Kobaltkrusten – Metallischer Schatz am Hang der Seeberge

Durch vulkanische Aktivität am Meeresboden sind in Millionen Jahren Seeberge, auch Seamounts genannt, in die Höhe gewachsen. Seamounts kommen in allen Meeren vor und erreichen eine Höhe von 1.000 bis 4.000 Metern. An ihnen bilden sich bilden sich oft steinharte, metallhaltige Beläge, die in der Fachwelt als kobaltreiche Eisenmangan­krusten oder auch kurz Kobaltkrusten bekannt sind.

Rund 33.000 Seamounts gibt es in allen ­Meeren – wahrscheinlich. Denn die Ozeanböden sind bei Weitem nicht so genau kartiert wie die Kontinente.­ Die Zahl beruht auf Hochrechnungen bisher bekannter Strukturen. Es gibt also noch viele Chancen auf Neuentdeckungen.

Die Kobaltkrusten an den sedimentfreien Flanken der Seeberge entstehen ähnlich wie Manganknollen, indem sich im Laufe von Jahrmillionen Metallverbindungen im Wasser auf dem Gestein ablagern. Wie bei den Manganknollen läuft diese Ablagerung ausgesprochen langsam ab: Pro Million Jahre wachsen die Krusten 1 bis 5 Millimeter und damit sogar noch langsamer als die Manganknollen.

Kobaltkrusten sind eine vielversprechende Ressource am Meeresboden, da sie große Mengen an Kobalt, Nickel, Mangan und anderen Metallen enthalten, die die Gehalte in Landlagerstätten zum Teil übertreffen könnten. Allerdings gibt es nur wenige Vorkommen in internationalen Gewässern, für die Erkundungslizenzen beantragt wurden. Da Kobaltkrusten fest mit dem felsigen Untergrund verbunden sind, können sie nicht einfach wie Manganknollen vom Meeresboden aufgelesen werden, vielmehr müsste man sie aufwendig vom Untergrund abtrennen. Die Umweltauswirkungen eines Abbaus werden als ähnlich gravierend angenommen wie bei Massivsulfiden und Manganknollen, allerdings wären, im Vergleich zu Manganknollen, nur kleinere Abbauflächen betroffen.

Biodiversität an Seebergen

Die Artenzusammensetzung an See­bergen unterscheidet sich von Meeres­gebiet zu Meeresgebiet deutlich. Die große Artenvielfalt ist auf die besonderen Meeresströmungen zurückzuführen: Zum einen werden Nährstoffe durch die kreisenden Strömungen am Seeberg gehalten, zum anderen wird nährstoffreiches Wasser durch die Strömungen an den Seebergen aus der Tiefe heraufbefördert, was zu verstärktem Planktonwachstum führt.

 

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