Europas Meeresforschung trifft sich in Kiel
Das European Marine Board traf zur Herbsttagung am GEOMAR zusammen
Das European Marine Board (EMB) hat seine Herbstplenarsitzung am GEOMAR abgehalten. Die Sitzung bot den Delegierten und dem EMB-Sekretariat die Möglichkeit, laufende Aktivitäten zu besprechen, über Fortschritte zu berichten und strategische Themen für die europäische Meeresforschung weiterzuentwickeln. Für das GEOMAR war die Ausrichtung des Treffens zugleich eine Gelegenheit, aktuelle Forschungsschwerpunkte und Infrastrukturen am Standort Kiel vorzustellen.
Starke Stimme für die Meeresforschung in Europa
„Das European Marine Board gibt der Meeresforschung in der europäischen Wissenschaftspolitik eine starke Stimme. Es bündelt die Expertise seiner Mitgliedseinrichtungen und ist ein geschätzter Beratungspartner der Europäischen Kommission. Wir freuen uns sehr, die Arbeit des EMB und seines Sekretariats mit der Ausrichtung der Herbstplenarsitzung am GEOMAR zu unterstützen“, sagte GEOMAR-Direktorin Professorin Dr. Katja Matthes.
Am ersten Sitzungstag standen interne Themen im Mittelpunkt, darunter mögliche künftige Themen für EMB-Arbeitsgruppen. Der zweite Tag widmete sich den wissenschaftlichen Aktivitäten, etwa den Arbeitsgruppen zu biomolekularen Ansätzen, Unterseekabeln, digitalen Zwillingen für Küsten- und Arktisräume sowie zur Ozeanbeobachtung. Weitere Themen waren EU-Projekte, das EMB Young Ambassador Programme, Beiträge zur UN-Dekade der Ozeanforschung für nachhaltige Entwicklung, die EU-Mission „Restore our Ocean and Waters“ sowie das Engagement des EMB zum European Ocean Pact.
Ozeanbeobachtung und Sicherheit im Fokus
In der offenen Sitzung „Ocean Observation and Security“, die Katja Matthes eröffnete, ging es um ein Thema, das für Forschung, Technologieentwicklung und politische Entscheidungsprozesse zunehmend an Bedeutung gewinnt. Aus dem GEOMAR sprachen Torsten Frey zum Thema Munition im Meer und Everardo Gonzalez zur Unterwasser-Sensorplattform MOLA. Marie Becker moderierte eine Diskussion zu sicherheitsrelevanten Schnittstellen in der Forschung. Iglika Yakova von der Generaldirektion Maritime Angelegenheiten und Fischerei der Europäischen Kommission gab einen Überblick zu Ozeanbeobachtung, Sicherheit und Dual Use aus europäischer Perspektive.
Hintergrund: Das European Marine Board
Das European Marine Board (EMB) ist ein europäisches Netzwerk von Meeresforschungseinrichtungen, Forschungsförderorganisationen und Universitäten. Es stärkt die Stimme der Meeresforschung in Europa, indem es Expertise aus seinen Mitgliedsinstitutionen bündelt, strategische Empfehlungen erarbeitet und wissenschaftliche Grundlagen für politische Entscheidungsprozesse bereitstellt. Dazu veröffentlicht das EMB unter anderem Positionspapiere, organisiert thematische Arbeitsgruppen und fördert den Austausch zwischen Wissenschaft, europäischen Institutionen und weiteren Akteur:innen. Das Sekretariat des EMB befindet sich in Ostende, Belgien.
Delegierte aus verschiedenen Forschungseinrichtungen und das Sekretariat des European Marine Board kamen am 27. und 28. Oktober 2026 zur Herbstplenarsitzung am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel zusammen.
Foto: Ilka Thomsen, GEOMAR