Forschung zum Anfassen
Das war der Tag der offenen Tür am GEOMAR 2026
Einen Tag, bevor es für die Crew auf eine zweiwöchige Ausfahrt in die Ostsee ging, gaben Nautiker und Wissenschaftler:innen rund 2000 Besucher:innen am Sonntag die Gelegenheit, einmal zu erleben, wie ein Forschungsschiff auf eine Expedition vorbereitet wird. Beim Tag der offenen Tür am GEOMAR ließ die ALKOR die Gangway herunter, und Interessierte konnten ihre eigene Expeditionskiste packen, sich über die wissenschaftliche Arbeit in den Laboren und das Leben während einer Ausfahrt informieren.
Werkstätten, Ausbildung und Tiefseetechnik
An Land waren die Türen verschiedener Gebäude des Ozeanforschungszentrums geöffnet. In Schlosserei, Tischlerei und Schleiferei konnten Besucher:innen Werkstattluft schnuppern, nebenan präsentierten sich die Auszubildenden des GEOMAR mit Infos zu den Möglichkeiten, am Forschungszentrum einen Beruf zu erlernen. In der großen Montagehalle hatten engagierte Modellbauer wieder Becken für ihre detailgenau nachgebauten, ferngesteuerten Unterwasserfahrzeuge aufgebaut. Hier durften große und kleine Gäste selbst zum ROV-Piloten werden (ROV steht für Remotely operated vehicle, Tauchroboter). Marine Forschungstechnik wie autonom tauchende Glider und Verankerungen zur Langzeitbeobachtung war hier ebenso zu bestaunen wie die Vitrine mit all den Dingen, die den Einsatz in den Tiefen des Meeres nicht schadlos überstanden haben – eine Sammlung, die eindrucksvoll vor Augen führt, welchen enormen Belastungen Geräte in der Ozeanforschung ausgesetzt sind.
Direkt am Schwentine-Ufer gab es Infos zur Forschung an Sargassum-Algenteppichen und Auszüge aus dem Akrobatik-Musical „Unter Wasser“ der Ocean Crew. Ein praktisches Faltmikroskop zum Mikroskopieren mit dem Handy wurde in der „Lithothek“ genannten Lagerhalle vorgestellt: Ursprünglich entwickelt, um auch in Ländern mit wenig Infrastruktur Feldforschung sowie praktischen naturwissenschaftlichen Unterricht zu ermöglichen, sind die so genannten Foldscopes heute weltweit verbreitet. An weiteren Infoständen gab es Mitmach-Experimente zu Phytoplankton, zu Mikroplastik im Meer, zur Kohlendioxidspeicherung oder zu Erdbeben.
Virtuelle Tauchgänge und Expeditionskino
Kino in 3-D war in der Kuppel der ARENA zu erleben, wo die Besucher:innen im Liegen virtuell zum Meeresboden tauchen konnten. Und im GEOMAR-Neubau wies ein hier sonst ungewohnter Popcornduft den Weg ins „Expeditionskino“: Im Konferenzbereich konnten die Zuschauer:innen drei Programme von Kurz- und Dokumentarfilmen erleben, die in Zusammenarbeit mit dem Meeresfilmfestival CINEMARE gezeigt wurden.
Viele Besucher:innen freuten sich auch über die Möglichkeit, bei einer Führung noch mehr Türen zu öffnen und verschiedene Labore, die Seewasserzentrale oder das Sedimentkernlager zu besichtigen. Ein richtiger Publikumsmagnet war die Siebdruckstation im Foyer von Gebäude 8, an der man sich seinen eigenen GEOMAR-Beutel mit Meeresmotiven gestalten konnte. Ergänzt wurde das Programm durch Vorlese- und Malstationen für Kinder sowie Hintergrundinfos zu dem Gemeinschaftsprojekt „Surfacing the Unseen“, in dessen Rahmen GEOMAR-Forschende, Grundschüler:innen aus Gaarden und die Künstlerin Marina Friedrich das große bunte Wandgemälde am Eingang zum Seefischmarkt gestaltet haben.
Aktuelle Themen aus der Meeresforschung
Was natürlich an einem solchen Tag in einem Forschungszentrum nicht fehlen durfte, waren die wissenschaftlichen Vorträge im Hörsaal. Viele Interessierte hörten hier neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu Themen wie Lichtverschmutzung, Munition, medizinische Wirkstoffe aus dem Meer oder zu der Frage, wie Nährstofflimitationen bei Mikroalgen aus dem All erkannt werden können.
Wir danken allen Besucher:innen und allen Mitwirkenden, die diesen schönen Tag möglich gemacht haben und freuen uns, dass so viele Menschen durch unsere offenen Türen und Rolltore gekommen sind und Eindrücke, Aha-Erlebnisse und selbstgemachte Andenken mit nach Hause genommen haben.
Viele Besucher:innen freuten sich über die Möglichkeit, beim Tag der offenen Tür am GEOMAR hinter die Kulissen der Meeresforschung zu schauen.
Foto: Pia Steinke, GEOMAR
Open Ship auf der ALKOR: Einen Tag, bevor es für die Crew auf eine zweiwöchige Ausfahrt in die Ostsee ging, gaben Nautiker und Wissenschaftler:innen rund 2000 Gästen am Sonntag die Gelegenheit, einmal zu erleben, wie ein Forschungsschiff auf eine Expedition vorbereitet wird.
Foto: Pia Steinke, GEOMAR
In der großen Montagehalle hatten Modellbauer Becken für ihre ferngesteuerten Unterwasserfahrzeuge aufgebaut. Hier konnte jeder selbst zum ROV-Piloten werden (ROV steht für Remotely operated vehicle, Tauchroboter).
Foto: Julia Gehringer, GEOMAR
Publikumsmagnet Siebdruckstation: Hier konnte man sich seinen eigenen GEOMAR-Beutel mit Meeresmotiven gestalten.
Foto: Julia Gehringer, GEOMAR
Am Ausbildungsstand des GEOMAR gab es Infos zu den Möglichkeiten, am Forschungszentrum einen Beruf zu erlernen.
Foto: Julia Gehringer, GEOMAR
Auch die Werkstätten waren geöffnet und zeigten, wie am GEOMAR spezifische Lösungen für marine Forschungstechnik oder Labor-Anwendungen entwickelt und gebaut werden.
Foto: Julia Gehringer, GEOMAR
Die große Montagehalle: Hier werden Großgeräte gelagert, gewartet und für Expeditionen vorbereitet. Beim Tag der offenen Tür gab es hier Infos zu den Herausforderungen, die das Forschen unter extremen Bedingungen mit sich bringt und welche Lösungen dafür gefunden werden.
Foto: Julia Gehringer, GEOMAR
Die meereswissenschaftliche Bibliothek mit der Vorleseecke für Kinder bot am Tag der offenen Tür einen gemütlichen Rückzugsort.
Julia Gehringer, GEOMAR
Kreativecke für die Kleinsten: Ausmalbilder zum Thema “Blick in die Ostsee” an der Malstation.
Foto: Lena Petermann, GEOMAR
Faltmikroskop zum Mikroskopieren mit dem Handy: Das so genannte Foldscope wurde entwickelt, um in Ländern mit wenig Infrastruktur Feldforschung zu ermöglichen, heute wird es weltweit auch im Schulunterricht eingesetzt.
Foto: Julia Gehringer, GEOMAR
Ein kleiner Mikroplastik-Workshop informierte über das Problem der Plastikverschmutzung weltweit.
Foto: Julia Gehringer, GEOMAR
Buntes Treiben in der Lithothek: An Infoständen gab es Mitmach-Experimente zu Phytoplankton, zu Mikroplastik im Meer oder zu Erdbeben.
Foto: Julia Gehringer, GEOMAR
Das ROV HEIN lieferte Liveaufnahmen von den Besucher:innen der Lithothek.
Foto: Julia Gehringer, GEOMAR
Welche geologischen Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um Kohlendioxid sicher und dauerhaft unter dem Meer zu speichern? Auch dazu konnte man sich beim Tag der offenen Tür informieren.
Foto: Julia Gehringer, GEOMAR
Hohe Nitratwerte im Frühjahr: Lasse Hilscher vom Freitags-Forschungs-Club des GEOMAR präsentierte seine Ergebnisse der Nährstoffmessungen in der Schwentine.
Foto: Lena Petermann, GEOMAR
Kino in 3-D war in der Kuppel der ARENA zu erleben, wo die Besucher:innen im Liegen virtuell zum Meeresboden tauchen konnten.
Foto: Julia Gehringer, GEOMAR
Ein ungewohnter Duft zog beim Tag der offenen Tür durch den GEOMAR-Neubau: Frisches Popcorn brachte Kino-Atmosphäre in den Konferenzbereich.
Foto: Julia Gehringer, GEOMAR
Kino in Zusammenarbeit mit dem Meeresfilmfestival Cinemare: Drei Programme von Kurz- und Dokumentarfilmen wurden gezeigt.
Foto: Julia Gehringer, GEOMAR
Blick vom Schiff auf den GEOMAR-Campus: Hier waren am Sonntag die Türen verschiedener Gebäude des Forschungszentrums geöffnet.
Foto: Lena Petermann, GEOMAR
Im Hörsaal gab es wissenschaftliche Vorträge zu Themen wie Lichtverschmutzung, Munition, medizinische Wirkstoffe aus dem Meer oder zu der Frage, wie Nährstofflimitationen bei Mikroalgen aus dem All erkannt werden können.
Foto: Julia Gehringer, GEOMAR