RECOVER Ziele

Um die Erholung der marinen Lebensräume in der westlichen Ostsee zu unterstützen, entwickelt RECOVER neue wissenschaftliche und technologische Ansätze für ein nachhaltiges Meeresmanagement. Das Projekt untersucht sowohl ökologische Indikatoren wie Mikroalgen als auch innovative Methoden zur Echtzeitanalyse und Modellierung der Umweltbedingungen. Die fünf Teilziele von RECOVER tragen dazu bei, ein integriertes Verständnis der Küstenökosysteme zu schaffen, wirksame Schutz- und Wiederherstellungsmaßnahmen zu planen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Dänemark zu stärken.

 

 

Teilziel 1: Projektorganisation und Kommunikation

Dieses Teilziel bildet die Grundlage für einen reibungslosen Ablauf von RECOVER. Es umfasst die Koordination des Projekts sowie die interne und externe Kommunikation. Das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel übernimmt die Gesamtkoordination und fungiert als zentrale Anlaufstelle für alle Projekt- und Netzwerkpartner. Zeitpläne und Meilensteine werden hier überwacht und abgestimmt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Öffentlichkeitsarbeit. Dazu zählen die Projektwebsite, Social-Media-Aktivitäten sowie die Organisation von Veranstaltungen – von Workshops und Forschungstreffen bis hin zu einer öffentlichen Abschlusskonferenz im Jahr 2028.

Zentrale Aktivitäten:

  • Organisation und Steuerung des Projekts
  • Koordination der Zusammenarbeit zwischen den Partnern
  • Kommunikation von Ergebnissen und Fortschritten
  • Entwicklung einer visuellen Projektidentität
  • Planung und Durchführung von Veranstaltungen

 

Teilziel 2: Mikroalgen als Indikatoren für den Umweltzustand

Phytoplankton (Mikroalgen) spielt eine zentrale Rolle bei der Bewertung des ökologischen Zustands der Ostsee. Dieses Teilziel zielt darauf ab, die Überwachung dieser Organismen zu verbessern und das Wissen darüber zu erweitern, wie sie als Indikatoren für den Gesundheitszustand der Ostsee genutzt werden können. Hierfür werden bestehende Datensätze zusammengeführt und harmonisiert, um langfristige Entwicklungen sichtbar zu machen. Ergänzend wird ein grenzübergreifendes Probenahmeprotokoll entwickelt und ein Netzwerk von Nutzer*innen aufgebaut, das auch Akteure außerhalb der Wissenschaft einbezieht. Neue Methoden – etwa kamerabasierte Systeme und eDNA-Analysen – werden in Pilotstudien getestet und saisonal bewertet.

Zentrale Aktivitäten:

  • Zusammenführung und Auswertung vorhandener Daten
  • Entwicklung eines einheitlichen Probenahmeprotokolls
  • Aufbau eines grenzübergreifenden Netzwerks
  • Erprobung innovativer Monitoringmethoden
  • Bewertung der Indikatorfunktion von Phytoplankton

Die Ergebnisse fließen in einen Bericht mit Empfehlungen für politische Entscheidungsträger ein.
Ergebnisfokus: Verbesserung der Umweltüberwachung durch biologische Indikatoren.

 

 

Teilziel 3: Kostengünstige Sensoren für hochauflösende Daten

Dieses Teilziel konzentriert sich auf die Entwicklung und Erprobung neuer, kosteneffizienter Messsysteme für die Umweltüberwachung in der westlichen Ostsee. Ziel ist es, Umweltparameter wie Nährstoffkonzentrationen, Temperatur oder Sauerstoffgehalte in hoher zeitlicher Auflösung zu erfassen. Im Vergleich zu herkömmlichen Messprogrammen ermöglicht dies eine deutlich detailliertere Bewertung des ökologischen Zustands. Ein Beispiel für solche Technologien sind sogenannte Planktoskope – kompakte Open-Source-Sensoren, die Mikroalgen automatisiert erfassen und analysieren können. Dieses wird in RECOVER in Zusammenarbeit mit Teilziel 2 weiter entwickelt um nicht nur im Labor Ergebnisse zu liefern, sondern auch auf Schiffen, während der Fahrt, mit stetig durchfließendem Wasser, Messungen vornehmen zu können.

Zentrale Aktivitäten:

  • Analyse verfügbarer kostengünstiger Sensorsysteme
  • Entwicklung und Kombination neuer Messmethoden
  • Bau und Test von Prototypen
  • Integration der Daten in Analyse- und Modellierungsansätze

Ziel ist eine verbesserte Datengrundlage für Umweltbewertungen und Managemententscheidungen.

 

Teilziel 4: Gesellschaftliche Akzeptanz von Restaurationsmaßnahmen

Die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Wiederherstellung von Ökosystemen hängt weitgehend von ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz ab. Dieses Teilziel untersucht, wie solche Maßnahmen von verschiedenen Interessengruppen wahrgenommen werden. Die wichtigsten Interessengruppen, die einbezogen werden, stammen aus dem Agrarsektor und der lokalen Bevölkerung. Dieser Ansatz berücksichtigt die Tatsache, dass ein Großteil der Einleitungen ins Meer vom Land stammt, was darauf hindeutet, dass entsprechende Maßnahmen sektorübergreifend ergriffen werden müssen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Vergleich politischer Ansätze in Deutschland und Dänemark.

Wichtige Aktivitäten:

  • Durchführung von Interviews mit relevanten Interessengruppen
  • Datenerhebung zu Umweltwahrnehmungen und -themen in der Öffentlichkeit
  • Vergleich verschiedener politischer Strategien und Governance-Ansätze
  • Identifizierung erfolgreicher Praxisbeispiele

Die Ergebnisse werden in verschiedenen Formaten präsentiert und fließen in Empfehlungen für politische Entscheidungsträger:innen und Praktiker:innen ein. Ziel ist es, das Verständnis und die Akzeptanz von Umweltmaßnahmen zu verbessern.

 

Teilziel 5: Erste Schritte auf dem Weg zu einem digitalen Zwilling der südwestlichen Ostsee

In diesem Teilziel werden erste Schritte auf dem zu einem digitalen Zwilling der südwestlichen Ostsee entwickelt. Ziel ist es, mithilfe von Daten, Modellen und Methoden der künstlichen Intelligenz die Dynamik des Ökosystems besser zu verstehen und zukünftige Entwicklungen zu simulieren. Hierfür werden unterschiedliche Datenquellen – unter anderem aus Teilziel 2 – zusammengeführt und mit bestehenden Ozeanmodellen kombiniert. Auf dieser Basis können verschiedene Szenarien berechnet und die Auswirkungen von Maßnahmen analysiert werden. Ein Visualisierungstool stellt die Ergebnisse verständlich dar und unterstützt Entscheidungsprozesse in Politik und Praxis.

Zentrale Aktivitäten:

  • Harmonisierung von Datenstandards und Qualitätskriterien
  • Weiterentwicklung von Modellansätzen
  • Einsatz von KI zur Vorhersage von Umweltveränderungen
  • Simulation unterschiedlicher Managementszenarien
  • Entwicklung eines interaktiven Visualisierungstools

Ergebnisfokus: Simulation von Szenarien und Bewertung von Maßnahmen.