Der Ozean als Klimaschützer

Der Ozean ist unser Partner im Kampf gegen den Klimawandel: Indem er Wärmeenergie aufnimmt, verzögert er die Auswirkungen des Klimawandels. Auch die natürliche Aufnahme von Kohlendioxid aus der Atmosphäre trägt zur Minderung des Klimawandels bei. Darüber hinaus versorgt er uns mit Sauerstoff und trägt durch viele weitere Funktionen zu unserem Wohlergehen bei. Diese Dienstleistungen sind unbezahlbar – und haben doch ihren Preis: Der Ozean erwärmt sich, verliert Sauerstoff, und das Wasser wird saurer. Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Ozean bekommen wir immer deutlicher zu spüren.

Bei der Weltklimakonferenz in Paris 2015 einigten sich die Mitglieder der Vereinten Nationen, daher den Anstieg der durchschnittlichen Erdtemperatur deutlich unter 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu halten und Anstrengungen zu unternehmen, ihn auf 1,5 Grad zu begrenzen. Die Grenze von 1,5 Grad wurde vor allem in das Übereinkommen von Paris aufgenommen, weil sie den Meeresspiegelanstieg weniger dramatisch ausfallen und Überschwemmungen seltener stattfinden ließe. Auch für das Artensterben, Verlust von Meereis, Extremwetter sowie Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und viele weitere Aspekte gilt: Jedes Zehntel Grad zählt!

Der Ozean kann helfen, die international vereinbarten Ziele zu erreichen. Indem wir ihn schützen, erhalten wir seine für unser Dasein wichtige Funktionen. Darüber hinaus wird am GEOMAR in verschiedenen Projekten wie der ersten vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsmission der Deutschen Allianz Meeresforschung (DAM), Marine Kohlenstoffspeicher in Dekarbonisierungspfaden (CDRmare) oder dem von der Europäischen Union geförderten Projekt Ocean-based Negative Emission Technologies (OceanNETs) untersucht, wie er sich gezielt nutzen lässt, um den Klimawandel weiter abzumildern – etwa durch die Kohlenstoffaufnahme im Ozean.