World Atlas of Submarine Gas Hydrates in Continental Margins. Springer Nature

Cover (Ausschnitt) des "World Atlas of Submarine Gas Hydrates in Continental Margins", erschienen bei Springer Nature.

Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Gashydraten navigieren

Neuer „Weltatlas der submarinen Gashydrate an Kontinentalrändern“

Ein neu veröffentlichter Atlas, den der GEOMAR-Geophysiker Professor Dr. Christian Berndt mit herausgegeben hat, gibt einen Überblick über Gashydratvorkommen rund um den Globus, damit verbundene Risiken, Forschungsansätze und zukünftige Herausforderungen.

Gashydrate sind eine potenzielle Energiequelle der Zukunft, werden aber auch mit Georisiken und dem Klimawandel in Verbindung gebracht: Aus vielen Gründen stehen sie seit mehr als drei Jahrzehnten im Fokus der Meeresgeologie. Der neue, bei Springer Nature erschienene englischsprachige „World Atlas of Submarine Gas Hydrates in Continental Margins“ gibt einen Überblick über Gashydratsysteme rund um den Globus, ihre Rolle im Erdsystem und die damit verbundenen Forschungsaufgaben.

„Das Buch wurde für die Forschung, Behörden und Fachleute aus der Gas- und Ölindustrie geschrieben“, erklärt Professor Dr. Christian Berndt. Der Meeresgeophysiker am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel ist neben Kolleg*innen aus Norwegen, den USA, Italien und Taiwan einer der Herausgeber des neuen Atlas. „Der Atlas gibt einen aktuellen und recht vollständigen Überblick über die globalen Gashydratvorkommen im Meer und enthält Hunderte von Beispielen, die die geophysikalischen und geologischen Eigenschaften von Gashydraten in verschiedenen geologischen Umgebungen und ihre Verbindung zur Umwelt veranschaulichen. Darüber hinaus zeigt das Buch Wege für die künftige Gashydratforschung in verschiedenen Disziplinen auf.“

Gashydrate bilden sich, wenn Gasmoleküle bei niedrigen Temperaturen und unter hohem Druck in käfigartigen Strukturen aus Wassermolekülen eingeschlossen werden. Solche Bedingungen finden sich vor allem an den Schelfrändern, einige hundert Meter unter dem Meeresboden. Steigende Temperaturen können diese Strukturen zum „Schmelzen“ bringen und eventuell den Meeresboden destabilisieren oder Methan freisetzen – ein sehr starkes Treibhausgas, das die globale Erwärmung beschleunigen kann.

„Wir müssen nicht nur wissen, wo Gashydrate gefunden werden können und wo die damit verbundenen Risiken schlummern, sondern auch die Überwachungs- und Erkundungstechnologien weiterentwickeln. Dazu kann der Atlas beitragen“, sagt Professor Berndt. „Wir sind den vielen Autor*innen sehr dankbar, die zu diesem spannenden Überblick beigetragen haben.“

Original-Publikation:

Mienert, J., Berndt, C., Tréhu, A.M., Camerlenghi, A., Liu, C.S. (Eds) 2022: World Atlas of Submarine Gas Hydrates in Continental Margins. Springer Nature. https://doi.org/10.1007/978-3-030-81186-0

World Atlas of Submarine Gas Hydrates in Continental Margins. Springer Nature

Cover (Ausschnitt) des "World Atlas of Submarine Gas Hydrates in Continental Margins", erschienen bei Springer Nature.