Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kick-off-Treffens in St. Petersburg. Foto: Karen Volkmann-Lark, GEOMAR

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kick-off-Treffens in St. Petersburg. Foto: Karen Volkmann-Lark, GEOMAR.

Das russische Forschungsschiff Akademik Tryoshnikov. Quelle: Vladimir Ivanov.

Das russische Forschungsschiff Akademik Tryoshnikov. Quelle: Vladimir Ivanov.

23.05.2017

Klimawandel in der sibirischen Arktis

Neues russisch-deutsches Forschungsprojekt startet in St. Petersburg

23.05.2017/Kiel, St. Petersburg. In der vergangenen Woche trafen sich 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Russland und Deutschland am staatlichen Institut für Arktis- und Antarktisforschung in St. Petersburg, um ein neues bilaterales Projekt zur Untersuchung des Klimawandels in den sibirischen Schelfmeeren zu starten. „Wir wollen herausfinden, wie sich die sibirische Arktis verändert und wie sich diese Änderungen auf die Ozeanströmungen und auf das transpolare Eisdriftsystem auswirken“, erklärt Dr. Heidemarie Kassens vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, die das Projekt auf deutscher Seite leitet.

Bei dem Treffen in St Petersburg wurden unter anderem zwei Schiffsexpeditionen vorbereitet, die in diesem Sommer und im Jahr 2018 mit dem neuen russischen Forschungseisbrecher AKADEMIK TRESHNIKOV in der sibirischen Laptewsee durchgeführt werden sollen.

Mit dem Projekt werden neue Meereis-, Ozean- und Atmosphärendaten auf der Grundlage von Satellitendaten, Schiffsexpeditionen und autonomen Probenahme- und Datenerhebungstechnologien erarbeitet. Dazu sollen verschiedene Arbeitsmethoden angewendet werden, u.a. ganzjährige Meeresobservatorien, Messungen der atmosphärischen Grenzschicht, Fernerkundung mit Multi-Sensor-Satelliten und gekoppelte Atmosphären/Meereis/Ozean-Modelle. Darüber hinaus soll die langfristige Variabilität des arktischen transpolaren Systems durch die Verwendung historischer Daten in statistischen Modellen abgeschätzt werden. Sedimentkerne werden die Basis bilden für eine Untersuchung der vorindustriellen Umwelt. „Diese Region ist entscheidend für das Verständnis der Auswirkungen der globalen Erwärmung auf das arktische Meereis, das Nordpolarmeer und das Klimasystem der Arktis“, sagt Dr. Kassens.

Mit dem Projekt “CATS – The Changing Arctic Transpolar System" will ein Konsortium aus zehn deutschen und russischen Forschungseinrichtungen und Universitäten diese Veränderungen weiter beobachten, um abschätzen zu können, wie die Arktis in zehn Jahren aussehen könnte. Das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung und das russische Ministerium für Bildung und Wissenschaft finanzieren es gemeinsam für drei Jahre mit 3,2 Mio. Euro. Beteiligt sind neben dem GEOMAR das Alfred-Wegner-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung Bremerhaven, die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die Universität Hamburg, die Universität Trier, die Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz, das staatliche Institut für Artktis- und Antarktisforschung, die Staatliche Lomonossow-Universität Moskau und das P.P.-Schirschow-Institut für Ozeanologie der Russischen Akademie der Wissenschaften.

Kontakt:

Jan Steffen (Kommunikation & Medien), Tel.: 0431-600-2811, presse(at)geomar.de