Kiel Outdoor Benthocosms (KOB)
Die Kieler Benthokosmen - Simulation des Klimawandels am Meeresboden
Mit Hilfe sogenannter „Benthokosmen“ (siehe auch die Kiel Indoor Benthokosmen), erforschen Wissenschaftler:innen am GEOMAR, wie sich das Leben am Boden der Ostsee in den kommenden Jahrzehnten entwickelt. Dazu werden in den Benthokosmen typische Organismen der Ostsee wie Blasentang, Seesterne oder Miesmuscheln kultiviert und diese steigenden Temperaturen, erhöhten Kohlendioxid-Werten, einer wachsenden Menge an Nährstoffen, sinkenden Sauerstoff-Mengen, abnehmenden Lichtmengen oder anderen ökologischen Veränderungen ausgesetzt, welche die Forscher für die kommenden Jahrzehnte annehmen. Ziel der Forschenden ist es, durch die Simulation zukünftiger Umweltbedingungen mögliche strukturelle und funktionale Verschiebungen in den Lebensgemeinschaften zu erfassen und deren Konsequenzen abzuschätzen.
Kieler Outdoor Benthokosmen (KOBs)
Die seit 2013 in Kiel betriebene Anlage auf einem Ponton direkt an der Kieler Förde besteht aus sechs Benthokosmen mit je zwei Versuchskammern mit einer Wasserkapazität von 1.500 Liter. Das Besondere: eine leistungsstarke Computeranlage kann Temperatur, Salzgehalt, Sauerstoff und den pH-Wert nicht nur kontinuierlich messen, sondern sie und ihre natürlichen Fluktuationen auch so einstellen, dass Unterwasser-Umweltszenarien der kommenden Jahrzehnte realistisch simuliert werden. Das Wasser der Becken stammt direkt aus der Kieler Förde und erlaubt so eine beinahe natürliche Umgebung in den Versuchsbecken. Die benötigte Energie der Benthokosmen wird größtenteils durch Solarpanels und eine kleine Windkraftanlage erzeugt.