Anna Niewerth
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Am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel wurde ein neues „Kunst am Bau“-Projekt eingeweiht. Das Werk stammt von der Berliner Künstlerin Mary Audrey Ramirez, die in ihrer Arbeit verschiedene Medien verbindet – von Skulpturen und Installationen bis hin zu Videospielen. Für ihr neustes Kunstwerk besuchte sie erstmals das GEOMAR und ließ die Umgebung auf sich wirken. „Die Lage des GEOMAR, direkt am Wasser, lädt zum Verweilen ein. Deshalb wollte ich unbedingt einen Ort schaffen, an dem Menschen zusammenkommen und sich begegnen können. Das hat meiner Meinung nach vorher gefehlt“, sagt Mary Audrey Ramirez. Es ist ihr erstes öffentliches Projekt in dieser Größe. Das Sitzobjekt befindet sich an der Westseite des 2023 bezogenen GEOMAR-Neubaus (Gebäude 5). Inspiriert wurde die Künstlerin unter anderem von Blasentang, der in Ostsee, Nordsee und im Nordatlantik heimisch ist.
Blasentag aus 3D-gedrucktem Betonguss
„Die organische Form des Blasentangs hat mich besonders begeistert. Er wächst direkt vor den Türen des GEOMAR in der Ostsee und trägt zu einem gesunden Ökosystem bei“, sagt Mary Audrey Ramirez. Gefertigt wurde die Skulptur als 3D-gedruckter Betonguss in Südtirol. Die Oberfläche bleibt bewusst rau und natürlich. Eine glatte, glänzende Bearbeitung hätte aus ihrer Sicht nicht zum ehrlichen Charakter des Materials gepasst: „Diese Ehrlichkeit und Naturverbundenheit verbinde ich auch mit dem GEOMAR. Das soll sich in der Kunst widerspiegeln.“ Ausgangspunkt für die Skulptur war die Idee, das kollaborative Arbeiten am GEOMAR auch nach draußen zu erweitern.
Ein geheimnisvolles Wesen soll Neugier wecken
Teil des Kunstwerks ist außerdem ein Wesen, das auf der vom Blasentang inspirierten Sitzgelegenheit platziert ist. Ramirez hat es bewusst so gestaltet, dass es sich einer eindeutigen Zuordnung entzieht. Das Objekt soll nicht nur Sitzgelegenheit sein, sondern auch Neugier auslösen: Was ist das? Woher kommt es? Wie alt ist es? Die Künstlerin selbst nennt das Wesen „Critter“. Der Begriff stammt aus dem amerikanischen Englisch und bezeichnet umgangssprachlich ein sympathisches, etwas geheimnisvolles und nicht bedrohliches Lebewesen.
Einen festen Eigennamen hat die Skulptur bislang nicht. Ramirez lädt die GEOMAR-Gemeinschaft dazu ein, dem Wesen einen Namen zu geben. „Ich möchte das Wesen gerne übergeben, damit es hier am GEOMAR zu einem neuen Haustier werden kann“, sagt Mary Audrey Ramirez. Anders als die Sitzskulptur aus Beton wurde der „Critter“ als Aluminiumguss gefertigt.
Hintergrund:
Kunst am Bau
Bei Bauvorhaben des Bundes ist seit 1950 ein bestimmter Anteil der Baukosten für „Kunst am Bau“ vorgesehen. Damit wird die Bedeutung von Kunst im öffentlichen Raum hervorgehoben. Auch am 2023 bezogenen GEOMAR-Neubau gibt es zwei Kunstwerke: Im Inneren befindet sich die Lichtinstallation „Die Verwandlung“ von Hans Peter Kuhn. Draußen ergänzt nun die Skulptur „Critter“ von Mary Audrey Ramirez das Ensemble. Sie steht zwischen dem Neubau (Gebäude 5) und dem historischen Gebäude 4, das ebenfalls vom GEOMAR genutzt wird.
Am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel wurde ein neues „Kunst am Bau“-Projekt eingeweiht. Das Werk stammt von der Berliner Künstlerin Mary Audrey Ramirez.
Foto: Janne Lene Polei
Die Künsterlin Mary Audrey Ramirez mit ihrem Kunstwerk vor dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Es ist ihr erstes öffentliches Projekt in dieser Größe.
Foto: Janne Lene Polei, GEOMAR
Teil des Kunstwerks ist außerdem ein Wesen, das auf der vom Blasentang inspirierten Sitzgelegenheit platziert ist. Ramirez hat es bewusst so gestaltet, dass es sich einer eindeutigen Zuordnung entzieht.
Foto: Alex Stiebritz, AMX Studio
Gefertigt wurde die Skulptur als 3D-gedruckter Betonguss in Südtirol. Die Oberfläche bleibt bewusst rau und natürlich.
Foto: Pia Steinke, GEOMAR
Bei Bauvorhaben des Bundes ist seit 1955 ein bestimmter Anteil der Baukosten für „Kunst am Bau“ vorgesehen. Damit wird die Bedeutung von Kunst im öffentlichen Raum hervorgehoben. Am GEOMAR finden sich nun gleich zwei “Kunst am Bau”-Kunstwerke.
Foto: Alex Stiebritz, AMX Studio