Begegnung mit einer Strandkrabbe am Meeresboden: Das Projekt "Snorkeling.City" gibt auch in diesem Jahr wieder 25 Schulklassen die Möglichkeit, die Ostsee hautnah zu erkunden.

Foto: Snorkeling.City

Das erste Mal mit Maske und Schnorchel abtauchen in die Unterwasserwelt - ein eindrückliches Erlebnis für Kinder und Jugendliche.

Foto: Louisa Trippe, GEOMAR

Was macht die Ostsee so besonders? Projektleiter Dr. Henry Göhlich verbindet wissenschaftliche Umweltbildung mit der Schnorchelpraxis. 

Foto: Maike Nicolai, GEOMAR

Das Phytoplanktonnetz soll zu Wasser gelassen werden: Die teilnehmenden Schüler:innen lernen auch, mit meereswissenschaftlichen Methoden zu arbeiten.

Foto: Lauren Peck, GEOMAR

Einen noch tieferen Blick in die Lebenswelt Ostsee ermöglichen die Mikroskope.

Foto: Lauren Peck, GEOMAR

Abtauchen in die spannende Unterwasserwelt direkt vor der Haustür

Bildungsprojekt „Snorkeling.City“ startet in dritte Runde

27. Mai 2026/Kiel. Wie sieht das Leben unter der Wasseroberfläche der Ostsee aus? Das vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel initiierte Umweltbildungsprojekt „Snorkeling.City“ ermöglicht bereits zum dritten Mal rund 500 Schüler:innen aus dem Norden einen Einblick in die spannende Unterwasserwelt der Kieler Förde. Heute ist das Projekt mit der ersten Schnorchelexpedition in die Saison 2026 gestartet.

Viele Menschen kennen die Ostsee nur von der Oberfläche – mal grau, mal grün, mal tiefblau – doch was sich darunter verbirgt, haben die wenigsten je mit eigenen Augen gesehen. Dabei existiert direkt vor der Kaikante in der Kieler Förde eine überraschend vielfältige Unterwasserwelt. Diese können auch in diesem Sommer rund 500 Schüler:innen entdecken – mit Maske, Schnorchel und Flossen. Beim Umweltbildungsprojekt „Snorkeling.City“, das vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel initiiert wurde, bekommen 25 Schulklassen die Möglichkeit, die Unterwasserwelt der Ostsee direkt vor ihrer Haustür zu erleben.

Das Projekt wird ehrenamtlich von Dr. Henry Göhlich geleitet und gemeinsam mit Pro Ocean umgesetzt. Finanziell unterstützt wird „Snorkeling.City“ von der BINGO! Umweltlotterie, dem Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, regionalen Unternehmen sowie privaten Spender:innen.

Wenn aus Unsicherheit Staunen wird

Das erste Mal mit einem Schnorchel im Meer, der erste Atemzug durch die Maske, der Moment, wenn plötzlich eine Strandkrabbe über den Meeresboden huscht, ein Seestern oder eine im Seegras versteckte Seenadel sichtbar wird – für viele Kinder ist es der erste Blick unter die Wasseroberfläche der Ostsee ein eindrückliches Erlebnis.

Vom Seebad Düsternbrook aus geht es direkt in die Kieler Förde, hinein in eine Welt mit Seegras, Garnelen, Quallen und kleinen Krebsen. Aus anfänglicher Unsicherheit wird häufig Begeisterung. Viele Kinder überwinden Ängste vor kaltem Wasser oder unbekannten Meerestieren, wachsen im Buddy-System als Team zusammen und entdecken gemeinsam einen Lebensraum, den sie zuvor kaum wahrgenommen haben.

Meer erleben – Natur schützen

„Nur was wir kennen und emotional erleben, wollen wir auch schützen“, sagt Dr. Mark Lenz, Meeresbiologe am GEOMAR. Er hat das Projekt initiiert und freut sich, dass es nun in die dritte Saison geht: „Wer einmal durch eine Seegraswiese geschnorchelt ist, sieht die Ostsee mit anderen Augen. Genau diese Erfahrung möchten wir Kindern und Jugendlichen ermöglichen.“

Die Kurse verbinden Naturerlebnis mit wissenschaftlicher Umweltbildung. Vor der Schnorchelexkursion lernen die Schüler:innen beispielsweise, was es bedeutet, dass die Ostsee ein Brackwassermeer ist oder warum Seegraswiesen für Biodiversität, Wasserqualität und Küstenschutz so wichtig sind.

Begleitet werden die Gruppen von Studierenden der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und des GEOMAR, die in Umweltbildung, Erster Hilfe sowie Rettungsschwimm- und Schnorchelpraxis geschult sind. Ergänzend arbeiten die Teilnehmenden mit einfachen wissenschaftlichen Methoden, wie Mikroskopieren oder Messungen von Salzgehalt, Sauerstoff und pH-Wert.

Lernen durch eigenes Erleben

Die Verbindung von Wissenschaft, Bewegung, Teamarbeit und emotionaler Erfahrung ermöglicht eine ganz eigene Lernerfahrung. Statt Umweltbildung im Klassenraum zu vermitteln, erleben die Teilnehmenden die Ostsee unmittelbar mit dem eigenen Körper.

„Viele Kinder erzählen nach dem Schnorcheln zum ersten Mal zuhause von Seegras, Krebsen oder Quallen – und plötzlich sprechen ganze Familien über Meeresschutz“, sagt Projektleiter Dr. Henry Göhlich. „Genau diese persönliche Verbindung macht den Unterschied.“

Langfristig verfolgen die Initiator:innen das Ziel, dass jedes Kind an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins einmal selbst die Unterwasserwelt der Ostsee erlebt haben soll. Denn die Erfahrung zeigt: Wer einmal selbst durch eine Seegraswiese geschnorchelt ist, entwickelt eine andere Beziehung zur Ostsee – und versteht unmittelbar, warum Meeresschutz direkt vor der eigenen Haustür beginnt.

Eine Strandkrabbe unter Wasser. Sie schaut in die Kamera und hebt drohend ihre Schere.

Begegnung mit einer Strandkrabbe am Meeresboden: Das Projekt "Snorkeling.City" gibt auch in diesem Jahr wieder 25 Schulklassen die Möglichkeit, die Ostsee hautnah zu erkunden.

Foto: Snorkeling.City

Ein junger Mann mit Cap und Sonnenbrille und einige Kinder stehen auf einer Treppe, die ins Wasser führt, die Kinder tragen Neoprenanzüge.

Das erste Mal mit Maske und Schnorchel abtauchen in die Unterwasserwelt - ein eindrückliches Erlebnis für Kinder und Jugendliche.

Foto: Louisa Trippe, GEOMAR

Ein junger Mann im Neoprenanzug steht hinter einer Tafel, auf der ein Bild der Ostsee zu sehen ist. Er hebt erläuternd die Hand.

Was macht die Ostsee so besonders? Projektleiter Dr. Henry Göhlich verbindet wissenschaftliche Umweltbildung mit der Schnorchelpraxis. 

Foto: Maike Nicolai, GEOMAR

Ein junger Mann mit hellblauem Cap und Sonnenbrille steht mit zwei Jungs in Kapuzenpullis am Meer, sie halten Leinen in den Händen.

Das Phytoplanktonnetz soll zu Wasser gelassen werden: Die teilnehmenden Schüler:innen lernen auch, mit meereswissenschaftlichen Methoden zu arbeiten.

Foto: Lauren Peck, GEOMAR

Vier Jugendliche sitzen um einen Tisch herum, zwei schauen durch Binokulare

Einen noch tieferen Blick in die Lebenswelt Ostsee ermöglichen die Mikroskope.

Foto: Lauren Peck, GEOMAR