MARIA S. MERIAN MSM54

Bereich:
Nordatlantik
Zeit:
12.05.2016 - 07.06.2016
Institution:
GEOMAR
Leitung:
Johannes Karstensen (20 Teilnehmer)

In der gegenwärtigen Phase der Erdgeschichte ist der nördliche Nordatlantik eine der bedeutenden Quellen für das Tiefenwasser im Weltozean und bestimmt damit auch maßgeblich dessen Zirkulation. Dichtes Wasser aus dem Europäischen Nordmeer und der Labradorsee fließt in der Tiefe nach Süden und wird in den oberen Schichten der Wassersäule durch einen nach Norden gerichteten Strom warmen Wassers ersetzt. Ein Ineinandergreifen komplexer Umwandlungsprozesse führt zum „Verdichten“ des Oberflächenwassers, insbesondere wird dabei viel Wärme an die Atmosphäre abgegeben was unter anderem auch zu einem vergleichbar milden Klima in Europa führt. Die Reise MSM54 des Forschungsschiffes MARIA S. MERIAN hat das Ziel, die Umwandlungsprozesse und den Abtransport der Wassermassen in der Labrador- und Irminger-See besser zu verstehen.
Die Reise startet in St. John’s (Neufundland, Kanada) und nimmt dann Kurs auf eine ozeanische Langzeitstation am Südausgang der Labradorsee, das sogenannte „53°N Array“, das seit 1997 die Stärke des Abtransports von kaltem Wassers nach Süden vermisst. Die dort zuletzt im Sommer 2014 installierten Geräte werden von Technikern und Wissenschaftlern an Bord der MERIAN geborgen, gewartet und dann für zwei weitere Jahre installiert. Die gewonnenen Daten liegen als Zeitreihen vor und erlauben es Schwankungen in Stärke und Charakter (Temperatur, Salzgehalt) des Abtransports zu detektieren und mit möglichen Antrieben (z.B. Änderungen im Windfeld, Erwärmung des Meeres) in Zusammenhang zu bringen. Des weiteren steht für die MARIA S MERIAN die Wartung von Geräten an, die in zwei Regionen installiert sind, in denen besonders ausgeprägte Umwandlungen der Oberflächenwasser auftreten: die zentrale Labrador- und die Irminger-See. Während das Schiff die Stationen anfährt, werden verschiedenste Messungen in der Wassersäule und in der oberflächennahen Atmosphäre durchgeführt um eine Momentaufnahme des Aufbaus der Wassersäule zu erhalten.
Die Reise endet am 07. Juni im Hafen von Reykjavik (Island). Die Untersuchungen werden hauptsächlich durch das BMBF im Projekt RACE II gefördert. Teilaspekte werden aber auch in den europäischen Projekten NACLIM und AtlantOS finanziert. Die Arbeiten sind durch das internationale „Overturning in the Subpolar North Atlantic Program“ (OSNAP) mit internationalen Partnern vernetzt – nur gemeinsam kann eine gleichzeitige und optimale Erfassung der Prozesse zur Erforschung des Subpolaren Nordatlantiks erreicht werden.