Dr. Peter Gimpel, Vorsitzender der Gesellschaft zur Förderung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel e.V, und Dr. Mariana Ribas Ribas von der Universität Oldenburg (links) gratulieren der Preisträgerin Hanne Marie Banko-Kubis. Foto: Jan Steffen/GEOMAR
Die Trägerin des Otto-Krümmel-Förderpreises 2018: Hanne Marie Banko-Kubis. Foto: Jan Steffen/GEOMAR
Otto Krümmel. Quelle: Archiv GEOMAR.

Junge Meeresforscherin für Arbeit zu CO2-Flüssen ausgezeichnet

Otto-Krümmel-Förderpreis für hervorragende Bachelorarbeit verliehen

08.03.2019/Kiel. Mit dem Bachelor-Abschluss ist die erste Hürde für eine erfolgreiche Karriere in der Wissenschaft genommen. Die Gesellschaft zur Förderung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel e.V. möchte mit dem Otto-Krümmel-Förderpreis für herausragende Bachelorarbeiten auf dem Gebiet der Meeresforschung junge Talente auf ihrem weiteren beruflichen Weg weiter fördern und motivieren. Die mit 1.000 Euro dotierte und zu gleichen Teilen von der Fördergesellschaft und der Reederei Briese gestiftete Auszeichnung geht in diesem Jahr an eine Umweltwissenschaftlerin aus Oldenburg, die sich mit der Aufnahme von Kohlendioxid im Meerwasser beschäftigt hat.

Otto Krümmel war einer der Pioniere der deutschen Meeresforschung. Während seiner langjährigen Tätigkeit an der Kieler Universität, legte er mit dem von ihm gegründeten Laboratorium nicht nur den Grundstein für das heutige GEOMAR, sondern auch für die moderne, international vernetzte Meeresforschung. Mit dem Otto-Krümmel-Förderpreis möchte die Gesellschaft zur Förderung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel e.V. zum einen an diesen Pionier der Meeresforschung erinnern, zum anderen junge Menschen, die mit dem Bachelor ihren ersten berufsqualifizierenden Abschluss in den Händen halten, für ihre weitere Karriere fördern und motivieren.

Den Otto-Krümmel-Förderpreis erhält in diesem Jahr Hanne Marie Banko-Kubis. Sie studierte Umweltwissenschaften an der Universität Oldenburg. Der Schwerpunkt ihrer Bachelorarbeit mit dem Titel „In situ CO2fluxes in Norwegian coastal areas. Evaluating in situ estuarine and oceanic gas transfer velocities and their relation to wind speed and turbulence“ liegt in der Messung und Analyse von Austauschgeschwindigkeiten von COund der Parametrisierung dieser unter Verwendung von Windgeschwindigkeit und Oberflächen-Turbulenz. 

In dem von ihr untersuchten Gebiet waren CO2-Flüsse bislang noch nicht bestimmt worden. Ihre Ergebnisse zeigten, dass die norwegischen Fjorde mit ihrem kalten und salzarmen Oberflächenwasser eine wichtige Senke für COdarstellen können. Die Messungen der Oberflächen-Turbulenz konnten dazu beitragen, um die CO2-Austauschgeschwindigkeit in Modellen besser zu parametrisieren.

„Ich freue mich sehr, dass Frau Banko-Kubis diese Auszeichnung erhält“, sagt ihre Betreuerin Dr. Mariana Ribas Ribas vom Institut für Biologie und Chemie des Meeres der Universität Oldenburg, die auch eine kurze Laudatio auf die Preisträgerin hielt. „Sie hat eine hervorragende Arbeit abgeliefert und zeigte ein sehr hohes Engagement, das weit über das normale Maß hinausgeht“, so Dr. Ribas Ribas. Sie freue sich, dass Frau Banko-Kubis ihre wissenschaftliche Karriere nun mit einem Masterstudium der marinen Umweltwissenschaften an der Universität Oldenburg fortsetze. Im vergangenen Jahr habe sie bereits erfolgreich an einer zweiwöchigen Ausfahrt mit dem deutschen Forschungsschiff MARIA S MERIAN teilgenommen und ihre in der Bachelorarbeit erworbenen Kenntnisse der Messung von CO2-Flüssen weiter vertiefen können, so Ribas Ribas weiter. 

„Mit dem Otto-Krümmel-Förderpreis möchten wir auch den in den Naturwissenschaften oft wenig beachteten Bachelor-Abschluss aufwerten“, sagt der Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel e.V., Dr. Peter Gimpel. „Die Studierenden haben sich bereits ein solides Grundwissen angeeignet und mussten in ihrer Abschlussarbeit zum ersten Mal zeigen, dass sie in der Lage sind, wissenschaftlich zu arbeiten“, so Gimpel weiter. „Diese Arbeiten geben oft frühzeitig Hinweise auf besonders begabte und qualifizierte Studierende. Mit dem Otto-Krümmel-Förderpreis möchten wir hervorragende Bachelorarbeiten noch einmal in besonderer Weise würdigen, um die angehenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu motivieren“, so Dr. Gimpel. 

Auch Prof. Dr. Martin Visbeck, Leiter der Physikalischen Ozeanographie und Sprecher des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft unterstützt die Idee nachdrücklich. „Ich freue mich, dass sich die Fördergesellschaft und die Reederei Briese für besonders qualifizierte Studierende einsetzen, die noch am Beginn ihrer Karriere stehen“, sagt er in einem Grußwort. „In der Forschung brauchen wir die besten Köpfe, ein herausragender Bachelorabschluss legt einen wichtigen Grundstein für eine spätere Karriere in der Wissenschaft“, so Visbeck weiter.

Insgesamt hatten sich 11 Studierende aus unterschiedlichen meereswissenschaftlichen Fachrichtungen beworben. „Neben der Bewerbung, die eine Selbsteinschätzung über die Relevanz der Arbeit enthält, holen wir zusätzlich Stellungnahmen von externen Gutachtern ein“, erläutert Dr. Peter Gimpel das Verfahren. Dabei gehe es nicht um eine Neubewertung der Arbeit, sondern unter anderem um eine Einschätzung der Bedeutung und ihres Potentials, so Gimpel. „Wir möchten Studierende ausdrücklich ermutigen sich zu bewerben“, so der Vorsitzende der Fördergesellschaft. Ein besonderer Dank geht ferner an die Reederei Briese, die die Hälfte des Preisgeldes stiftet und sich auch bei der Durchführung der Preisverleihung engagiert.

 

Hintergrundinformationen: 

Der Otto-Krümmel-Förderpreis

Die Gesellschaft zur Förderung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel e.V. vergibt jährlich den mit 1.000 Euro dotierten „Otto-Krümmel-Förderpreis“. Mit dem Preis werden herausragende Bachelorabschlüsse (auch FH) im Bereich der Ozeanforschung einschließlich der Wechselwirkung des Ozeans mit dem Meeresboden und der Atmosphäre prämiert. Aufgerufen sind alle Disziplinen der Meeresforschung einschließlich der Meerestechnik.

Eingereichte Arbeiten können ihren Schwerpunkt sowohl in der Feldforschung als auch der Modellierung oder der Entwicklung von Beobachtungstechniken haben. Bewerben können sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, deren Studiengang an einer deutschen Hochschule absolviert wurde, der jeweilige Bachelor-Abschluss nicht länger als ein Jahr zurück liegt und mit herausragend oder sehr gut bewertet wurde.

 

Otto Krümmel - Der Wegbereiter der modernen Ozeanographie

Prof. Dr. Otto Krümmel war einer der wichtigsten deutschen Geographen und zugleich Ozeanographen in der Zeit um 1900. Ihm gebührt das Verdienst, die Ozeanographie als systematische Teilwissenschaft der Geographie begründet zu haben. Krümmels Ideen zur Gestalt des Meeresbodens waren grundlegend für alle nachfolgenden Wissenschaftlergenerationen. Sein Werk umfasst mit etwa 100 Veröffentlichungen nahezu alle Bereiche der allgemeinen Geographie, der Ozeanographie und der hydrographischen Messtechnik.

Otto Krümmel wurde 1854 in Exin in der Provinz Posen geboren. Er studierte zwischen 1873 und 1875 zunächst Medizin an der Universität Leipzig, dann Geographie und Naturwissenschaften in Göttingen und Berlin. 1884 wurde Krümmel Ordinarius für Geographie an der Kieler Universität und blieb in der Folge 27 Jahre lang der Direktor des Geographischen Instituts. Während seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit in Kiel entwickelte Krümmel grundlegende meereswissenschaftliche Methoden und die entsprechenden Geräte. Ab 1902 leitete Krümmel an dem in Kiel gegründeten Laboratorium für die internationale Meeresforschung, eines der Vorläuferinstitute des heutigen GEOMAR, die Abteilung für Hydrographie. 1911 wurde er als Ordinarius für Geographie an die Universität Marburg berufen. Krümmel starb im Alter von nur 57 Jahren am 12. Oktober 1912 in Köln.

 

Dr. Peter Gimpel, Vorsitzender der Gesellschaft zur Förderung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel e.V, und Dr. Mariana Ribas Ribas von der Universität Oldenburg (links) gratulieren der Preisträgerin Hanne Marie Banko-Kubis. Foto: Jan Steffen/GEOMAR
Dr. Peter Gimpel, Vorsitzender der Gesellschaft zur Förderung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel e.V, und Dr. Mariana Ribas Ribas von der Universität Oldenburg (links) gratulieren der Preisträgerin Hanne Marie Banko-Kubis. Foto: Jan Steffen/GEOMAR
Die Trägerin des Otto-Krümmel-Förderpreises 2018: Hanne Marie Banko-Kubis. Foto: Jan Steffen/GEOMAR
Die Trägerin des Otto-Krümmel-Förderpreises 2018: Hanne Marie Banko-Kubis. Foto: Jan Steffen/GEOMAR
Otto Krümmel. Quelle: Archiv GEOMAR.
Otto Krümmel. Quelle: Archiv GEOMAR.