Klimawandel im Meer – Wie verändert sich der Ozean der Zukunft?

Weil der Ozean rund 90 Prozent der überschüssigen Wärme aus der Atmosphäre gespeichert hat, nimmt auch die Wassertemperatur zu – bis hinein in die Tiefsee. Ohne diesen Puffer würde die globale Durchschnittstemperatur noch stärker als derzeit ansteigen.

Doch die Ozeanerwärmung begünstigt auch die Entwicklung von Niederschlägen und Wirbelstürmen. Zudem reduziert die Erwärmung die Durchmischung der Wasserschichten und damit die Versorgung mariner Lebewesen mit Sauerstoff und Nährstoffen. In den vergangenen 50 Jahren hat der Ozean im globalen Durchschnitt mehr als zwei Prozent seines Sauerstoffs verloren. Die Wassermenge, der jeglicher Sauerstoff fehlt, ist um das Vierfache gewachsen.

Steigende Temperaturen tragen neben dem Abschmelzen von Eisschilden und Gletschern auch zur thermalen Expansion des Meerwassers und damit zum Anstieg des Meeresspiegels bei. Seit Beginn der Industrialisierung ist der Meeresspiegel bereits um etwa 20 Zentimeter angestiegen. Er steigt nun deutlich schneller und kann bis 2100 bis zu 1,10 Meter erreichen. Hinzu kommen häufigere Überflutungen.

Als weitere Folge wird diskutiert, inwieweit die grönländische Eisschmelze dazu führen kann, dass sich die Atlantische Meridionale Umwälzzirkulation (Atlantic Meridional Overturning Circulation, AMOC) verlangsamt. Dieses ozeanische Förderband ist auch für das milde Klima in Europa verantwortlich und stellt einen Schwerpunkt in der disziplinübergreifenden Forschung am GEOMAR dar.

Eine direkte Auswirkung steigender Kohlendioxid-Konzentrationen ist die Ozeanversauerung: Wenn sich Kohlendioxid im Meerwasser löst, führt dies zu einer chemischen Reaktion: Kohlensäure entsteht, und der pH-Wert sinkt – mit Auswirkungen auf das Leben und Stoffkreisläufe im Meer.

 

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