nächste Programmpunkt bietet dann die Möglichkeit zum eigenständigen, praktischen Arbeiten. Es werden Wasser- und Planktonproben aus der Kieler Förde genommen und mit verschiedenen Untersuchungsmethoden analysiert. Wie in der richtigen Forschung spielen auch hier Sorgfalt und Genauigkeit eine wichtige Rolle, was spätestens bei der Interpretation der Messergebnisse deutlich wird. „Sagt mal, der Wert kann doch gar nicht stimmen, der ist doch viel höher als alle anderen Messungen!“, ist da schon mal auch aus den Reihen der Schüler zu hören, als es darum geht, die Messwerte in einem kleinen Quiz verschiedenen Standorten der Kieler Förde zuzuordnen.

„Der Helmholtz-Tag ist eine schöne Gelegenheit, Schulen die Möglichkeit zu geben, unsere Angebote  unverbindlich auszuprobieren“, erläutert Dr. Soria-Dengg. „Im Allgemeinen arbeiten wir mit Schulen sonst eher projektorientiert, indem wir uns ein gemeinsames Thema vornehmen und dieses dann über einen längeren Zeitraum zusammen bearbeiten. Dadurch kann man viele Dinge vertiefen, die wir heute leider nur kurz anreißen können.“

Dies wird auch den betreuenden Lehrerinnen der Heinrich-Heine-Schule im Laufe des Tages immer deutlicher bewusst. Die Zeit ist viel zu kurz, um auf die vielen interessanten Themen genauer eingehen zu können. Und so nehmen sie gerne das Angebot mit nach Hause, im nächsten Jahr einige davon mit dem GEOMAR zusammen wieder aufgreifen und ausführlicher weiterführen zu können.
Bundesweit betreuen die Helmholtz-Schülerlabore jährlich etwa 65.000 Schüler und vermitteln ihnen durch eigenes Experimentieren einen Eindruck vom Ausüben eines wissenschaftlichen Berufs. Darüber hinaus bieten die Schülerlabore auch Fortbildungen für mehr als 2.000 Lehrer an.

 

Ansprechpartner:
Sally Soria-Dengg (GEOMAR, SFB 754), Tel 0431 600-4038, sdengg(at)geomar.de 
Jan Steffen (GEOMAR Kommunikation und Medien), Tel.: 0431 600-2811, jsteffen(at)geomar.de