Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka (re.) überreicht das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Dr. Heidemarie Kassens. Foto: Karin Dohle

Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka (re.) überreicht das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Dr. Heidemarie Kassens. Foto: Karin Dohle

09.12.2016

Hohe Auszeichnung für GEOMAR-Forscherin

Dr. Heidemarie Kassens erhält das Bundesverdienstkreuz

09.12.2016/Kiel. Für „herausragende wissenschaftliche Arbeit“ sowie „besondere Verdienste um die deutsch-russische Nachwuchsförderung“ hat Bundespräsident Joachim Gauck die Meeresgeologin Dr. Heidemarie Kassens vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka überreichte den Orden heute in Berlin.

Beinahe jährlich zeigen die Beobachtungsdaten neue Minusrekorde für  die Fläche des Meereises in der Arktis. Doch nicht nur die Fläche, die das Eis im Nordpolarmeer während der Sommermonate einnimmt, wird von Jahr zu Jahr kleiner. Auch die Dicke des Eises nimmt messbar ab. So ist das Eisvolumen in der Arktis in den vergangenen 30 Jahren um etwa 75 Prozent geschrumpft. In kaum einer anderen Region der Erde ist der Klimawandel deutlicher zu sehen.  Die sibirischen Schelfmeere spielen in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle, denn dort wird ein großer Teil des arktischen Meereises gebildet.

Zu den international anerkanntesten Experten für die Erforschung der Arktis in Nordsibirien gehört die Meeresgeologin Dr. Heidemarie Kassens vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Jetzt hat Bundespräsident Joachim Gauck sie für  ihre wissenschaftlichen Leistungen mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka überreichte den Orden heute (9. Dezember) in Berlin.

Dr. Kassens hat 25 Jahre Erfahrung in der Arktisforschung. In dieser Zeit hat sie 17 deutsch-russische Expeditionen in den sibirischen Schelfmeeren geleitet. Am GEOMAR leitet sie die Arbeitsgruppe „Sibirische Arktis“, gleichzeitig ist sie die deutsche Direktorin des deutsch-russischen Otto-Schmidt-Labors für Polar- und Meeresforschung in St. Petersburg, das von deutscher Seite gemeinsam vom Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung  (AWI) und dem GEOMAR betrieben wird.

Mit dem Verdienstkreuz werden neben Dr. Kassens wissenschaftlicher Arbeit aber auch „ihre besonderen Verdienste um die deutsch-russische Nachwuchsförderung” gewürdigt, wie es in der offiziellen Begründung heißt. Dr. Kassens gehörte im Jahr 2001 zu den Initiatoren des deutsch-russischen Masterstudiengangs für Polar- und Meereswissenschaften POMOR. Unter Federführung der Universitäten Hamburg und St. Petersburg wird POMOR durch ein Netzwerk von Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland und Russland getragen. Dazu gehören auf deutscher Seite die Universitäten Bremen, Kiel und Potsdam sowie das AWI, das Institut für Ostseeforschung Warnemünde und das GEOMAR.

Die Studierenden werden fächerübergreifend ausgebildet und über ihre Berufspraktika und Masterarbeiten bekommen sie nicht nur Einblicke in die russisch-deutsche Polar- und Meeresforschung, sondern tragen selbst dazu bei. Die mittlerweile 87 Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs sind gefragt auf dem Arbeitsmarkt und zwei Drittel von ihnen haben sich nach ihrem Abschluss weiter wissenschaftlich in dem deutsch-russischen Netzwerk engagiert.

Dr. Kassens ist außerdem Mitglied im deutschen Nationalkomitee SCAR/IASC (Scientific Committee on Antarctic Research/International Arctic Science Committee) der Deutschen Forschungsgemeinschaft, stellvertretende Vorsitzende der Marine Working Group des International Arctic Science Committee und seit 2016 Mitglied des Deutsch-Russischen Forums.

GEOMAR-Direktor Prof. Dr. Peter Herzig gratulierte Dr. Kassens zu der Auszeichnung: „Heidi Kassens hat sich über viele Jahre weit über ihre wissenschaftliche Tätigkeit hinaus für die deutsch-russischen Beziehungen engagiert. Insofern freut es mich sehr, dass dieses Engagement nun auch auf politischer Ebene Würdigung erfährt. Dr. Kassens zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie internationale Forschung Menschen über Grenzen hinweg verbindet.“

 

Kontakt:
Jan Steffen (GEOMAR, Kommunikation & Medien), Tel.: 0431 600-2811, presse@geomar.de

Dateien:
pm_2016_78_BundesverdienstkreuzKassens.pdf43 K